03.
2009
Die U21 steht im Playoff-Final
Der grosse Publikumsaufmarsch in der Ustemer Berufsschule bot einen würdigen Rahmen für das fünfte und entscheidende Playoff-Halbfinale gegen die Langnau Tigers; über 320 Zuschauer fanden den Weg in die Sporthalle der Berufsschule.
Die bisherigen Partien konnte jeweils der Heimklub für sich entscheiden. Auch diesmal sollte es eine knappe, und zum Schluss nervenaufreibende Angelegenheit bleiben.
Die Nervosität war den beiden Teams im ersten Drittel denn auch anzumerken. Die Tigers waren darauf bedacht, die Gastgeber nicht ins Spiel kommen zu lassen, gleichzeitig aber nicht zuviel Risiko auf sich zu nehmen. Die Gastgeber wirkten etwas fahrig - ihre Pässe waren ungenau und die Spieler liessen das Tempo vermissen, mit dem sie die Emmentaler in den ersten beiden Heimspielen jeweils unter Druck setzen konnten. Entsprechend ging man ohne Tore zum ersten Tee.
Nach dem ersten Seitenwechsel konnten die Tigers den Führungstreffer erzielen. Nach einer ungenauen Uster-Auslösung konnte S. Rindlisbacher den so gewonnen Raum zu einem schnellen Konter nutzen. Er bediente M. Gerber mit einem Querpass und der SML-Spieler schloss präzise ab. Wenig später hatten die Gäste gar den zweiten Treffer auf der Schaufel, Torhüter P. Weber vereitelte aber weiteres Ungemach. Kurz darauf musste M. Gerber auf der Strafbank Platz nehmen. Die Zürcher konnten in einer schnellen Vorwärtsbewegung S. Fischer freispielen. Dieser netzte sehenswert zum 1:1 ein. Fünf Minuten vor Schluss des Mitteldrittels sprachen die Unparteiischen eine zweite Strafe gegen die Tigers aus. Diesmal konnte die Powerplayformation von Uster das Gastteam richtig unter Druck setzen. D. Bohlis Pass fand den Weg zu S. Fischer, der aus halblinker Position traf. Damit gingen die Platzherren mit einer knappen Führung in die Pause.
Die Langnauer Trainer reduzierten für die letzten 20 Minuten auf zwei Blöcke und forcierten so ihre besten Kräfte, sie wollten das Tempo nochmals erhöhen. Den Platzherren gelang es aber immer wieder, sich zu lösen. Als die Schiedsrichter eine kleine Strafe gegen M. Werner aussprachen, waren die Berner mit ihrem Powerplay aber schnell erfolgreich. M. Fankhauser erzielte den Ausgleich mit einem platzierten Hocheckeschuss. Uster konnte aus einer weiteren Strafe (gegen Langnau wegen Reklamieren des Trainers) keinen Profit schlagen. Diesmal waren die Abschlüsse der Ustermer auf das gegnerische Tor ungenau. In den letzten Minuten kamen beide Teams nochmals zu Chancen, doch das Resultat änderte bis zur Sirene nicht mehr.
Die Tigers taten in der Verlängerung mehr fürs Spiel und hatten durchaus Möglichkeiten das Spiel zu entscheiden. Doch einmal rettete D. Bohli auf der Linie für den geschlagen Keeper Weber und kurz darauf trafen die Tigers nur den Pfosten. Auch Tanner versagte in der 69. Minute vor dem leeren Tor. Die Szenerie änderte sich als gegen Liechti eine Strafe ausgesprochen wurde. Uster konnte nun das Spiel wieder ausgeglichener gestalten. Doch keiner Mannschaft gelang bis zum Ende der Verlängerung den entscheidenden Lucky Punch. Damit musste diese lange Serie tatsächlich im Penaltyschiessen entschieden werden.
Die Ustermer behielten das bessere und aus ihrer Sicht glücklichere Ende für sich. Die Spannung war bereits in den letzten Minuten der regulären Spielzeit und in der Verlängerung greifbar, während den Penalties hielt es aber keiner mehr auf dem Stuhl aus, jeder in der Halle stand. Nachdem Bolliger den ersten Strafstoss versenkte, blieben die Gäste und die Platzherren je dreimal ohne Erfolg. Dann traf Rindlisbacher zum 1:1. Doch Zollinger konnte umgehend wieder die Führung herstellen. Nach seiner Ausführung mit Drehung musste Gerber für die Emmentaler treffen. Doch Torhüter Patrick Weber war auf dem Posten und konnte den letzten Strafstoss parieren und somit seinem Team den Sieg sichern. Nun brachen alle Dämme; die Ustermer Spieler rannten aufs Feld und begruben ihren Goalie unter sich.
Torhüter Patrick Weber sah sich nicht als Matchwinner sondern stellte das Kollektiv in den Mittelpunkt: „Wir haben diesen Sieg als Team errungen" meinte er zufrieden nach dem Spiel. „Wir haben diesen Sieg so sehr gewollt. Jeder hat für den anderen bis zum Umfallen gefightet." Auf die Frage, ob diese enge Serie auch hätte anders enden können, sagte der Keeper „Es war knapp, aber die bessere Mannschaft hat gewonnen. Wir haben den Finaleinzug verdient." Ja Penalties hätten sie in der letzten Woche schon geübt, „doch eine solche extreme Situation wie das heutige Penaltyschiessen kannst du kaum üben" sagte Weber. Auf die Frage, gegen welches Team er den lieber im Final antreten würde, antwortete Weber „Rychenberg liegt uns besser. Aber egal, wir freuen uns erst Mal über den Finaleinzug."
UHC Uster - Tigers Langnau 3:2 n.P. (0:0, 2:1, 0:1, 0:0)
Berufsschule, Uster - 326 Zuschauer
SR: Fonio / Renggli
Tore: 26. M. Gerber (S. Rindlisbacher) 0:1, 29. S. Fischer (P. Frei / Ausschluss M. Gerber), 35. S. Fischer (D. Bohli / Ausschluss S. Tanner) 2:1, 54. M. Fankhauser (Rindlisbacher / Ausschluss M. Werner) 2:2
Strafen: UHC Uster 1x2 Minuten; Tigers 4x2 Minuten
Uster: Weber; Bohli; Schaufelberger, Zollinger, Honold, Frei, Gmür; Fischer, Werner, Suter, Bolliger, Kyburz, Brunner, Zeier, Peng, Hubmann, Giacomuzzi
Tigers Langnau: J. Siegenthaler; Rindlisbacher, Blessing, Siegenthaler, Engel, Gerber, M. Fankhauser, Nyffenegger; Frei, D. Langenegger, Tanner; Schnyder, Moser, K. Langenegger, Kropf, Liechti, Bärtschi
Bemerkungen: Langnau ohne D. Langenegger (verletzt), Uster komplett