03.
2005
Freiwilliger Abstieg
Die Saison 2004/05 ist offensichtlich nicht wie gewünscht verlaufen: Die Damen NLA von Floorball Thurgau konnten nur einen Punkt ergattern, obwohl vielmals sehr gute Ansätze zu sehen waren. Ende Saison verlassen nun ein paar langjährige Teamstützen die Mannschaft. Einige Talente zieht es Richtung Winterthur oder Kloten um dort zukünftig bei einem Playoff-Kandidaten in der NLA zu spielen. Anderen wird die zeitliche Belastung eines Unihockey-Engagements neben dem Beruf zu gross.
Neuer und junger Mannschaftskern
Die vorhandene Anzahl und Erfahrung der übrigen Spielerinnen reicht nicht für eine erfolgs-versprechende weitere Saison in der NLA aus. Zwar wollen zahlreiche junge Spielerinnen weiter arbeiten, doch deren Motivation und Durchsetzungsvermögen ist in der NLA gefährdet. „Ein Wiederaufbau ist unmöglich, wenn man in der NLA als Kanonenfutter gilt“, äussert sich Präsident Gregor Wegmüller. Der neue und hochmotivierte Mannschaftskern von mehrheitlich jungen Spielerinnen soll nun in der NLB wieder Fuss fassen. Dort haben die jungen Unihockeytalente die Möglichkeit ohne eine dauernde Überforderung zu reifen. „Die Voraussetzungen für einen Neuanfang in der NLB sind nicht schlecht,“ sagt Wegmüller.
Grössere Breite im Thurgau
Im Vergleich zum Kanton Zürich beispielsweise steht der Thurgau nicht nur geografisch am Ende der Schweiz, sondern hat auch eine unterentwickelte Breite. Es existieren gerade mal 7 Juniorinnen-Teams im Kanton. Zwar wäre die Nachfrage in der Boomsportart Unihockey durchaus vorhanden, aber durch das schnelle Wachstum fehlt es den meisten Vereinen an Hallen und Trainern. Ausserdem ist der Anreiz für ausserkantonale und bereits erfahrene NL-Spielerinnen relativ gering im Thurgau zu spielen. Die meisten führt ihr beruflicher oder schulischer Weg kaum von alleine in eine Randregion, erst recht nicht wenn das dortige Team mit den Frustrationen ewiger Niederlagen zu kämpfen hat.
Freiwilliger Abstieg als Chance
Auch wenn man mit dem Schritt in die NLB einschneidende Veränderungen in Kauf nehmen muss, steht ein Wiederaufbau im Zentrum. Mittelfristig sollen die Thurgauerinnen wieder mit vereinten Kräften in der NLA spielen können. „Ich sehe den freiwilligen Abstieg als Chance“, so Wegmüller. „Unsere Aufgabe ist es die nötigen Grundsteine zu legen, dass sich die Damenbewegung im Thurgauer Unihockey weiter entwickeln kann. Es braucht mehr Juniorinnen- und Damenteams und eine engere Zusammenarbeit der Vereine.“ Über die Zusammensetzung der zukünftigen Mannschaft und des Trainerstabs will man Ende Monat mehr berichten.