09.
2016
Der Glaube ans System
Der UHC Thun bleibt auch nach dem zweiten Wochenende sieglos. Sowohl gegen Waldkirch-St. Gallen (5:8) als auch die Tigers Langnau (7:11) fiel die Entscheidung in der Startphase.
Vorhaben und Realität klaffen manchmal weit auseinander. Gut in ein Spiel starten - das hatten sich die Akteure des UHC Thun für die Partien gegen Waldkirch-St. Gallen und die Tigers Langnau vorgenommen. So wie sie es im ersten Saisonspiel gegen GC geschafft hatten, als sie nach gut 10 Minuten mit 2:0 in Front gelegen waren.
Doch am vergangenen Wochenende lagen die Thuner zum gleichen Zeitpunkt mit 0:1 beziehungsweise 2:4 im Hintertreffen. Gegen die Tigers mussten sie 13 Sekunden vor der ersten Pause gar das siebte Gegentor hinnehmen. Die Hypothek, die sie sich im Startdrittel einfingen, sollte entscheidend sein. Denn mit fortlaufender Spieldauer kamen die Oberländer zwar jeweils besser in die Partie.
Gegen die St. Galler beispielsweise verkürzten die Thuner den Abstand in den letzten sieben Minuten von fünf auf zwei Tore. Die Aufholjagd aber kam zu spät. «Wir haben den Start verschlafen», sagt Captain Jonas Wettstein. Und: «Wir haben nicht gut gespielt, und so reicht es gegen keinen Gegner dieser Liga.»
Lindströms Devise
In der letzten Saison mussten die Thuner bekanntlich in den Auf-/Abstiegsspielen um ihren Platz in der NLA kämpfen. Heuer nun sollte es ruhiger werden. Mit drei Niederlagen zu Beginn der Meisterschaft und dem Ausscheiden im Cup gegen den B-Ligisten Regazzi Verbano UH Gordola (6:7 n. V.) ist zumindest der Auftakt in dieses Vorhaben missglückt. Doch die Thuner lassen sich darob nicht verunsichern.
Sie wollen sich Zeit nehmen, denn schliesslich steht in dieser Saison ein neuer Mann an der Bande: Andreas Lindström. Der Schwede coachte zuletzt in seiner Heimat und führte Gävle von der dritthöchsten in die höchste Spielklasse des Landes. Sebastian Thomann, der die Thuner in der letzten Saison zum Ligaerhalt geführt hatte, rückte als Assistent wieder ins zweite Glied.
Viel verändert habe sich durch den Wechsel nicht, meint Captain Wettstein, ausser das Spielsystem. Doch das sei durchaus positiv, denn während vier Jahren hätten die Thuner nun dasselbe oder ein ähnliches System gespielt. «Jetzt ist frischer Wind im Team.»
Lindström bezeichnet sich selbst als defensivorientierten Trainer. Oberstes Gebot für den 38-Jährigen ist eine organisierte Abwehr. Ein Merkmal, das die Thuner in der jungen Saison noch nicht oft ausgezeichnet hat. «Die Offensive gibt dir zwar die Möglichkeit, einzelne Spiele zu gewinnen, aber die Defensive gewinnt Spiele für dich», erklärt Lindström, der bereits einen gewichtigen Unterschied zwischen dem Spiel in seiner Heimat und demjenigen hierzulande festgestellt hat. «Schweizer Mannschaften sind offensiv stark, haben aber defensiv Mühe, in Schweden ist es eher umgekehrt.»
Das ambitionierte Ziel
Lindström verrät, dass sich seine Spieler das Ziel gesetzt hätten, in dieser Saison 30 Punkte zu holen. Das ist ambitiös, zumal die Oberländer zum Ende der vergangenen Spielzeit gerade einmal acht Zähler auf dem Konto hatten. Doch Jonas Wettsteins Glaube ist ungebrochen. «Wir haben gegen GC gesehen, dass es funktionieren kann, denn wir haben den Schweizer Meister gefordert», sagte er, auch wenn es noch etwas Zeit brauche, bis alle die Spielidee des Trainers verinnerlicht hätten. Sobald das so weit sei, würden auch die ersten Punkte gewonnen werden. «Alle glauben an das System. Es kommt gut.»
Quelle: Thuner Tagblatt