02.
2011
Das Karussell dreht sich
Wie ein verspäteter Silvester-Knaller kam die Meldung im Januar, dass Thomas Bergers Vertrag nicht verlängert werde. Nach bisher sechs Meistertiteln in acht Jahren unter Berger will Wiler-Ersigen mit einem neuen Trainer die Mannschaft aus der Reserve locken. Ob Erfolgstrainer Berger Wiler-Ersigen auch verlassen wird, ist noch nicht klar. Die angebotene Stelle im Nachwuchsbereich hat er noch nicht abgelehnt, dafür gemäss "Berner Zeitung" bei zwei SML-Vereinen nachgefragt, wie deren Zukunftsplanung aussehe. Namen wollte er keine nennen, es dürfte sich aber um Köniz und Chur gehandelt haben.
In Köniz wird bald der Abgang von Trainer David Jansson (zurück zu Pixbo?) bekanntgegeben. Chur Unihockey-Sportchef Reto Weber gab auf Anfrage nur bekannt, dass man mit drei Kandidaten im Gespräch sei. Neben Berger dürfte auch der jetzige Trainer Remo Manser, welcher nur einen Vertrag bis Ende Saison hat, ein Thema sein. Gleiches gilt auch für Otto Moilanen, welcher mit seinen Qualitäten bei Lok Reinach wohl am falschen Ort ist.
Wer wird Wiler-Trainer?
Über den Namen des neuen SVWE-Trainers ranken sich bislang nur Gerüchte. Weit oben auf der Wunschliste - auch bei anderen Vereinen - dürfte der Klotener Heikki Luukkonen stehen, der mit den Jets derzeit Richtung Playoffs fliegt. Der Finne gilt als akribischer Arbeiter und Taktikfuchs. Möglich auch, dass Wiler-Sportchef Marcel Siegenthaler noch eine (schwedische?) Überraschung aus dem Ärmel zaubert. Ein Thema soll auch Tomas Trnavsky sein, welcher einst bei Wiler in der zweiten Mannschaft spielte und bei Grünenmatt bis jetzt noch nicht unterschrieben hat.
Verhandlungen werden auch in Malans geführt. Alligator möchte Petteri Nykky gerne behalten, doch hat dieser auch ein Angebot als Schweizer Nationaltrainer. Zudem lockt die Heimat. Bei einem Abgang stände möglicherweise der bisherige Sportchef Thomas Hitz als Kandidat bereit. Ein gewagteres Gedankenspiel wäre der Wechsel von Petri Kettunen, dem Nachfolger von Nykky beim finnischen Nationalteam. Kettunen, einst Assistenztrainer bei Malans, spricht schon lange von einer Rückkehr in die Schweiz. Und dass der finnische Naticoach problemlos auch noch eine Schweizer Equipe trainieren kann, hat Nykky unlängst deutlich bewiesen.
Nykky oder Schönbeck?
Klar ist die Situation bei den Langnau Tigers, wo das Trainerteam rund um Björn Karlen noch weiterlaufende Verträge hat, sowie bei Uster, wo Thomas Eriksson kürzlich ebenso unterschrieben hat. Genauso wie Magnus Svensson bei den Zürcher Grasshoppers. Auf eine Fortsetzung des Engagements von August Schärli hofft Waldkirch-St. Gallen. Fraglich bleibt dagegen der Aufenthalt von Rychenberg-Coach Lars Eriksson. Weniger aus sportlichen - trotz Playout-Spielen - als mehr aus familiären Gründen.
Noch keine Vollzugsmeldung gabs in der Causa "Nationaltrainer". Die Variante Nykky ist verführerisch, doch bleibt fraglich, ob sein aufwändiges Betreuersystem auch in der Schweiz praktikabel ist. Visionär Nykky denkt langfristig, möglicherweise kommt die WM 2012 dafür zu früh. "Logischer" wäre die Wahl von Johan Schönbeck, welcher seinerzeit bei Langnau hervorragende Arbeit ablieferte und die wilden Tiger mit einem cleveren Taktikkonzept noch gefährlicher machte. Ihm wäre durchaus zuzutrauen, dass er die Schweizer Nati in zwei Jahren in den Final führt. Denn genau das wäre das beste, was dem Schweizer Unihockey widerfahren könnte.