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Roger Tönz, Reto Ryffel und
Daniel Streit
Vor dem Turnier war gerätselt worden, wer die Nummer Eins sein würde.
Eigentlich war es keiner - Tönz und Ryffel wechselten sich in den ersten
vier Partien ab, Ryffel bestritt den Halbfinal und Streit schliesslich den
kleinen Final (Tönz das Penaltyschiessen). Die drei Schweizer Goalies
spielten gut, aber nicht brillant - eine Quote von rund 80% an gehaltenen
Schüssen, wie sie alle drei aufweisen, genügt allerhöchsten Ansprüchen
nicht. Die Schweizer Goalies spielten ohne gröbere Fehler, aber auch ohne
Big Saves.

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Marc Dysli
Mit weniger Offensiv-Rushes als in der Meisterschaft - aber wozu auch,
wenn vorne die Höfis und Keller mehr als die Hälfte aller Schweizer Tore
schiessen. Vielleicht hätte man ihn öfters in einem anderen, offensiv
weniger potenten Block einsetzen sollen? Unter dem Strich eine gute
Leistung, trotz Aussetzern im kleinen Final.
Simon Eichmann
Der Defensiv-Polizist im Hofbauer-Block. Ein solider Wert, keine
Schnitzer. Wenn er auch noch das Schiessen lernt, wird man in den
nächsten Jahren in der Nationalmannschaft nicht an ihm vorbei kommen.
Simon Bichsel
Schoss sein erstes Länderspieltor und spielte in allen Partien durch.
Keine Fehler bei Auslösungen, physisch wie erwartet stark. Wenn er noch
etwas beweglicher und offensiv gefährlicher wird, gehört er zum Stamm
der Nati an der nächsten WM.

Marcel Kaltenbrunner
Der Verteidiger mit dem grössten Offensivpotenzial absolvierte eine gute
WM - nicht so dominant wie im Verein, aber sehr sicher am Ball und mit der
gewohnten Übersicht. Wenn er gesund bleibt, wird Wiler viel Freude an ihm
haben.
Michael Flury
Der grossgewachsene Zelgli-Bueb bestritt jede Partie, auch wenn er
zuweilen nur im Boxplay zum Einsatz kam. Solide Defensiv-Leistung, zwei
Tore erzielt - für einen Verteidiger aus dem dritten Block eine gute
Bilanz.
Roger Stegmann
Kam nur wenig zum Einsatz und spielte das, was er kann. Verfügt sicher
nicht über gehobene internationale Klasse, liefert aber immer das ab, was
man von ihm erwartet. Auch solche Spieler braucht ein Team.
Roger Gerber I und Thomas Weber
Der "Zürcher-Bündner" und der "Bündner-Zürcher"
spielten nur im misslungenen Startspiel gegen Lettland. Wie das ganze Team
lieferten sie keine berauschende Leistung, erhielten aber keine
Gelegenheit mehr, sich in einem anderen Licht zu zeigen. Es reichte nicht
einmal mehr für einen Platz auf der Spielerbank. |
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Matthias Hofbauer
Da braucht man wohl keine grossen Worte mehr zu verlieren. Höfi spielte
eine von A-Z überragende WM, seine Übersicht, Technik und
Kaltblütigkeit berauschten die Fans. Für unihockey.ch der klare MVP dieser Weltmeisterschaft.

Daniel Bill
Der spielintelligente Defensiv-Center beweist mit der Statistik seine
Stärken und Schwächen: Null Tore, sieben Assists. Dass die Torausbeute
des zweiten Blocks relativ gering war, liegt aber nicht nur an den
mangelnden Abschlussqualitäten Bills - die Harmonie mit den Flügeln
Engel und Zürcher wurde im ganzen Turnier nicht gefunden, was wohl nicht
an Daniel Bill, sondern den unterschiedlichen Spielauffassungen der drei
Stürmer liegt.
Roger Gerber II
Der Fehler zum 0:1 gegen die Finnen dürfte ihn noch lange verfolgen -
aber wer das vor über 7000 Zuschauern sofort wegsteckt und anschliessend
massgeblich zum Umschwung beiträgt, verfügt über Klasse. Seine negative
Plus-/Minus Bilanz sollte nicht darüber hinweg täuschen.
Reto Balmer
Bekam nur wenig Gelenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Aber
Balmer ist erst 23-jährig - vielleicht ist er 2006 soweit, einen Block
führen zu können.
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Christoph Hofbauer
Wie Bruder Mätthu in Weltklasse-Form, der kaltblütige Vollstrecker. Man
hatte sicher gehofft, dass Christoph Hofbauer eine gute WM spielen würde
- dass er sie auf dem dritten Platz der Skorerliste beendet, ist schlicht
sensationell. Seinen Treffer gegen Finnland, 16 Sekunden vor dem Ende,
wird man noch lange in Erinnerung behalten.
Raphael Keller
Die passende Ergänzung zu den Höfis - erzielte die Tore, die er musste
und verschaffte seinen Sturmpartnern Zeit und Raum. Wurde gegen Ende des
Turniers immer öfter durch Roger Gerber II ersetzt - reichte nach der
langen Verletzung die Kraft nicht mehr?
Thomas Engel
Jahrelang war Tom Engel als Center der beste Spieler der Schweiz, der
einzige auf dem Niveau der Finnen und Schweden. Das ist nicht mehr so -
mit seiner Art, den Ball zu lange zu halten, passte er nicht optimal zu
Center Daniel Bill. Als Center der dritten Formation hätte er sicher mehr
Einfluss aufs Spiel gehabt. So rackerte er sich unermüdlich zu immerhin
drei Treffern und trieb seine Kollegen in der gewohnten Manier an. Schade,
dass er aufhört - seine Routine wird der Nationalmannschaft fehlen, auch
wenn spielerisch nun andere zuoberst stehen.

Michael Zürcher
Es war nicht die WM des Michael Zürcher. Seine Konterstärke konnte fast
nie zeigen, weil die Schweizer gegen alle Gegner - sogar die Finnen - das
Spiel selber machten. Und dass er eher von seiner Explosivität und
Kreativiät denn von Taktik und Ballstafetten lebt, weiss er wohl selber.
Gute Arbeit im Boxplay reicht nicht für das Ticket nach Schweden 2006,
Züri muss noch Fortschritte machen.
Grégoire Cantin, Christoph Riedel, Peter
Bigler, Andreas Cadisch
Vier offensiv eingestellte Flügel, die in der nationalen Skorerliste weit
vorne rangieren, drei Tore im ganzen Turnier. Das ist eine ungenügende
Ausbeute für ein Team, das in den Final wollte. Keiner wurde wie erhofft
zum Schweizer Joker, dem plötzlich der Knopf aufgeht und regelmässig
skort. Im Fall von Bigler und Cadisch kann dies mit den nur sehr
spärlichen Einsätzen begründet werden, von Cantin und Riedel hatte man
sicher mehr erwartet. Die vielen Wechsel in den Blöcken zwei und drei
brachten den gewünschten Erfolg auch nicht. |
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Die Schweizer haben eine gute,
aber keine überragende Weltmeisterschaft im eigenen Land abgeliefert. Die
Hofbauers erzielten zusammen fast die Hälfte aller Schweizer Tore und
überragten alle um Längen. Im Hinblick auf die WM 2006 im
Unihockey-Mutterland Schweden muss daran gearbeitet werden, das
Offensivpotenzial der anderen zwei Blöcke zu verbessern. Auch die
Verteidiger können da noch zulegen (vergleiche dazu die Rollen eines
Punkari, Lehtonen, Quist oder Larsson). Die Defensive war im ersten Spiel
gegen Finnland absolute Weltklasse, hatte im zweiten Vergleich mit dem
Skandinaviern und gegen die "Kleinen" phasenweise aber
Aussetzer. Man hat sich vor zwei Jahren auf einen guten Weg gemacht, den
Markus Wolf und Peter Düggeli nun mit der Mannschaft weiter gehen
müssen. |