10.
2009
Piranha Churs 50 Sekunden-Show
Berner Teams scheinen Bündner Hockeymannschaften derzeit zu liegen. Bereits am Freitagabend schickte der HC Davos die Langnauer Tiger mit 13:4 zurück ins Emmental. Den etwas kürzeren Heimweg hatten am Samstagabend die Unihockey-Damen der Bern Capitals - erfreulicher war er aber trotzdem nicht. Im Gepäck hatten sie eine 4:7 Niederlage, verabreicht durch die Churer Piranhas. Ohne Übertreibung hätte der Churer Sieg noch deutlicher ausfallen können, doch schienen die Bündner Angreiferinnen phasenweise beinahe Mitleid mit der Berner Abwehr zu haben.
Frühe Tore
Es gibt Partien, welche bis zur letzten Sekunde spannend sind. Und es gibt solche, die bereits nach der ersten Minute entschieden oder zumindest vorentschieden sind. So auch die Partie in der Gewerbeschulhalle. Kaum hatten sich die 178 Zuschauer auf ihre Plätze begeben, stand es bereits 2:0 für Piranha Chur. Corin Rüttimann traf nach 32, Seraina Ulber nach 50 Sekunden. Nach Ende des ersten Drittels stand sogar 4:1 auf der Anzeigetafel - nach Elina Kujalas 3:0 (5.) und Ramona Kindschis 4:0 (15.) verkürzte die junge Nina Bärtschi 51 Sekunden vor Drittelsende auf 4:1.
Spannung flackert auf
Einzig im zweiten Abschnitt, als die Bernerinnen in der 24. Minute auf 4:2 verkürzten, kam kurzzeitig Spannung auf. Simona Streiff mit einem kernigen „Streiffschuss" (33.)und Michelle Russi mit einem eleganten Freistoss (36.) zum 6:2 sorgten wieder für klare Verhältnisse. Die restliche Spielzeit lief unter dem Motto „spielen und spielen lassen". Einen kleinen Punktsieg liessen sich die Bernerinnen nicht nehmen. Das letzte Drittel entschieden sie mit 2:1 für sich.
Verspielt im Abschluss
„Sie waren bemüht" würde im Arbeitszeugnis der Bern Capitals stehen. Vor wirkliche Probleme stellten sie die Churerinnen aber nicht. Gekonnt liessen sie in der Offensivzone den Ball laufen und schnürten die Bernerinnen mehrmals wie in einem Überzahlspiel ein. Einzig eine gewisse Verspieltheit war den Angreiferinnen nicht abzusprechen. Nicht nur irgendwie ins Tor sollte der Ball, sondern möglichst kunstvoll. Dies dürfte aber einzig Cheftrainer Mark van Rooden geärgert haben - die Zuschauer hatten jedenfalls ihren Spass.
Piranha Chur - Bern Capitals 7:4 (4:1, 2:1, 1:2)
Gewerbeschule Chur. - 178 Zuschauer. - SR Elmer/Schellenberg.
Tore: 1. (0.32) Rüttimann (Karoliina Kujala) 1:0. 1. (0.50) Ulber (Anderegg) 2:0. 5. Elina Kujala (Ulber) 3:0. 15. Kindschi 4:0. 20. Bärtschi 4:1. 24. Hadorn (Stettler) 4:2. 33. Simona Streiff (Putzi) 5:2. 36. Russi 6:2. 42. Karoliina Kujala 7:2. 48. Bärtschi 7:3. 57. Andrea Streiff (Walther) 7:4.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Piranha Chur, keine gegen Bern Capitals.
Piranha Chur: Kessler; Arpagaus, Wegmann; Simona Streiff, Gabathuler; Rossier; Elina Kujala, Anderegg, Ulber; Rüttimann, Karoliina Kujala, Putzi; Russi, Kindschi, Zwinggi (50. Kornberger).
Bern Capitals: Aebi; Meyer, Reist; Stettler, Aström; Schori, Beck, Andrea Streiff; Hadorn, Flückiger, Bärtschi; Walther.
Bemerkungen: Piranha Chur ohne Marti (abwesend), Hartmann (verletzt). - 22. Pfostenschuss Rüttimann, 39. Hadorn.