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Galante: „Wir spielten wie Junioren“
Im zweiten Spiel der Serie zwischen Wiler-Ersigen und dem HC Rychenberg verspielten die Berner in den Schlussminuten einen 5:2-Vorsprung. Alexander Galante Carlström war stocksauer, während Oskar Weissbach keine Euphorie aufkommen lassen will.
Der SV Wiler-Ersigen war in Winterthur am Ostermontag drauf und dran, den Fehlstart in die Serie (1:6-Heimniederlage) sogleich zu korrigieren. Drei Tore von Alexander Galante Carlström, 5:2-Führung, noch sechs Minuten zu spielen - was kann da noch schief gehen? Alles. Levin Conrad, Claudio Mutter und Tim Aeschimann (8 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit) glichen aus, in der Verlängerung schoss Noah Püntener die Winterthurer zum 2:0 in der Halbfinalserie. Nach Spielschluss eilte Galante Carlström schnurstracks in die Kabine, ein lauter Knall war zu hören - da ging wohl ein Stock in die Brüche.
Dampf abgelassen?
Alexander Galante Carlström: Ja. Aber es war nicht die Schuld des Stocks, sondern des Kopfs.
Was ist nach der 5:2-Führung passiert?
Wir hatten Angst vor dem Gewinnen und wir spielten wie Idioten. Wir verloren unter Druck jeden Ball, wie ein Juniorenteam. Wir hatten Angst vor Fehlern und machten sie prompt. Ich sagte noch beim Timeout: Bringt die Bälle nach vorne, in der eigenen Hälfte verlieren wir sie, weg damit nach vorne...
Auch in der Verlängerung kam nicht mehr viel.
Wir hatten einige 2-gegen-1-Situationen, aber wir begingen so viele Fehler, hatten unglaublich viele Ballverluste. Ich habe noch nie ein Team gesehen, das nach einer 5:2-Führung so schlecht spielt.
Was kann getan werden - viel reden?
Es war eine mentale Geschichte, so eine Führung musst du nach Hause bringen und nicht wie verdammte Junioren spielen. Wir müssen nicht reden, alle müssen in den Spiegel schauen und in den nächsten Spielen besser sein. Sonst endet diese Serie 0:4.
Wer muss Vorgaben machen - der Coach? Erfahrene Spieler wie du?
Das kann nicht Aufgabe des Trainers sein. Wir haben so viele aktuelle und ehemalige Nationalspieler in unseren Reihen - nur sah ich das bisher in dieser Serie nicht.
Auf der Gegenseite zeigte sich HCR-Stürmer Oskar Weissbach selbstverständlich zufrieden, von einer Euphorie will er aber nichts wissen.
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Oskar Weissbach nach der dramatischen Wende in Spiel 2. (Bild: Dieter Meierhans)
Deine Bilanz nach den beiden ersten Partien der Serie?
Oskar Weissbach: Die beiden Spiele lassen sich kaum miteinander vergleichen. Wiler machte im zweiten Duell viele Fehler aus der Auftaktpartie nicht mehr, während wir nicht ganz bereit waren und im letzten Drittel Glück brauchten, um noch ausgleichen zu können.
Wenn dir vor wenigen Wochen jemand gesagt hätte, dass der HCR gegen die Tigers und Wiler sechs Partien in Folge gewinnt...
... ich sagte vor ein paar Wochen, dass wir in der Qualifikation über weite Strecken nur etwa 70 Prozent von dem gezeigt haben, das wir können. Jetzt klappt vieles besser. Wir sind aber noch nicht zufrieden und die Serie ist noch lange nicht fertig.
Wo habt Ihr den Playoff-Knopf gefunden?
Darauf habe ich keine Antwort. Aber in den beiden letzten Quali-Partien stellten wir die Linien um. Das dürfte eine Erklärung sein.
An diesem Wochenende steigen die Partien 3 (Samstag, 17.00 Uhr in Kirchberg) und 4 (Sonntag, 17.00 Uhr, Winterthur)