25.
01.
2013
NLA Männer | Autor: Schneeberger Jonas (SO)

«Derby mehr als ein 3-Punkte-Spiel»

Am Samstag steigt in Maienfeld das Derby zwischen Alligator Malans und Chur Unihockey (18 Uhr). Was Malans' Sandro Dominioni und Churs Jan Binggeli, die beiden Topskorer, zum prestigeträchtigen Spiel vor den Play-offs sagen.

«Derby mehr als ein 3-Punkte-Spiel» Jan Binggeli freut sich auf das Bündner Derby (Bild Erwin Keller)

Jan Binggeli und Sandro Dominioni, das nächste Bündner Derby steht vor der Tür. Habt ihr die Dämpfer vom letzten Wochenende, das Aus im Cup-Halbfinal, schon verdaut?
Sandro Dominioni: Noch nicht wirklich, die Niederlage gegen Grünenmatt liegt noch auf dem Magen. Es war bitter und auch ärgerlich, nicht zuletzt, weil wir im Penaltyschiessen verloren haben. Zudem war der Ball beim 4:5, wie Schiedsrichter Thomas Baumgartner am Tag danach einräumte, tatsächlich nicht im Tor. Aber daran lag es letztlich nicht. Grünenmatt spielte gut, wir nicht. Irgendwie hat sich die Niederlage abgezeichnet. Es lief schon in den vorangegangen Spielen nicht mehr nach Wunsch. Immerhin konnten wir diese noch gewinnen.
Jan Binggeli: Ich habe das Wochenende verdaut. Das 4:5 gegen Wiler-Ersigen war knapp, aber was solls, es gibt Schlimmeres.

Chur hat zudem am Samstag beim 5:9 gegen Rychenberg Winterthur drei wichtige Punkte im Hinblick auf die am 9. Februar beginnenden Play-offs liegen gelassen.
Binggeli: Das war dumm. Irgendwie war es fast klar, dass es so kommt. Wir waren nicht sonderlich fokussiert, fingen zwar gut an, führten 2:0, dachten danach aber, die Sache sei gelaufen. Mit dem Kopf waren wir schon beim Cupspiel gegen Wiler-Ersigen. Nun schauen wir aber nach vorne.

Es stehen am Wochenende nicht nur die beiden letzten Spiele vor den Play-offs auf dem Programm, sondern auch das Bündner Derby.
Binggeli: Ja, und das ist für uns alle mehr als ein normales 3-Punkte-Spiel. In den Köpfen ist das Spiel viel spezieller als die anderen. Im Schweizer Unihockey gibt es nicht viele Derbys wie dieses. Ich sags mal so: Wenn du verlierst, sagst du, es sei nur um die drei Punkte gegangen. Wenn du gewinnst, sprichst du von der Vorherrschaft in Graubünden. (lacht)
Dominioni: Die Spiele gegen Chur sind die geilsten. Auf sie freue ich mich immer am meisten. Es kommen viele Zuschauer, und die Stimmung ist gut.
Binggeli: Die Vorfreude ist gross. In Maienfeld gibts immer ein Spektakel, die Verantwortlichen überlegen sich jedes Mal etwas Spezielles und machen was Grosses daraus. Diese Derby- Atmosphäre macht enorm Spass.

In der Hinrunde gewann Chur 7:6. Sind am Samstag auf Malanser Seiten auch Revanchegelüste im Spiel?
Dominioni: Ein bisschen schon. Das Derby zu verlieren, ist nie schön. Es geht ums Prestige, und man läuft sich jeweils in der Stadt über den Weg.

Sie, Herr Binggeli, dürften mit Ihrer forschen Gangart und auffälligen Spielweise dabei einmal mehr im Fokus stehen.
Binggeli: Damit komme ich zurecht. Das liegt halt an meinem Stil. Ich habs mir nicht ausgesucht, bin irgendwie in diese Rolle hineingerutscht. Ich kanns jetzt nicht mehr ändern, es ist einfach so. Vielleicht hat es auch mit meiner Leistung zu tun. In den Derbys habe ich noch nie wirklich schlecht gespielt. Es ist ein bisschen wie damals bei Adrian Capatt, der gegen Rot-Weiss und Torpedo auch immer gut spielte und oft im Mittelpunkt stand. Vielleicht halte ich meinen Teamkollegen damit auch ein wenig den Rücken frei.

Sie wirken trotzdem ruhiger als früher. Täuscht der Eindruck?
Binggeli: Das sagen alle. Ein wenig stimmt es vielleicht, ich bin nicht mehr so extrem wie früher. Man wird ja auch älter. Ich kann aber auch anders.

Die knappe Ausgangslage im Rennen um eine gute Position bei der Wahl der Play-off-Gegner wertet das Derby zudem auf.
Dominioni: Ja, es geht noch um den zweiten Platz. Grünenmatt oder Rychenberg Winterthur wären sicher einfachere Gegner als GC oder Köniz, und die Ausgangslage im Halbfinal wäre auch besser. Theoretisch könnten wir sogar noch Erster werden.
Binggeli: Wir brauchen noch drei Punkte, um sicher Vierter zu sein. Schlagen wir Malans, zeigen wir der Konkurrenz auch, dass mit uns zu rechnen ist.
Dominioni: Weil beide Teams in dieser Saison vorne dabei sind, ist es wieder einmal ein richtiges Derby. Es ist zudem ein möglicher Play-off-Halbfinal. Am Samstag wollen wir deshalb ein gutes Gefühl holen gegen Chur. Ausserdem können wir am Wochenende schon einmal den Play-off-Rhythmus testen, weil wir nach Chur mit Langnau noch gegen einen zweiten starken Gegner spielen.

Ihr seid beide die Topskorer eurer Klubs. Wie zufrieden seid ihr mit der Saison bis hierhin?
Dominioni: Es läuft uns ziemlich gut. Letztes Jahr hatten wir öfters Probleme gegen schlechter klassierte Gegner, diesmal verloren wir nur gegen Teams, die weiter vorne stehen - ausser zuletzt im Cup, aber der hat bekanntlich eigene Gesetze. Mit mir selbst bin ich fast nie zufrieden. Es ist bis jetzt ein wenig ein Auf und Ab. Da ist noch Steigerungspotenzial. Ich kann mehr aufs Tor schiessen, öfter den Abschluss suchen, und ich kann defensiv besser arbeiten. Wichtig ist, dass ich dann in den Play-offs meine Bestleistung abrufen werde.
Binggeli: Mein Zwischenfazit fällt zwiespältig aus. Ich kann mich nicht beklagen, habe aber noch Luft nach oben. Mal lief es besser, mal schlechter. Noch merke ich, dass ich im Sommer am Reisen war, werde schneller müde als üblich. Tore habe ich zwar genug geschossen, aber wenn ich fitnesstechnisch von Anfang an dabei gewesen wäre, hätte ich sicher ein-, zweimal öfter getroffen.

Wie blicken Sie auf die Zeit bei den Espoon Oilers zurück?
Binggeli: Es war eine gute Zeit. Ich hatte eine super Wohnung, einen super Job und ein gutes Team. Leider schieden wir in den Play-offs bereits in den Viertelfinals aus.

Sie haben deutlich weniger geskort als zuvor jahrelang in Chur.
Binggeli: Eine Weile lang bin ich nicht auf Touren gekommen, weshalb, weiss ich auch nicht. So gesehen war es ein schlechtes Jahr, aber nur so gesehen.

Vor den Play-offs und nach dem intensiven Januar trifft sich in Yverdon noch das neu formierte Nationalteam. Ihr seid nicht dabei, dafür zahlreiche Teamkollegen. Wie sagt ihr zum Aufgebot und zum Termin?
Dominioni: Das freie Wochenende tut mir gut. Ich kann den Kopf lüften und die Beine hochlagern. Dass viele Junge von uns dabei sind, finde ich cool. Sie haben es verdient, und dass die Trainer Spieler testen wollen, ist zu diesem Zeitpunkt klar. Den Termin vor den Play-offs finde ich aber ungünstig. Viele laufen am Anschlag.
Binggeli: Nein sagen täte ich sicher nicht zur Nati, aber diesmal bin ich sehr froh, dass ich nicht aufgeboten worden bin. Ich wäre sehr im Clinch. Für meine Teamkollegen freue ich mich, sie haben es verdient. Für mich stellt sich aber die Frage: Braucht es diese Länderspiele zum jetzigen Zeitpunkt, eine Woche vor den Play-offs? Auch den SML-Spielplan finde ich fragwürdig. Zwei, drei Sachen liefen bei der Planung nicht optimal.

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3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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