04.
2010
„Daran muss man sich erst mal gewöhnen“
Über 400 NLA-Spiele, fünf Meistertitel und ein Cupsieg. Dazu 70 Länderspiele und drei WM-Medaillen. Dies eindrücklichen Zahlen der Karriere von Tom Weber, die nach 16 Jahren nun zu Ende ist.
Tom, ihr habt heute zum ersten Mal nicht deutlich verloren, was war anders als in den ersten drei Partien?
Wir fanden endlich die defensive Disziplin wieder und konnten die Fehlerquote tief halten. Wir liessen dem Gegner im Slot wenig Raum und drängten sie nach aussen. So gab es nicht mehr so viele gefährliche Schüsse.
Warum hat das in den anderen Spielen nicht geklappt?
Wir spielten teilweise naiv und ermöglichten Wiler zu viele einfachen Tore. Fast allen Spielern fehlte die Finalerfahrung. Daran muss man sich erst mal gewöhnen. Wiler hat es da einfacher. Für sie ist es Standard im Final zu stehen.
Konntest du noch von der Finalerfahrung mit Rot-Weiss Chur profitieren?
Nicht direkt von der Erfahrung von damals. Eher von der Erfahrung über die ganze Karriere. Da gab es einige wichtige Spiele.
Und warum habt ihr heute trotzdem verloren?
Am Schluss haben wir doch wieder zu viele Fehler gemacht. Und Wiler nutzt diese halt eiskalt aus. Dies lag sicher auch an der Müdigkeit. Wir mussten über die ganze Saison und in jedem Playoffspiel ans Limit gehen. Wiler kann praktisch immer mit drei Linien durchspielen und hat viel mehr Alternativen.
Du hast das letzte Spiel deiner Karriere verloren. Bist du trotzdem zufrieden mit dem Abschluss?
Ja, doch. Es ist immer schön vor so vielen Zuschauern zu spielen. Es war eine schöne Geste von Wiler, dass man mich nach dem Spiel verabschiedete und ich den Applaus geniessen konnte.
Du hast bei Rychenberg schon Juniorenteams trainiert. Werden wir Tom Weber auch in Zukunft als Trainer sehen?
Ich werde bereits nächste Saison eine Funktion im Trainerstab der ersten Mannschaft übernehmen. Welche genau wird sich zeigen.