21.
02.
2015
NLA Frauen | Autor: Schneeberger Jonas (SO)

Piranha mit Wegmann zurück auf «1»

Einstand nach Mass für Brigitta Wegmann als Coach von Piranha Chur: Die Titelverteidigerinnen gewannen gestern den NLA-Gipfel gegen Dietlikon zu Hause mit 7:5 und lösten die Zürcherinnen im viertletzten Qualispiel an der Tabellenspitze ab.

Piranha mit Wegmann zurück auf «1» Grund zum Strahlen: Piranha Chur gewinnt den Spitzenkampf (Bild Claudio Schwarz/unihockey-fotos.ch)

Brigitta Wegmann wirkte nicht wie jemand, der zum ersten Mal hinter der Bande steht. Ruhig, souverän und abgeklärt verfolgte sie bei ihrem Debüt als Interimstrainerin von Piranha Chur das Geschehen im NLA-Spitzenkampf gegen Dietlikon, nahm sich hie und da die eine oder andere Spielerin zur Brust, motivierte, korrigierte und erteilte Anweisungen. So unaufgeregt, als täte sie es schon seit Jahren.

Nun, «Gina» Wegmann schwingt zwar das Zepter bei den Churerinnen erst seit wenigen Tagen. Ansonsten mangelt es der langjährigen NLA-Verteidigerin und 58-fachen Schweizer Internationalen keineswegs an Erfahrung. Auch das Trainerwesen ist ihr als Assistenztrainerin der Schweizer U19-Nati, pikanterweise an der Seite von Sascha Rhyner, des gestrigen Chefs auf der Gegenseite, nicht neu.

Wegmanns Nervosität hielt sich vor dem gestrigen Spitzenspiel gegen Dietlikon also in Grenzen. Viel eher als vor dem Anpfiff dürfte der Puls der Debütantin in den Minuten nach dem Anpfiff in die Höhe geschnellt sein. Was sie nämlich im Startdrittel zu sehen bekam, konnte sie keineswegs zufrieden stimmen: Katrin Zwinggi brachte die Churerinnen in der zweiten Minute zwar früh in Führung, ansonsten gehörte die Startviertelstunde aber klar den Gästen.

Kurz vor Zwinggis Abstauber zum 1:0 prallte ein Dietliker Abschluss von der Latte ab. Und auch nach dem Churer Führungstreffer rollten die gegnerischen Angriffe - nicht nur jene von Dietlikons Paradeblock um die trickreiche Nationalstürmerin Michelle Wiki und die kongeniale Liga-Topskorerin Petra Weiss - phasenweise wie Tsunamis auf die Churer Hintermannschaft zu.

Die Folge der Angriffswelle: In der siebten Minute das 1:1 durch Nina Bärtschi, in der elften das 2:1 durch Claudia Bachmann, in der 15. das 3:1 durch Michelle Wiki. Zudem hatte Bachmann den vierten Treffer auf dem Stock, als sie den Ball freistehend vor der leeren Tor vorbei schob. «Es hätte zu diesem Zeitpunkt sein können, dass wir untergehen», sinnierte Wegmann später. Doch ihre langjährige Erfahrung als Spielerin lehrte sie auch, «dass ein Drei-Tore-Rückstand so früh in einer Partie nicht vorentscheidend sein muss, dass genügend Zeit bleibt um zu reagieren, solange das Selbstvertrauen stimmt und die Qualität vorhanden ist».

Tatsächlich traf Seraina Ulber zwei Minuten vor Ablauf des ersten Abschnitts wie aus dem Nichts zum 2:3 - und führte damit die Wende herbei. Statt 1:4 hiess es nun 2:3, und das schien auch Dietlikon zu beschäftigen: Acht Sekunden später nutzte Tiia Ukkonen die Dietliker Schockstarre zum Ausgleich. Fortan verlief die Partie ausgeglichener, wobei die Churerinnen, auch weil Dietlikons Nationaltorhüterin Monika Schmid einen ihrer schlechteren Tage erwischte, mehr Grund zum Jubeln bekamen: Nach 40 Minuten führten sie 5:4, im Schlussdrittel zogen sie auf 7:4 davon.

Am Ende setzte sich Piranha mit 7:5 durch, und Gina Wegmann, die bis vor wenigen Tagen noch «mein Dasein als Fan genoss», durfte sich nach ihrem siegreichen Trainer-Einstand zufrieden zurücklehnen, die Momentaufnahme mit Piranha auf der Leaderposition geniessen und sagen: «Für heute bin ich restlos zufrieden.»


Piranha Chur - Dietlikon 7:5 (3:3, 2:1, 2:1)
Gewerbliche Berufsschule. - 315 Zuschauer. - SR Lehmann/Manser.
Tore: 2. Zwinggi (Sgier) 1:0. 7. Bärtschi (Streiff) 1:1. 11. Bachmann (Schmucki) 1:2. 14. Wiki (Wüthrich) 1:3. 18. (17:53) Ulber (Zwinggi) 2:3. 19. (18:01) Ukkonen (Luomaniemi) 3:3. 21. Karjalainen (Ludwig) 4:3. 30. Bärtschi (Hermann) 4:4. 34. Zwinggi (Sgier/Ausschlüsse Ulber; Zellweger) 5:4. 49. Putzi (Zwinggi) 6:4. 55. Sgier (Putzi) 7:4. 60. Wiki (Wüthrich) 7:5 (Dietlikon ohne Torhüterin).
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Piranha Chur, 1-mal 2 Minuten gegen Dietlikon.
Piranha Chur: Heini; Marti, Sgier; Karjalainen, Luomaniemi; Paschoud, Handl; Putzi, Ulber, Zwinggi; Ludwig, Ukkonen, Lackova; Dominioni, Gredig, Fausch.
Dietlikon: Schmid; Wüthrich, Lindén; Altwegg, Streiff; Stella, Zellweger; Hollenstein; Wicki, Weiss, Güttinger; Ackermann, Bärtschi, Hermann; Bachmann, Gämperli, Schmucki.
Bemerkungen: Piranha Chur ohne Campa, Dietlikon ohne Pedrazzoli, Vögeli, Wuffli und Zimmermann. - Lattenschüsse: 2. Altwegg, 32. Zwinggi. - 25. Lindén verletzt ausgeschieden (Bänderverletzung am Fuss). 58. (57:59) Time-out Dietlikon. Ab 57:59 Dietlikon überwiegend mit sechs Feldspielern. - Putzi und Bärtschi als beste Spielerinnen ausgezeichnet.

Zeitungsbericht "Schweiz am Sonntag"

 

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Tabellen

1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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