01.
2019
Die nächste Generation übernimmt Verantwortung
Am Samstag um19 Uhr steht in der Churer Gewerbeschule wieder einmal das Bündner Unihockey-Derby an. Im Fokus stehen dabei je länger je mehr auch junge Spieler wie Ursin Thöny (Malans) und Mario Jung (Chur).
Der Churer Verteidiger Mario Jung und der Malanser Stürmer Ursin Thöny haben trotz unterschiedlichen Positionen einiges gemeinsam. Beide sind sie Jahrgang 1996, haben zusammen in der U19-Auswahl gespielt und waren bei einem Zürcher Verein engagiert (Jung kam von Rychenberg Winterthur nach Chur, Thöny spielte kurz beim UHC Uster). Und: Beide sind trotz ihres jungen Alters bereits wichtige Spieler in ihren Teams.
Sie verkörpern dabei weniger die typischen Derby-Haudegen, welche es immer noch in beiden Reihen gibt, sondern stehen vielmehr für Fairplay: Die beiden finden viele lobende Worte für den Gegenspieler. So sagt Jung über Thöny: «Trotz seines jungen Alters fällt er durch eine unglaubliche Ruhe und Abgeklärtheit auf. Mit seiner Übersicht und seinem Spielverständnis kann er seine Mitspieler und sich immer wieder sehr gut in Szene setzen.» Und Thöny meint auf Jung angesprochen: «Bereits zu unseren gemeinsamen U19-Zeiten war er klarer Stammspieler. Ich bewundere, wie mutig er sich als Verteidiger in die Offensive einschaltet.» Konditionell sei er ausserdem auf einem Level, an welches nur wenige Spieler in der Schweiz herankommen würden.
Sowohl Jung als auch Thöny sind trotz ihres Alters bereits Stammspieler in ihren Teams. Und beide können sich auf Anhieb an ein besonderes Derby zurückerinnern. «Ein Derby, das mir in besonders negativer Erinnerung bleibt, ist eines zu meiner U18Zeit. Wir erzielten 40 Sekunden vor Schluss den Ausgleich, verloren dann aber durch ein Tor in allerletzter Sekunde trotzdem.» Für Jung war das Spiel gegen Malans gar die allererste NLA-Partie. Diese absolvierte er notabene direkt nach seinem Wechsel von Winterthur in der Saison 2015/16. «Das Spiel wurde mit einer Intensität geführt, die ich von Zürich her noch nicht kannte», so Jung.
Inzwischen haben Thöny und Jung einige Derbys mit ihren Vereinen miterlebt und somit keine Mühe, den Gegner zu charakterisieren. Jung bezeichnet Malans als eine Mannschaft mit viel Teamgeist und Kampfwillen, die ihre Stärken in der Offensive und beim aggressiven Pressing hat. Genau dieses Pressing sieht Jung aber auch als Chance für Chur: «Wenn die erste Pressingreihe durchbrochen werden kann, findet man viel freien Raum vor.» Thöny sieht Chur als «Überraschungsmannschaft». So sei es den Churern gleich zweimal gelungen, Wiler zu bezwingen, gleichzeitig gebe Chur immer wieder Punkte gegen vermeintlich schwächere Teams ab.
Der Kampf ums Heimrecht
Aktuell ist Malans mit 33 Punkten vier Runden vor Schluss auf dem vierten Platz, welcher Heimrecht in den Playoffs bedeuten würde. Doch nach zwei Siegen am letzten Wochenende können sich auch die Churer noch berechtigte Hoffnungen auf den vierten Rang machen. Vier Punkte beträgt der Rückstand auf diesen. Ein Sieg gegen Alligator würde das Rennen um das Heimrecht weiter verschärfen. Malans dagegen schielt wohl auch noch etwas nach oben. Wiler und Köniz haben drei und sechs Punkte Vorsprung, haben aber zuletzt etwas geschwächelt und sind ausserdem noch direkte Gegner der Malanser. Thöny und Jung werden wohl ebenfalls einen Einfluss auf den Spielausgang nehmen. Beide haben einen Tipp gewagt. Während Jung wenig überraschend Chur mit 7:5 vorne sieht, glaubt Thöny an einen 4:2-Sieg der Alligatoren.
Quelle: "Die Südostschweiz", von Patrick Kuoni