09.
2020
Auch ohne Hofbauer Favorit
Heute blicken wir in unserer Saisonvorschau etwas genauer auf den SV Wiler-Ersigen, die Tigers Langnau und den UHC Uster. Gelingt den Zürcher Oberländern nach einem Jahr Abstinenz wieder die Playoff-Qualifikation? Wie geht der Generationen-Umbruch im Emmental voran? Und wie verkraftet der Rekordmeister den Abgang von Matthias Hofbauer?
SV Wiler-Ersigen:
Kader: Zwar fehlt dem SVWE nach den Abgängen von Hofbauer, Känzig und Bischofberger eine menge Erfahrung und Qualität, die nicht kompensiert wurde. Die Mittelgeneration um Alder, Rentsch, Hollenstein, Affolter, Menetrey und den Mutters hat aber im letzten Jahr weitere Fortschritte erzielt. So hat Wiler auch eine dritte Formation, die ein Spiel entscheiden kann. Erst im Extremfall wird Thomas Berger auf zwei Linien runter gehen - dann hat er bei den Top-Ten die Qual der Wahl. Mit Savonen, Pysly, Väänänen und Dudovic sind auch die Ausländerspositionen hervorragend besetzt. Bürki und die beiden finnischen Verteidiger sind wohl die drei besten Verteidiger der Liga.
Taktik: Im Spiel mit Ball will Thomas Berger absolute Kontrolle und Sicherheit. Die Auslösungen werden mit viel Geduld gespielt, im Festsetz-Spiel ist der Rekordmeister wohl immer noch das beste Team. In der Defensive wird im 2-1-2-System auf Fehler des Gegners gewartet, manchmal aber auch mit zwei Mannen bis in die gegnerische Hälfte gepresst.
Keyplayers: Die drei Finnen sind Dreh- und Angelpunkt im Wiler-Spiel. Auch Bürki nimmt in der Spielauslösung eine wichtige Rolle ein.
Newcomer: Gianluca Persici hat im Nachwuchs ohne Ende geskort. In der U18 hat er einmal sogar die 100er-Marke übertroffen!
Aussichten: Wiler-Ersigen hat zwar etwas an Qualität eingebüsst, ist aber nach wie vor das konstanteste Team der Liga. Ausrutscher leisten sich die Emmentaler nur selten. Deshalb wird dem SVWE der Qualifikationssieg nicht zu nehmen sein.
Tipp: Rang 1.
UHC Uster
Kader: Mit Martin Prazan tätigte Uster einen cleveren Transfer. Der Tscheche ist nicht nur physisch stark, sondern bringt auch die technischen Fähigkeiten mit, um die zweite Abwehrreihe hinter Florian Bolliger und Marco Klauenbösch im Spiel mit Ball zu verstärken. Im Sturm müssen Spieler wie Stäubli oder Schläpfer den nächsten Schritt machen, weil es sonst hinter den Routiniers an Breite fehlt. Von Captain Raphael Berweger dürfen nach zwei schwierigen Jahren wieder mehr Punkte erwartet werden.
Takitk: Simon Meier ist nach zwei Jahren wieder zurück hinter der Ustermer-Bande. Er lässt seine Teams immer attraktives und mutiges Unihockey spielen. Heisst: sowohl in der Defensive wie auch in der Offensive aktiv bleiben. Im Spiel mit Ball viel Bewegung und ohne Ball des Öfteren zu einem Pressing ansetzen. Nur hinten reinstehen wird Uster nicht, vorne fehlt es oft noch an der Effizienz.
Keyplayers: Simon Suter hat das Toreschiessen im Blut. Ähnlich wie Köniz' Manuel Maurer kann man ihn fast nicht kontrollieren, weil er sich immer vom Gegenspieler davonschleicht und auf dem weiten Pfosten lauert.
Newcomer: Über den knapp 18-jährigen Claudio Schmid werden die besten Dinge erzählt. Warum dem so ist, hat der Stürmer in der Vorbereitung gezeigt. Er könnte sich einen Platz unter den sechs besten Stürmern ergattern.
Aussichten: Nach zwei Playoff-Teilnahmen in Folge, fielen die Zürcher Oberländer im letzten Frühling hart auf den Boden der Realität. Trat der Schlendrian ein, weil man sich bereits für ein gestandenes Playoff-Team hielt? Simon Meier wird dieses Gespenst vertreiben und seinen Mannen wieder kämpfen lehren. Am Ende wird es knapp für die Playoffs reichen.
Tipp: Rang 8.
Unihockey Tigers Langnau
Kader: Die Verjüngungskur geht im Emmental weiter voran. Mit Lukas Meister und Christian Beer hörten zwei der besten Verteidiger auf. Dazu verliessen auch Yannick Glauser - er war in jeder Saison für 30 Punkte gut - und Center Jonas Guggisberg den Verein. Glauser bildete zeitweise mit Simon Flühmann eine der gefährlichsten Flügelzangen der Liga. Als Ersatz wurde Marc-Oliver Gerber von den Lions Konolfingen reaktiviert. Wenn auch Thomas Gfeller nach seiner schweren Knieverletzung wieder ganz fit ist, könnten die drei ein äusserst produktives Sturmtrio bilden.
Taktik: Die Langnauer Tugenden sind schon seit Jahren: kämpfen und aus allen Lagen schiessen. In der Defensive spielen die Tiger ein Steuersystem. Allerdings nicht in einer klassischen W-Aufstellung, wie beispielsweise Köniz. Die Verteidiger spielen viel konsequenter auf den Mann. Simon Flühmann geniesst Freiheiten und steuert mit seiner Linie oft höher als seine Teamkollegen, was dann einem 2-2-1-System nahekommt.
Keyplayers: Thomas Gfeller wäre ein Schlüsselspieler. Allerdings dürfte der Center noch eine Zeit lang brauchen, bis er wieder seine Form erlangen wird. Simon Flühmann wird nicht müde, auch im hohen Unihockey-Alter weiter zu skoren. Und Stefan Siegenthaler ist der Abwehrpatron mit extrem viel Feuerkraft von der «blauen Linie».
Newcomer: Janis Lauber hat sich in der letzten Spielzeit mit erfrischenden Auftritten einen Stammplatz ergattert und ist bereit für eine grössere Rolle. Matteo Steiner (Jahrgang 2002) wird dasselbe in dieser Saison zugetraut.
Aussichten: Der Umbruch hält im «Tal der heulenden Winde» weiter Einzug. Eine Linie kann die Playoffs im Alleingang nicht erreichen - die Jungen müssen weitere Erfahrungen sammeln.
Tipp: Rang 10
Ranglisten-Tipp nach der Qualifikation der unihockey.ch-Redaktion:
1. SV Wiler-Ersigen
2.
3.
4. UHC Alligator Malans
5.
6. UHC Waldkirch-St. Gallen
7.
8. UHC Uster
9.
10. Tigers Langnau
11.
12. Ad Astra Sarnen