13.
04.
2009
NLA Männer | Autor: Voneschen Reto

Entscheidung vertagt

Nach einem starken Auftritt von Wiler-Ersigen beim 5:1 im vierten Playoff-Finalspiel gegen die Langnau Tigers kommt es am Samstag in Hasle-Rüegsau zum Entscheidungsspiel.

„Spiel mir das Lied vom Tod" stand auf der Langnauer Homepage vor der vierten Partie, während bei Wiler-Ersigen zu lesen war „das wars dann wohl" und dass die Erfolge der letzten Jahre satt gemacht haben sollen. Von Resignation oder Völlegefühl war beim Titelverteidiger aber heute nichts zu sehen. Bissig, willig und mit viel Einsatz nahmen sie den viel zitierten „Kampf" auf. Die Langnauer wirkten hingegen gehemmt und kamen nie an die Leistungen in den Partien 2 und 3 heran. „Unser schlechtestes Saisonspiel", resümierte Tigers-Coach Philippe Soutter kurz nach einer intensiven, aber spielerisch selten hochstehenden Partie vor 2040 Zuschauern in Hasle-Rüegsau.

Wiler-Ersigen wie verwandelt
Dass die Langnauer nie zu ihrem Spiel fanden, lag vor allem an der Steigerung Wiler-Ersigens. Diesmal waren sie es, welche mit harten Körperchargen und Dauerdruck ihren Kontrahenten in die Knie zwangen. Exemplarisch dafür Michael Zürcher, welcher anstelle Mendelins in die zweite Formation vorrückte und in den ersten Einsätzen alles was sich ihm in den Weg stellte, niederfuhr. Als Gegenbeispiel dafür Ales Zalesny, welcher sich nach zahlreichen nicht geahndeten Chargen mehr und mehr entmutigen liess und nur noch mit gelegentlichen Energieanfällen für Unruhe vor dem Wiler-Tor sorgen konnte.

Fankhausers wichtige Treffer
Den entscheidenden Unterschied machte aber vor allem die Breite des Kaders aus. Mit drei Formationen konnte Wiler-Ersigen bedeutend mehr Druck erzeugen, als die Langnauer, welche nur in der Anfangsphase bis zum Ausfall des angeschlagenen Centers Olli Oilinki mit drei Linien spielten. Wilers Dritte war denn auch für die wichtigen beiden ersten Tore zuständig. Zweimal (23. und 27. Minute) setzte sich Philipp Fankhauser im Mitteldrittel durch, nachdem im ersten Durchgang vor allem die Abwehrreihen sehr sicher und kompakt auftraten. Lassi Vänttinens energisches Vorpreschen in der 37. Minute bedeutete bereits eine erste Vorentscheidung - nur Sekunden vorher traf Langnaus Christian Suter mit einer hinter der Mittelinie abgegebenen „Bogenlampe" nur die Latte.

Tigers-Angriffe zu harmlos
Die Tigers versuchten im Schlussabschnitt die Kadenz zu erhöhen, Oilinki kam als Flügel zurück, doch erstickte die Wiler-Abwehr um den aufmerksamen Daniel Streit alle Versuche bereits im Keim. Und als erneut Vänttinen so lange vor dem Langnauer Tor nachsetzte, bis er den Ball ins leere Tor einschieben konnte, war der Tigers Widerstand endgültig gebrochen. Auch wenn danach Philipp Gerber sein Tor mehrmals verliess und Markus Gerber noch auf 1:4 verkürzen konnte (58.) - mehr als kurzes Aufflackern war dies nicht mehr. Erst recht als Mattias Wallgren gut zwei Minuten vor Schluss zum 1:5 Endstand ins leere Tor traf.

Der Wille wird entscheiden
„Wir haben wohl zu sehr vom Titel geträumt", meinte der Langnauer Cheftrainer Soutter enttäuscht nach der Partie. Mit den praktisch gleichen Mitteln wie die Tigers zuvor anwandten, weckten die Wiler-Akteure den Herausforderer aus dem Titeltraum. Ausgeträumt ist dieser aber noch nicht, nur scheinen sich die Batterien der Langnauer Spieler je länger mehr aufgebraucht sein. Wiler-Ersigen hat dafür den Schalter auf „Playoff-Hockey" gestellt. Weniger Kunst, dafür mehr Kraft lauten die Ingredenzien nun. Ein Rezept, das - siehe Eishockeyplayoffs - Erfolg verspricht. Wer den grösseren Siegeswillen am nächsten Samstag hat, wird auch die Meistertrophäe in die Luft stemmen können. Für Spannung ist gesorgt.

Tigers Langnau - Wiler-Ersigen 1:5 (0:0, 0:3, 1:2)
Brünnli Hasle-Rüegsau. - 2040 Zuschauer. - SR Baumgartner/Kläsi.
Tore: 23. Fankhauser (Mutti) 0:1. 27. Fankhauser (Balmer) 0:2. 37. Vänttinen 0:3. 55. Vänttinen (Zürcher) 0:4. 58. (57.18) Markus Gerber (Zalesny/Tigers Langnau ohne Torhüter) 1:4. 59. (58.12) Wallgren (ins leere Tor) 1:5.
Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
Langnau Tigers: Philipp Gerber; Suter, Markus Gerber; Wyss, Lehti; Held; Marc-Oliver Gerber, Stucki, Zalesny; Mühlethaler, Oilinki, Pergelius; Liechti, Lüthi, Hofer.
Wiler-Ersigen: Streit; Bichsel, Thorsell; Wallgren, Berger; Bieber, Jungo; Wittwer, Roger Gerber, Krähenbühl; Vänttinen, Zimmermann, Zürcher; Fankhauser, Balmer, Mutti.
Bemerkungen: Tigers Langnau ohne Rindlisbacher, Fankhauser, Wiler-Ersigen ohne Zeller (alle überzählig). . - 22. Pfostenschuss Mühlethaler, 25. Lattenschuss Krähenbühl, 36. Lattenschuss Suter.

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