Peter Düggeli ist zusammen mit Sascha Brendler neu für die Herren-Nationalmannschaft zuständig. Wir haben uns mit ihm unterhalten.
Noch vor etwas mehr als einem Monat sassen wir mit Markus Wolf beim Interview. Seine Antworten: Ruhig, bedächtig und immer mit etwas Witz unterlegt. Passend zur beschaulichen Atmosphäre in einem Churer Café. Tempi passati. Nun sitzen wir im Starbucks am Zürcher Central-Platz vis-a-vis von Peter Düggeli, dem ehemaligen Assistenten von Wolf. Wie die unterschiedlichen Lokalitäten, so die beiden Typen. Das Gespräch dreht sich um vieles, auch um die Nationalmannschaft. Ein „näheres Verhältnis“ zu den Clubtrainern strebt Düggeli an. Sein Ziel: „Wir möchten noch vor Saisonstart mit allen Coaches zusammensitzen.“ Aus eigener Erfahrung als Clubtrainer und ehemaliger Nationalligaspieler weiss er, dass zuviel Distanz zwischen Natitrainer und Spieler wenig erspriesslich ist. Ihm und auch Sascha Brendler schweben einige Modelle vor. „Warum nicht z.B. die Clubtrainer anfragen, ob einer von uns beiden in einem Spieltraining eine Mannschaft coachen darf?“ Nur auf der Tribüne sitzen und bei Trainings oder Spielen zuschauen, ist nicht sein Ding. „Wir müssen näher zusammenrücken“, lautet sein Credo.
Was hat ihn eigentlich am Job des Nationaltrainers gereizt? „Grundsätzlich wurden wir vom Verband angefragt. Ich denke, dass mit dem Potenzial und der Basis im Schweizer Unihockey noch mehr als der dritte Rang drin liegt.“ Brendler und Düggeli werten zur Zeit den Unihockey-WK vor der Weltmeisterschaft aus. Düggeli: „Ich erwarte auch einige kritische Feedbacks der Spieler.“ Vor allem den Start des WK’s – Einrücken gleich ein Tag nach dem letzten Playoff-Spiel – fand er unglücklich: „Da müsste wohl mindestens eine Woche Pause dazwischen sein.“ Seine Gedanken gehen in eine andere Richtung: „Ideal wäre es, wenn die Nationalmannschaft beispielsweise vor den Länderspielen einige Tage zusammen trainieren könnte.“ Noch sind solche Pläne nur Ideen und die nächste WM steht erst im Mai 2008 wieder bevor. Der Kick-Off des neuen Natitrainerduos findet übrigens im November statt. Zusammen mit Schweden, Finnland und Tschechien wird ein Vierländerturnier ausgetragen. Rücktritte aus dem Spielerkader sind bis jetzt nicht bekannt.
Brendler und Düggeli wollen das Bewährte weiterführen, „aber wir haben auch unsere eigene Philosophie“, ergänzt der letztjährige GC-Trainer. Die von Verbandsseite gewünschte Kontinuität ist da, ebenso aber auch ein frischer Wind. Es bleibt zu hoffen, dass die Ideen auch Gehör finden. Unser Gesprächstermin ist zu Ende, sein nächster steht schon an. In Kloten wartet Sascha Brendler. Er schaut auf die Uhr:„Noch dreissig Sekunden bis der Zug fährt!“ Und schon ist er losgespurtet. Manch anderer hätte wohl den nächsten Zug genommen.