Im ersten Halbfinale gewinnt Schweden gegen Tschechien mit 4:2. Ein Spektakel war die Neuauflage des WM-Finals von 2004 aber bei weitem nicht.
„The Heat Is On“ heisst der offizielle Slogan der Unihockey 2006. Den tiefen Temperaturen in Schweden entsprechend blieb WM-Stimmung bisher aber aus. Diese herrscht nur um König Fussball – Platz für Innebandy bleibt da scheinbar keine. Die Schweden sind eh überzeugt, dass ihre Götter sowieso den Final erreichen. Nach dem 4:4 gegen Schweiz wurden hie und da etwas Zweifel laut:„Wir brauchen eure Unterstützung“ forderte Starstürmer Anders Hellgard in der Pendlerzeitung „Metro“ seine Landsleute auf. Erhört wurde sein Aufruf nicht: „Nur“ 6'398 Zuschauer verloren sich im riesigen Globen mit einem Fassungsvermögen von rund 15'000 Plätzen. „Stimmung“ war so natürlich ein Fremdwort, am meisten Lärm brandete auf, als bei einem Powerbreak – richtig, das Fernsehen war da – „Hard Rock Halleluja“ eingespielt wurde. Notabene kam der Lärm aus dem finnischen Ecken…
Tschechien verschläft Startphase
Das Schwedische Team ist so etwas wie eine All-Star Mannschaft. Man nehme einfach die Spieler mit den grössten Namen und mischle sie bunt zusammen. Sozusagen die Harlem Globetrotters des Unihockeys. Auf drei fixe Blöcke vertraut das Trainerduo Landgren/Hallstenson – eine kleine Sensation, dass Magnus Svensson Martin Olofsson im ersten Block vorgezogen wurde. Der Warberg-Stürmer belebte das Spiel der ersten Linie rund um Niklas Jihde. Den Tschechen war der Respekt vor den scheinbar grossen Stars anzumerken. Die ersten 15 Minuten wurden komplett verschlafen. Die Schweden ihrerseits zeigten während dieser Zeit die stärkste Leistung an dieser WM – 3:0 war die Folge, die Partie bereits vorentschieden. Zu spät merkten die Tschechen, dass mehr drinliegen könnte. „Ich bin sehr enttäuscht“ sagte ihr Trainer Zdenek Skruzny kurz nach der Partie.
Kurzer Traum
Im Mitteldrittel konnten sie sogar kurz von der Überraschung träumen. Pavel Kozusniks 3:2 (33.) beantwortete Niklas Jihde aber nur 15 Sekunden später mit dem vierten Treffer. Vorab im letzten Abschnitt. dominierten die Osteuropäer ihren Gegner, wie auch das Schussverhältnis von 7:5 für die Tschechen unterstreicht. „Wir müssen unser Level der Startphase über das ganze Spiel hindurchziehen“ zeigte sich auch Schwedens Captain Niklas Jihde kritisch. Anders gesagt: Der Weltmeister machte nicht mehr als nötig. Es standen auch wichtigere Termine an: Eine Viertelstunde nach Spielschluss war bereits eine Autogrammstunde bei einem Sponsor angesagt.
Schweden - Tschechien 4:2 (3:0, 1:2, 0:0)
Globen, Stockholm (SWE) - 6398 Zuschauer
SR: Baumgartner / Kläsi (CHE)
Tore: 04:56 H. Quist (N. Jihde) 1:0, 07:26 M. Larsson 2:0, 13:19 D. Calebsson (M. Olofsson) 3:0, 32:06 P. Kozusnik (P. Kozusnik) 3:1, 37:05 P. Kozusnik (P. Kozusnik) 3:2, 37:22 N. Jihde (A. Hellgard) 4:2
Strafen: keine
Beste Spieler: A. Hellgard / D. Folta