02.
2020
Die letzte Wahl und das Topskorer-Duell
Im ersten Teil unserer Playoff-Vorschau nehmen wir die Serien GC gegen WaSa und Malans gegen den HCR unter die Lupe. Die Bündner dürften mittlerweile froh sein, wählte Köniz das besser klassierte Zug United. Derweil kreuzen bei der St. Galler Playoff-Premiere die zwei besten Punktesammler der Liga ihre Klingen.
UHC Alligator Malans (4.) - HC Rychenberg Winterthur (7.)
Spätestens nach dem verlorenen Cupfinal vom vergangenen Samstagabend dürfte der eine oder andere Alligator-Fan froh sein, dass die Herrschäftler Zug United im Viertelfinal aus dem Weg gehen konnten. Statt der Zentralschweizer, die nach 22 Runden nur drei Punkte weniger als Malans und Köniz aufwiesen und die Malanser mittlerweile drei Mal in Folge bezwingen konnten, blieb für das viertplatzierte Malans „nur noch" der HCR übrig, der immerhin zehn Punkte zurücklag.
Lange Zeit mussten die Winterthurer um die Playoff-Teilnahme bangen, schlussendlich waren die beiden deutlichen Heimsiege gegen die direkte Konkurrenz aus St. Gallen und Uster entscheidend. Doch der HCR war im Herbst eher unter seinem wahren Wert klassiert - in der ersten Saison unter dem neuen Trainer Philipp Krebs, mit einem verjüngten Kader und neuen Ausländern, bekundeten die Eulachstädter verständlicherweise ein paar Startschwierigkeiten. Angeführt von den Sturmduos Iiskola/Doza und Studer/Braillard sowie den offensiv ausgerichteten Conrad-Brüdern in der Verteidigung hat der HCR das Potenzial, auch Spitzenteams in Verlegenheit zu bringen. Gegen GC, Wiler und Köniz blieben die Winterthurer zuletzt fünfmal in Serie nach 60 Minuten ungeschlagen. Gegen Malans gab es diese Saison hingegen in drei Spielen und zwei Niederlagen - insbesondere das 1:8 im Cup-Halbfinal war eine Klatsche.
Somit geht Malans als Favorit in diese Serie. Die Bündner dürften nach der bitteren Cupfinal-Pleite nun umso heisser auf die Playoffs sein und bewiesen schon letzte Saison, dass sie im entscheidenden Moment einen Gang höher schalten können. Man wird das Gefühl nicht los, als habe Alligator in dieser Saison sein bestes Unihockey noch nicht gezeigt. Trotz einiger Verletzungssorgen und nicht immer konstanten Leistungen segelten das Team des abtretenden Cheftrainers Oscar Lundin quasi im unbeachteten Niemandsland zwischen Tabellenspitze und Strichkampf zum Playoff-Heimrecht. Auf allen Positionen scheint Malans etwas besser besetzt als der HCR: Vom unlängst in die Nationalmannschaft zurückgekehrten Jonas Wittwer im Tor, den Internationalen Camenisch, Berry und Veltsmid in der Verteidigung sowie den manchmal etwas unscheinbaren, aber dennoch stets produktiven Söldnern Nurmela und Nylund. Dazu kommt die Mittelachse mit dem genesenen Dan Hartmann und Topskorer Oscar Eriksson-Elfsberg.
Die Partien vom Wochenende:
Samstag 29. Februar, 18:00 Uhr, Turnhalle Lust (Maienfeld)
Sonntag 1. März, 17:00 Uhr, Axa-Arena (Winterthur)
Tipp unihockey.ch: Malans gewinnt die Serie mit 4:2
Grasshopper-Club Zürich (2.) - Waldkirch-St. Gallen (6.)
Gross waren der Jubel und die Erleichterung beim UHC WaSa, als die erstmalige Playoff-Qualifikation feststand. Nachdem man sich in den Jahren zuvor etliche Male noch die Butter vom Brot nehmen liess, spielten die Ostschweizer diese Saison konstanter und wiesen am Schluss zehn Punkte Vorsprung auf den 9. Platz auf. Besser noch: Mit einem Sturmlauf in der letzten Runde konnte der punktgleiche HCR noch überholt werden, WaSa kam auf Rang sechs. Dennoch schnappte sich das zweitplatzierte GC die St. Galler, wohl primär um dem unangenehmen HCR aus dem Weg zu gehen und nicht aus mangelnder Wertschätzung vor WaSas Leistungen.
Für WaSa wird das erste Playoffspiel in der NLA gleich zur doppelten Premiere: Am Samstagabend wird der Playoff-Auftakt gegen GC live auf SRF 2 übertragen. Ein ordentlicher Lohn für den abtretenden WaSa-Trainer Fabian Arvidsson, für den es im sechsten Anlauf endlich mit dem Sprung in die Playoffränge geklappt hat. Dass es die St. Galler sogar in die erste Hälfte des Tableaus schafften, liegt vor allem an der offensiven Durschlagskraft. Angeführt von Liga-Topskorer Michael Schiess kam WaSa auf den starken Wert von 144 Toren - ähnlich viele wie die Spitzenteams Malans und Zug und deutlich mehr als alle Teams, die auf den Rängen 7 bis 12 lagen. Doch in den Playoffs gilt bekanntlich das Motto „Offense wins games, defense wins championships" - und auf die fünftschlechteste Verteidigung der Liga wird einiges an Arbeit zukommen.
Auch GC kann nämlich auf viel Offensivpower zählen. Paolo Riedi lag praktisch die ganze Saison auf dem 1. Platz der Topskorerwertung und musste den punktgleichen Michi Schiess erst in der letzten Runde aufgrund der geringeren Anzahl geschossener Tore an sich vorbeiziehen lassen. Ausserdem scheint bei den Hoppers die Last des Toreschiessens besser auf drei Linien verteilt zu sein. Und es gibt Luft nach oben - so blieben beispielsweise die Nationalspieler Luca Graf, Tobias Heller (nur 13 Spiele), Claudio Laely und Joel Rüegger zum Teil sehr weit unter ihren gewohnten Skorerwerten. Dennoch war GC neben Wiler-Ersigen der eindeutige Überflieger der abgelaufenen Qualifikation. Überhaupt ist die vorhandene Qualität mit rund einem Drittel des letztjährigen Schweizer WM-Kaders beeindruckend. Dies erlaubt es den Stadtzürchern, mit nur einem Ausländer (Daniel „Magic" Johnsson) aufzulaufen, der mit 21 Toren in 21 Spielen ebenfalls einen grossen Anteil an den bisherigen, gelungenen Auftritten hatte. Beide Mannschaften verfügen ausserdem über ein sehr starkes Powerplay, wobei WaSa auch das schlechteste Boxplay der Liga hat. Es dürften einige Tore fallen in dieser Serie - trotz Playoff-Euphorie und Michi Schiess ist WaSa aber der ganz klare Aussenseiter.
Die Partien vom Wochenende:
Samstag 29. Februar, 17:00 Uhr, Athletikzentrum (St. Gallen)
Sonntag, 1. März, 18:00 Uhr, Sporthalle Hardau (Zürich)
Tipp unihockey.ch: GC setzt sich mit 4:1 durch