18.
05.
2007
NLA Männer | Autor: Voneschen Reto

Aus der Traum

Die Titelverteidigung ist gescheitert: Die Schweizer Damen Unihockey Nationalmannschaft verlor das gestrige Halbfinale gegen Schweden mit 1:3. Im Bronzespiel treffen die Schweizerinnen heute auf Lettland (14 Uhr).
Aus der Traum
Ein physisch intensives Spiel wurde im Vorfeld mehrfach erwartet - wie resolut die grossgewachsenen Schwedinnen ihren Körper aber einsetzten, war überraschend. Die Schweizerinnen hatten mit dem harten Spiel ihre liebe Mühe. Kamen sie zu gefährlichen Abschlüssen, waren sie meist zu entkräftet um Schwedens Torhüterin Sofia Pettersson ernsthaft zu gefährden. Nur in der 39. Minute nach einem Freischlag konnte Sara Schäfer sie bezwingen. 0:2 lag das Schweizer zu diesem Zei tpunkt bereits zurück. Hanna Lundström verwertete einen umstrittenen Penalty (19.) und Karolina Widar bestrafte einen Fehler der Schweizer Abwehr umgehend mit dem zweiten Treffer (29.). Im Schlussabschnitt versuchte Nationaltrainer Felix Coray mit verschiedenen Rochaden und schliesslich einer zusätzlichen Feldspielerin den Ausgleich zu erzielen. 34 Sekunden vor Schluss liess Camilla Nilsson mit dem 3:1 ins leere Tor alle Schweizer Goldträume sterben.

Coray bereut Aufstellung
Überraschend setzte Coach Coray zu Beginn der Partie auf die junge Daniela Stettler an der Seite von Mirca Anderegg, ebenso kam Andrea Hofstetter als vierte Verteidigerin im zweiten Block zum Einsatz. Ein Aufgebot, das Coray nach Spielschluss bereute. „Ich hätte eine offensivere Aufstellung wählen sollen", ärgerte sich der Naticoach und nahm einen Teil der Niederlage auf seine Kappe. Mit verschiedenen Rochaden - Andrea Benz und Martina Mätzener wurden bei Spielhälfte eingewechselt - versuchte er die Ausrichtung zu korrigieren. Eine nachhaltige Wirkung auf das Schweizer Spiel war aber nicht zu erkennen. Dafür umso mehr, dass einige Spielerinnen augenscheinlich nicht in Form waren - oder durch das harte Spiel nicht zur Entfaltung kamen. Trotzdem konnten die Schweizerinnen das Spiel ausgeglichen gestalten und kassierten aus dem Spiel heraus nur einen Treffer. Ein erneuter Finaleinzug wäre jedenfalls durchaus im Bereich des Möglichen gelegen.

Überforderte Schiedsrichter
Nicht entgegen kam den Schweizerinnen auch die Regelauslegung der überforderten tschechischen Refrees. „Es ist so, wie es ist", kommentierte Teamcaptain Simone Berner die Leistung der Schiedsrichter - einen nachvollziehbaren Massstab fanden die beiden aber zu keinem Zeitpunkt. Das resolute „Aufräumen" im schwedischen Torraum erinnerte zwischenzeitlich mehr an Freistilringen, denn an ein Unihockeyspiel... Schwedens Nationaltrainer Jan-Erik Vaara - als Spieler früher selber ein eisenharter Verteidiger - freut sich jedenfalls über diese Entwicklung. „An erster Stelle soll das physische Spiel kommen, erst danach der Rest", meinte Vaara nach der Partie. Eine Meinung, die wohl nicht jeder mit ihm teilt. Weiter geht es für die Schweizerinnen am Samstag um 14 Uhr mit dem Bronzespiel voraussichtlich gegen Lettland.


Schweiz - Schweden 1:3 (0:1, 1:1, 0:1)
Arena-Nord Frederikshavn (DEN). - 800 Zuschauer. - SR Cerny/Janousek (CZE)
Tore: 19. Lundström (Penalty) 0:1, 29. Widar (Nilsson) 0:2, 39. Schäfer (Berner) 1:2, 60. Nilsson (Lundqvist/ins leere Tor) 1:3.
Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
Schweiz: Tomatis; Berner, Bürgi (ab 41. Rittmeyer); Hofstetter, Breitenstein; Schäfer, Kundert, Stadelmann; Stettler (ab 28. Benz), Anderegg, Morf (ab 28. Mätzener); Rittmeyer.
Schweden: Pettersson; Renström, Samuelsson; Lundberg, Holmbom; Anna Lundström, Rhöös; Dahlerus, Kristoffersson, Lundqvist; Lindström, Wendelstig, Hanna Lundström; Widar, Nilsson, Sahlin.
Bemerkungen: Schweiz ohne Rüegg, Jud, Wüst, Flückiger, Kathriner, Koller (alle Ersatz).

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