12.
2025
Britts Premiere
Nachdem sich die Wege von Alligator Malans und Thomas Berger getrennt haben, rückte Patrick Britt in die Rolle des Chefs auf - zum ersten Mal nach 22 Jahren als Assistent. Zwei Spiele, zwei Siege - Alligator ist zurück im Playoff-Geschäft.
Als Alligator Malans im Sommer 2003 vermeldete, der 26-jährige Patrick Britt (ab 1994 Spieler bei den A- und Elite-Junioren, ab 1998 Assistenz- und schon nach einem Jahr Cheftrainer der Elite-Junioren) rücke als Assistent Stefan Petterssons in den Staff des NLA-Teams auf, konnte niemand ahnen, was folgen würde. Die Chefs - in aller Regel aus Schweden oder Finnland - kamen und gingen, Patrick Britt blieb.
Am letzten Samstag beim Gastspiel der Malanser in Winterthur war Britt zum ersten Mal offiziell das, was er nicht sein will - der Chef. Assistiert vom Sportchef Peter „James" Lüthi. Die beiden sprangen in gleicher Form 2015 bereits einmal ein, als sich der Verein zum fast gleichen Zeitpunkt in der Saison vom Schweden Daniel Hahne trennte. Damals war aber Lüthi offiziell der Cheftrainer, bis mit Esa Jussila drei Wochen später ein Hochkaräter als neuer Headcoach gefunden wurde.
Wie war die Premiere als Chef?
Patrick Britt: Ich habe es mir nicht ausgesucht, dass ich als Chef hingestellt oder bezeichnet werde. Ich treffe gerne Entscheidungen, aber wir sind als Staff ein Team und auch die Mannschaft ist nach zwei schwierigen Wochen zusammengerückt. Wir hätten ja eigentlich eine gute Mischung im Kader.
War für dich klar, dass du in die Hosen musst, als der Verein vermeldete, den Vertrag mit Thomas Berger nach dieser Saison nicht zu verlängern? Man sah ja schon bei Wiler-Ersigen, was in einem solchen Fall passiert.
Ja, ich sah es kommen. Das ist halt seine Art. Aber es ist wie in einer Ehe - es kann der Punkt kommen, an dem es einfach nicht mehr stimmt. Dann ist es besser, sich zu trennen. Jetzt geht es weiter. Auf mich wirkte das Team befreit.
Was wünschst du dir zu Weihnachten - einen neuen Chef, damit du wieder offiziell der Assistent bist, oder lieber einen neuen Stürmer, der bis Ende Saison noch 30 Tore schiesst?
Wenn das Christkindli genau zuhört, gibt es vielleicht beides (lacht). Aber im ernst: Ein neuer Cheftrainer wäre ideal. Aber wo finden? In der Schweiz ist das fast unmöglich und wir wollen keinen, der zu diesem Zeitpunkt ganz ohne Vereinskenntnisse von extern kommt. Wir müssen einfach das beste aus der Situation machen.
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Patrick Britt mit Sportchef Peter Lüthi. (Bild: Dieter Meierhans)
Nach zwei Spielen mit zwei Siegen gegen den HCR und Uster reduziert der Vorstand vielleicht die Anstrengungen bereits, einen Neuen zu finden?
Ich hoffe nicht. Ich arbeite „nebenbei" 100 Prozent und ein Team zu führen ist anstrengend, auch wenn die Hilfe von James Lüthi und anderen vorhanden ist.
Wie wichtig war der Sieg beim HCR bei deinem „Einstand"?
Sehr. Nicht nur, weil ich noch nie in der Axa Arena gewonnen habe (lacht). Ich versuchte, seit letzter Woche die Freude ins Team zurückzubringen und sah bei diesem Spiel so grosse Emotionen wie schon lange nicht mehr. Es fühlte sich fast wie ein Derby an.
Und Alligator lebt von solchen Emotionen?
Etwas Hauruck und Ghetto, das war schon zu Zeiten von Tim Braillard, Remo Buchli, Kevin Berry und Claudio Laely unsere Art. Sechs Tore bekommen? Dann müssen wir halt eines mehr schiessen. Ein ruhiger Spielaufbau ist nicht unser Weg.
Das löst aber auch Stress beim Chef aus, nicht? Zweimal vergab der HCR kurz vor Alligator-Toren nach Fehlern grosse Chancen, es hätte auch anders laufen können.
Weisst du, Unihockey ist so ein fehlerhafter Sport. Alle machen Fehler, abstellen kannst du die nicht...
... ausser vielleicht, es stünden fünf Rasmus Enströms auf dem Feld.
Ja, aber die hat niemand. Also musst du Fehler akzeptieren, dich nicht davon verunsichern lassen, positiv bleiben und daraus lernen. Das braucht nun etwas Zeit, das Team ist gefordert. Aber das kommt, ich habe keine Angst.
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Jäger, Hartmann und Volkart feiern den Siegtreffer in Winterthur. (Bild: Dieter Meierhans)