09.
2007
GC Pons: „Nicht nur Beton“
Nein, ich habe schon immer gesagt, wir können in dieser Saison gegen alle gewinnen oder verlieren. An den beiden letzten Spielen hat jeder seinen Job gut gemacht und sich sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt. Die Rechnung ist aufgegangen.
Brauchte es viel Überzeugung, damit Einzelinteressen zurückgestellt wurden?
Wir wollen alle Erfolg, dann müssen wir als Einheit auftreten. Das ist beim Team durch. Jeder hat seine Qualitäten, die er in dieser Mannschaft einbringen kann.
Ist es nun ein Vorteil, dass ihr diese Saison keinen Starausländer wie in den Vorjahren Niklas Jihde oder Henrik Lorendahl verpflichten konntet?
Das glaube ich nicht. Klar, einen Jihde, der 100 Punkte macht, würde jeder Trainer gerne nehmen... Aber diese Frage stellt sich mir gar nicht. Wir haben das Team, das jetzt auf dem Platz steht und versuchen aus diesen Ressourcen das Bestmögliche rauszuholen und uns stetig zu verbessern.
Wie bist du mit Sami Kuronen zufrieden? War es geplant, dass er als Verteidiger spielt?
Auch er hat einen guten Job gemacht, aber es gibt sicher noch Steigerungspotenzial. Er ist ja noch nicht so lange bei uns. Sami Kuronen kann sowohl als Verteidiger als auch als Stürmer spielen. Momentan hilft er uns als Verteidiger am meisten. Mit seiner Erfahrung bringt er viel Stabilität in der Abwehr und kann das Spiel gut beruhigen. Er hat übrigens auch schon in Finnland als Verteidiger gespielt.
Gegen Chur und die Tigers seid ihr sehr gut in der Abwehr gestanden...
Ja, das stimmt, die Defensivaufgaben wurden sehr gut umgesetzt, die Lücken geschlossen und viele Schüsse geblockt. Was mich zudem positiv stimmt ist der Umstand, dass wir in beiden Partien mit drei kompletten Linien durchspielen konnten.
Im Forum von unihockey.ch war vom "wunderbarsten Beton jemals" zu lesen...
Ihr habt ja auch schon den Vergleich zu John Slettvoll gezogen, ich vergleiche es lieber mit Helenio Herreras „Catenaccio" bei Inter Mailand in den 60-er Jahren, das war nicht minder erfolgreich. Nein, im Ernst. Wir spielen das System, von dem wir uns für unser Team den grössten Erfolg versprechen. Und da wir in der Offensive nicht über unerschöpfliche Ressourcen verfügen, steht vieles in unserem Spiel mit einer sicheren Defensive. Nur Beton gibt's bei GC aber nicht zu sehen, wie die acht Tore gegen die Tigers auch bewiesen haben.
In den Saisonprognosen wurdet ihr als Abstiegsrunden-kandidat bezeichnet, Naticoach und ex-GC Trainer Peter Düggeli sah euch beispielsweise auf dem 7. Rang. Die richtige Motivation?
Düggeli hat sich schon vor der Doppelrunde für die Prognose entschuldigt (lacht). Solche Prognosen sind immer Bestandesaufnahmen und nach unserer Vorbereitung auch nicht falsch. Ich erwarte eine ausgeglichene Meisterschaft, der Kampf um die Finalrunde wird sehr spannend. Da erwarten uns einige harte Fights. Wollen wir in die Finalrunde, müssen wir jedes Spiel angehen, als sei es ein Endspiel.
Gibt es nach den sechs Punkten schon so etwas wie Euphorie? Am Wochenende hättet ihr ja bei einem Sieg gegen Uster eventuell die Chance auf Rang 1 vorzustossen...
Klar haben alle Freude. Doch wir wollen die beiden Startsiege auch nicht überbewerten. Wir wissen, in welchen Punkten wir uns noch verbessern müssen und geben im Training entsprechend Gas. Persönlich ist es mir zum jetzigen Zeitpunkt egal wer Leader ist, ebenso schaue ich auch nicht auf die Ergebnisse der anderen Teams. Für uns zählt nur das nächste Spiel gegen Uster. Uster ist sehr heimstark und wir werden wieder eine konzentrierte Leistung abrufen müssen, um Punkte zu holen.