01.
2011
„Das Team kommt mit den Veränderungen gut zurecht“
Nico Scalvinoni steht in seiner sechsten Saison bei den Grasshoppers. So treffsicher wie in dieser Saison war er allerdings noch nie, bereits im Januar hat er seine bisherige persönliche Bestmarke übertroffen. Vor Wochenfrist etwa gelang ihm ein Fünferpack. Damit trug er wesentlich dazu bei, dass GC die zweitproduktivste Offensivabteilung aufweist und an der Tabellenspitze mitmischt. Zusätzlich gelang den Zürchern mit dem 10:5-Sieg über WaSa im Halbfinal der erstmalige Einzug in den Cupfinal.
Nico, GC qualifizierte sich trotz einem 0:4-Rückstand erstmals für den Cupfinal. Habt ihr zwischenzeitlich nicht etwas gezittert?
Das war in der Tat ein herber Dämpfer am Anfang. Zum Glück konnten wir nach dem Time-Out rasch reagieren und noch vor der ersten Drittelspause den Anschluss wieder herstellen. Das war ausschlaggebend für den letztlich sicheren Finaleinzug, über den wir uns sehr freuen. Die meisten von uns stehen ja erstmals überhaupt in einem Endspiel um einen Titel.
Auch in der Meisterschaft seid ihr auf Kurs und liegt aktuell auf Rang zwei. Gehen der Trainerwechsel vor Saisonbeginn, der Ausfall von Alex Bodén und der Abgang von Cepek reibungslos an euch vorbei?
Im Moment gelingt es uns gut, diese Veränderungen auf allen Positionen wegzustecken. Glück im Unglück bei Bodén war, dass er von Anfang an weg war, so dass wir bereits früh andere Konstellationen einspielen konnten. Beim Wegzug von Cepek war besonders ärgerlich, dass die super funktionierende erste Linie auseinander gerissen wurde. Grüter zeigt an seiner Centerposition jetzt auch eine gute Leistung, hat seine Stärken aber vorwiegend in der Defensive.
In eurer Linie ist es auch zu Umstellungen gekommen, Thomsson spielt jetzt zwischen dir und Parli. Wie klappt das?
Soweit ganz gut. Unsere Linie hat glaub noch selten so wenige Tore erhalten wie in diesen drei Spielen. Thomsson passt auch als Typ gut zu uns, er hat immer gute Ideen und ist motiviert. Klar kann er Cepek nicht ersetzen, er bringt jedoch die dadurch verloren gegangene Stabilität wieder zurück, sowohl im gewöhnlichen Spiel wie auch im Powerplay.
Du persönlich schlägst auch tüchtig zu und hast deine Bestmarke aus dem Vorjahr bereits übertroffen. Hast du viel Schusstraining gemacht im Sommer oder worauf führst du das zurück?
Ich weiss es nicht, eigentlich habe ich nicht viel anders gemacht als sonst. Viel hängt damit zusammen, dass ich gut begonnen habe, bisher durchziehen konnte und dadurch einen Haufen Selbstvertrauen aufbauen konnte. Ich investiere auch viel und verrichte harte Arbeit, um zu Chancen zu kommen, das sieht man vielleicht weniger. Nicht zuletzt kommt mir natürlich entgegen, dass es toll ist, mit einem Parli in guter Form zusammenzuspielen.
Als einzige Mannschaft steht ihr an den zweiten Mobiliar Games am Wochenende gleich doppelt im Einsatz. Am Samstag trefft ihr auf Grünenmatt, am Sonntag auf die Jets. Zwei weitere Siege?
Ja, das sind ganz klar sechs budgetierte Punkte. Kloten ist ein gefährlicher Gegner und im Moment auf dem aufsteigenden Ast. Aber spielen wir unser Unihockey, sollte es einen Sieg geben. Wir müssen daran arbeiten, unsere Startprobleme zu überwinden. Das beginnt bereits im Training, gibt es in einem 20-minütigen Spielteil ein Resultat von 5:5, ist sicher irgendwas schiefgelaufen. In den letzten drei Spielen haben wir stets in den ersten fünf, zehn Minuten mehrere Gegentore erhalten. Es spricht aber für uns, dass wir jeweils reagieren konnten - und kriegen wir das in den Griff, wird es sicher noch schwieriger, uns zu schlagen.