09.
2009
Piranhas Arroganz nicht bestraft
„Arroganz zahlt sich nicht aus", zeigte sich Piranha-Coach Mark van Rooden kurz nach Ende der Partie noch immer verärgert. Um dann aber versöhnlich anzufügen: „Ein Sieg macht immer Freude." Was war passiert? Sein Team hatte eine 3:1 Führung der Red Ants bei Spielhälfte bis vier Minuten vor dem Ende in eine 4:6 Führung umgewandelt. Die Entscheidung schien gefallen, als mit Andrea Eberle auch noch eine Winterthurerin nach einem Dutzenfoul auf die Strafbank geschickt wurde. Doch anstatt den siebten Treffer zu suchen, liess Piranha nur den Ball und die Uhr laufen. Bis es Andrea Hofstetter zu bunt wurde. Die Internationale erkämpfte sich den Ball, liess zwei Bündnerinnen stehen und verkürzte auf 5:6. Kurz darauf fassten die Red Ants eine weitere Strafe, diesmal wegen einem Wechselfehler. Piranha schien aus dem vorangegangen Powerplay nichts gelernt zu haben - Sekunden später traf Julia Suter in Unterzahl nur den Pfosten... Erst danach brachte Piranha die letzten Sekunden der Partie sicher über die Runden.
Reaktion gezeigt
Das erste Drittel war ein typisches Saisoneröffnungsdrittel gewesen, ohne hohes Tempo und mit vielen Ballverlusten auf beiden Seiten. Der erste Treffer der Saison fiel bezeichnenderweise durch ein Eigentor, nachdem Flurina Marti den Abschluss gesucht hatte. Danach entwickelte sich auch ein Duell der Coaches. Rolf Kern reagierte als erster und reduzierte sein Team ab dem zweiten Abschnitt auf zwei Linien, was sofort zu mehr Intensität und zwei Treffer führte. Van Rooden reagierte mit der gleichen Massnahme, die prompt den gleichen Effekt zeigte - Elina Kujala sorgte mit zwei Treffern kurz vor Drittelsende für das 3:3 nach 40 Minuten. Überhaupt war die Finnin (drei Treffer), zusammen mit ihrer Schwester Karoliina (ein Tor, zwei Assists) das ausschlaggebende Element für den Sieg der Bündnerinnen. Die Reaktion brachte Piranha drei nicht unverdiente Punkte zum Saisonstart und einen Schub Selbstvertrauen im Hinblick auf den bereits in der nächsten Runde anstehendenen Spitzenkampf gegen Meister Dietlikon. Die Red Ants hingegen vermochten noch nicht an die in der Europacup-Qualifikation gezeigte Leistung anzuknüpfen. Die zweifache Torschützin Daniela Stettler: „Bis zum 3:1 hatten wir Piranha gut im Griff, aber vor allem im letzten Drittel spielten wir zu kompliziert und brachten kaum noch Kombinationen zustande."
Red Ants Rychenberg - Piranha Chur 5:6 (1:1, 2:2, 2:3)
Oberseen, Winterthur - 200 Zuschauer
SR: Brändle / Niedermann
Tore: 12. Eigentor 0:1. 17. Stettler (Dirksen) 1:1. 22. Stettler (Kathriner) 2:1. 30. Eberle (Dirksen) 3:1. 38. E. Kujala (K. Kujala) 3:2. 40. E. Kujala (Gabathuler) 3:3. 41. Marti (Rüttimann) 3:4. 49. K. Kujala (E. Kujala) 3:5. 55. Hofstetter (Ausschluss Marti) 4:5. 56. E. Kujala (K. Kujala) 4:6. 58. Hofstetter (Ausschluss Eberle!) 5:6
Strafen: Red Ants 3x2 Minuten; Piranha 1x2 Minuten
Red Ants: Tschümperlin; Eberle, Casutt; Auer, Timmel; Kunz; Stettler, Dirksen, Kathriner; Suter, Hofstetter, Scheidegger; Arpagaus, Frick, Meienhofer
Piranha: Vitetti; Gabathuler, Streiff; Arpagaus, Bürgi; Rossier, Wegmann; K. Kujala, Rüttimann, Putzi; Russi, E. Kujala, Ulber; Marti, Zwinggi, Kornberger
Bemerkungen: Red Ants ohne Nötzli (krank), Malmberg (verletzt). Piranha ohne Anderegg (verletzt). 60. Pfostenschuss Suter. 58.46 Time-Out Red Ants und Piranha