08.
04.
2005
NLA Männer | Autor: Keller Damian

Briefaktion sorgt für Unmut

„Swiss Unihockey unterstützt den SVP-Regierungsratskandidaten Bruno Heinzelmann“ – so zumindest kam es bei den Zürcher Unihockeyanerinnen an, die Post von Renato Orlando bekommen haben. Ein total unnötiges Eigentor.

Für die Nicht-Zürcher und Nicht-Forumsleser zur Rekapitulation: Die Zürcher Unihockeyaner haben am 1. April – leider kein Scherz – Post vom Verband erhalten. Inhalt: Eine von ZV-Präsident Renato Orlando unterschriebene Wahlempfehlung inklusive Flyer für den Regierungsratskandidaten der SVP, Bruno Heinzelmann. Im Forum von unihockey.ch war sofort Hochbetrieb. Zurecht, handelt es sich dabei doch klar um eine Statutenverletzung des Verbandes, der politisch neutral handeln muss. Von einer Entschuldigung und dem Einsehen, falsch gehandelt zu haben, spürt man bei Orlando wenig. Gegenüber unihockey.ch schrieb er (auszugsweise) „Man muss sich nicht wundern, warum es immer schwieriger wird, Ehrenamtliche zu finden, wenn, wie jetzt erlebt, so viele primitive und abscheuliche Reaktionen folgen. Die anständigen und auch berechtigten Einwände habe ich beantwortet!“. Und weiter: „Obschon ich eigentlich immer noch für eine freie Meinungsäusserung bin, würde ich so eine Aktion natürlich nicht mehr machen“.

2000 Franken aus der Verbandskasse

Auf unsere Frage, wer den Versand bezahlt habe, gab er keine Antwort. Tele Züri dagegen vermeldete, dass der A-Post-Versand an rund 1500 Personen rund 2000 Franken gekostet habe. Beim Verband versicherte man, dass es sich „keinesfalls um Mitgliederbeiträge handelte, sondern um Bussengelder“. Vielleicht folgt zu einem späteren Zeitpunkt noch die Erklärung, wieso dies ein Unterschied sein soll. Es wird an den Vereinen liegen, den oder die Urheber des statutenwidrigen Briefversandes haftbar zu machen, um den Betrag der Verbandskasse wieder zuzuführen und künftige Fälle dieser Art zu vermeiden. Denn der Heinzelmann-Brief war keine Premiere – gemäss Orlando habe vor einigen Jahren schon im Kanton Bern so eine Aktion stattgefunden, damals habe das niemanden gestört...

Kontraproduktives Verhalten

Heinzelmann
„Ich bin in keiner Partei und war noch nie parteipolitisch tätig. Ich bin ein Verfechter des Sports und möchte, dass der Sport in der Schweiz endlich seine Daseinsberechtigung hat und auch politisch anerkannt wird. Das waren meine einzigen Beweggründe. Es war keine böse Absicht dahinter“ schreibt Orlando weiter.
Unihockey braucht eine bessere Verankerung in Politik und Wirtschaft, gewiss. Networking ist wichtig, sicher. Aber doch nicht so. Mit einer solchen Aktion bringt man sämtliche Nicht-SVP-Politiker gegen sich auf – und das sind mehr als 75% in diesem Land. Die Versandaktion war also nicht nur statutenwidrig, sondern auch kontraproduktiv und naiv, um ein nettes Wort zu gebrauchen.

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1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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