01.
2016
Piranhas Kriechgang geht weiter
Schweizermeister Piranha Chur muss die vierte Niederlage in Serie hinnehmen. Gegen das sechstplatzierte Zug United zeigten die Churerinnen bei der 3:4-Heimniederlage nach Penaltyschiessen eine biedere Vorstellung.
Die Nerven der 102 Zuschauer wurden gestern in der GBC arg strapaziert. Erst im Penaltyschiessen wurde das vorgezogene Spiel zwischen Piranha Chur und Zug United entschieden. Die Zugerinnen behielten dabei die besseren Nerven und verwandelten alle ihre Versuche. Für Chur traf einzig Ramona Ludwig.
Zuger Bollwerk
Eine bittere 3:4-Niederlage, die sich schon in der regulären Spielzeit andeute. Die Churerinnen waren zwar wie erwartet mehr in Ballbesitz, das Aufbauspiel auch gefällig, aber gleichzeitig durchsichtig. Gegen die vielbeinige Zuger Abwehr fehlte der Überraschungsmoment und die Spritzigkeit. So entstanden wenig klare Torchancen und was aufs Tor kam, war meist sichere Beute der starken Hüterin Krista Nieminen. Diese hatte übrigens ihr ganz eigenes Erfolgsrezept: In den Pausen liess sie sich vom Ersatzgoalie jeweils warmschiessen.
Entgegen kam den Zugerinnen die frühe Führung durch Emmi Niemelä (3.), einer von sechs Finninnen. Erst in der 25. Minute glich die aufgerückte Churer Verteidigerin Ladina Sgier aus. Wie das keck aufspielende Zug aber kurz das Tempo erhöhte und nur zwei Minuten später das 2:1 schoss, war durchaus bemerkenswert. Wiederum musste Piranha lange auf den Ausgleich von Sonja Putzi (38.) warten. Erst in der 58. Minute stocherte Ramona Ludwig den Ball zum 3:3 über die Linie. Wenige Sekunden zuvor hatte Niemelä Zug zum dritten Mal in Führung gebracht. Vor den beiden Toren hatte Piranha im vierminütigen Unterzahlspiel seine beste Phase.
Pause wie gerufen
Eines ist nach dem 3:4 klar: Nur an der Effizienz liegt die derzeitige Churer Baisse nicht. Die Piranhas durchlaufen eine ähnliche Phase wie Wiler-Ersigen nach der Heim-WM 2012. Bei den vielen WM-Teilnehmern ist der «Pfus» etwas draussen, dazu kommen einige angeschlagene - Katrin Zwinggi spielte gestern nur in Überzahl - oder verletzte Leistungsträgerinnen. Die Piranhas müssen nun versuchen, ihre Batterien wieder aufzuladen. Die zweiwöchige Pause kommt nun wie gerufen.
Piranha Chur - Zug United 3:4 (0:1, 2:1, 1:1, 0:0) n.P.
GBC. - 103 Zuschauer. - SR Schatz/Walter.
Tore: 3. Niemelä (Haakana) 0:1. 25. Sgier (Luomaniemi) 1:1. 27. Ott (Mäkelä) 1:2. 39. Putzi (Marti) 2:2. 57. (56:42) Niemelä (Mäkelä) 2:3. 58. (57:00) Ludwig 3:3.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Chur, 1mal 2 Minuten gegen Zug.
Penaltyschiessen: Kuhlmann 0:1, Ludwig 1:1, Haakana 1:2, Luomaniemi -, Niemelä 1:3, Paschoud -, Holmberg 1:4.
Chur: Hosig; Sgier, Marti; Gredig, Handl; Luomaniemi, Ludwig, Putzi; Dominioni, Lackova, Paschoud; Zwinggi; Dellagiovanna.
Zug: Nieminen; Oksman, Haakana; Gasner, Reinstadler; Mäkelä, Ott, Niemelä; Hagg, Luck, Schibli; Holmberg, Kuhlmann, Felder; Kessler.
Bemerkungen: Chur ohne Ulber, von Rickenbach. - Sgier und Nieminen als beste Spielerinnen ausgezeichnet.
Zeitungsbericht "Die Südostschweiz"