26.
05.
2004
NLA Männer | Autor: Keller Damian

Die Schweizer Spieler in der Einzelkritik

Nach Abschluss des Turniers schauen wir zurück. Welche Schweizer haben überzeugt, wer hat eher enttäuscht? Lesen Sie hier die Beurteilung des Schweizer Kaders.
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Roger Tönz, Reto Ryffel und Daniel Streit
Vor dem Turnier war gerätselt worden, wer die Nummer Eins sein würde. Eigentlich war es keiner - Tönz und Ryffel wechselten sich in den ersten vier Partien ab, Ryffel bestritt den Halbfinal und Streit schliesslich den kleinen Final (Tönz das Penaltyschiessen). Die drei Schweizer Goalies spielten gut, aber nicht brillant - eine Quote von rund 80% an gehaltenen Schüssen, wie sie alle drei aufweisen, genügt allerhöchsten Ansprüchen nicht. Die Schweizer Goalies spielten ohne gröbere Fehler, aber auch ohne Big Saves.

Tönz

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Marc Dysli
Mit weniger Offensiv-Rushes als in der Meisterschaft - aber wozu auch, wenn vorne die Höfis und Keller mehr als die Hälfte aller Schweizer Tore schiessen. Vielleicht hätte man ihn öfters in einem anderen, offensiv weniger potenten Block einsetzen sollen? Unter dem Strich eine gute Leistung, trotz Aussetzern im kleinen Final.

Simon Eichmann
Der Defensiv-Polizist im Hofbauer-Block. Ein solider Wert, keine Schnitzer. Wenn er auch noch das Schiessen lernt, wird man in den nächsten Jahren in der Nationalmannschaft nicht an ihm vorbei kommen.

Simon Bichsel
Schoss sein erstes Länderspieltor und spielte in allen Partien durch. Keine Fehler bei Auslösungen, physisch wie erwartet stark. Wenn er noch etwas beweglicher und offensiv gefährlicher wird, gehört er zum Stamm der Nati an der nächsten WM.

Tor

Marcel Kaltenbrunner
Der Verteidiger mit dem grössten Offensivpotenzial absolvierte eine gute WM - nicht so dominant wie im Verein, aber sehr sicher am Ball und mit der gewohnten Übersicht. Wenn er gesund bleibt, wird Wiler viel Freude an ihm haben.

Michael Flury
Der grossgewachsene Zelgli-Bueb bestritt jede Partie, auch wenn er zuweilen nur im Boxplay zum Einsatz kam. Solide Defensiv-Leistung, zwei Tore erzielt - für einen Verteidiger aus dem dritten Block eine gute Bilanz.

Roger Stegmann
Kam nur wenig zum Einsatz und spielte das, was er kann. Verfügt sicher nicht über gehobene internationale Klasse, liefert aber immer das ab, was man von ihm erwartet. Auch solche Spieler braucht ein Team.

Roger Gerber I und Thomas Weber
Der "Zürcher-Bündner" und der "Bündner-Zürcher" spielten nur im misslungenen Startspiel gegen Lettland. Wie das ganze Team lieferten sie keine berauschende Leistung, erhielten aber keine Gelegenheit mehr, sich in einem anderen Licht zu zeigen. Es reichte nicht einmal mehr für einen Platz auf der Spielerbank.

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Matthias Hofbauer
Da braucht man wohl keine grossen Worte mehr zu verlieren. Höfi spielte eine von A-Z überragende WM, seine Übersicht, Technik und Kaltblütigkeit berauschten die Fans. Für unihockey.ch der klare MVP dieser Weltmeisterschaft.

Hofbauer

Daniel Bill
Der spielintelligente Defensiv-Center beweist mit der Statistik seine Stärken und Schwächen: Null Tore, sieben Assists. Dass die Torausbeute des zweiten Blocks relativ gering war, liegt aber nicht nur an den mangelnden Abschlussqualitäten Bills - die Harmonie mit den Flügeln Engel und Zürcher wurde im ganzen Turnier nicht gefunden, was wohl nicht an Daniel Bill, sondern den unterschiedlichen Spielauffassungen der drei Stürmer liegt.

Roger Gerber II
Der Fehler zum 0:1 gegen die Finnen dürfte ihn noch lange verfolgen - aber wer das vor über 7000 Zuschauern sofort wegsteckt und anschliessend massgeblich zum Umschwung beiträgt, verfügt über Klasse. Seine negative Plus-/Minus Bilanz sollte nicht darüber hinweg täuschen.

Reto Balmer
Bekam nur wenig Gelenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Aber Balmer ist erst 23-jährig - vielleicht ist er 2006 soweit, einen Block führen zu können.

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Christoph Hofbauer
Wie Bruder Mätthu in Weltklasse-Form, der kaltblütige Vollstrecker. Man hatte sicher gehofft, dass Christoph Hofbauer eine gute WM spielen würde - dass er sie auf dem dritten Platz der Skorerliste beendet, ist schlicht sensationell. Seinen Treffer gegen Finnland, 16 Sekunden vor dem Ende, wird man noch lange in Erinnerung behalten.

Raphael Keller
Die passende Ergänzung zu den Höfis - erzielte die Tore, die er musste und verschaffte seinen Sturmpartnern Zeit und Raum. Wurde gegen Ende des Turniers immer öfter durch Roger Gerber II ersetzt - reichte nach der langen Verletzung die Kraft nicht mehr?

Thomas Engel
Jahrelang war Tom Engel als Center der beste Spieler der Schweiz, der einzige auf dem Niveau der Finnen und Schweden. Das ist nicht mehr so - mit seiner Art, den Ball zu lange zu halten, passte er nicht optimal zu Center Daniel Bill. Als Center der dritten Formation hätte er sicher mehr Einfluss aufs Spiel gehabt. So rackerte er sich unermüdlich zu immerhin drei Treffern und trieb seine Kollegen in der gewohnten Manier an. Schade, dass er aufhört - seine Routine wird der Nationalmannschaft fehlen, auch wenn spielerisch nun andere zuoberst stehen.

Engel

Michael Zürcher
Es war nicht die WM des Michael Zürcher. Seine Konterstärke konnte fast nie zeigen, weil die Schweizer gegen alle Gegner - sogar die Finnen - das Spiel selber machten. Und dass er eher von seiner Explosivität und Kreativiät denn von Taktik und Ballstafetten lebt, weiss er wohl selber. Gute Arbeit im Boxplay reicht nicht für das Ticket nach Schweden 2006, Züri muss noch Fortschritte machen.

Grégoire Cantin, Christoph Riedel, Peter Bigler, Andreas Cadisch
Vier offensiv eingestellte Flügel, die in der nationalen Skorerliste weit vorne rangieren, drei Tore im ganzen Turnier. Das ist eine ungenügende Ausbeute für ein Team, das in den Final wollte. Keiner wurde wie erhofft zum Schweizer Joker, dem plötzlich der Knopf aufgeht und regelmässig skort. Im Fall von Bigler und Cadisch kann dies mit den nur sehr spärlichen Einsätzen begründet werden, von Cantin und Riedel hatte man sicher mehr erwartet. Die vielen Wechsel in den Blöcken zwei und drei brachten den gewünschten Erfolg auch nicht.

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Die Schweizer haben eine gute, aber keine überragende Weltmeisterschaft im eigenen Land abgeliefert. Die Hofbauers erzielten zusammen fast die Hälfte aller Schweizer Tore und überragten alle um Längen. Im Hinblick auf die WM 2006 im Unihockey-Mutterland Schweden muss daran gearbeitet werden, das Offensivpotenzial der anderen zwei Blöcke zu verbessern. Auch die Verteidiger können da noch zulegen (vergleiche dazu die Rollen eines Punkari, Lehtonen, Quist oder Larsson). Die Defensive war im ersten Spiel gegen Finnland absolute Weltklasse, hatte im zweiten Vergleich mit dem Skandinaviern und gegen die "Kleinen" phasenweise aber Aussetzer. Man hat sich vor zwei Jahren auf einen guten Weg gemacht, den Markus Wolf und Peter Düggeli nun mit der Mannschaft weiter gehen müssen.

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1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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