24.
05.
2006
NLA Männer | Autor: Voneschen Reto

Halbfinalqualifkation im Sack

Die Schweizer Nationalmannschaft hat das erste Ziel erreicht: Mit einem 12:3 über Dänemark qualifiziert sie sich für das Halbfinale. Nur im Mitteldrittel flatterten kurz die Nerven der Schweizer.
Halbfinalqualifkation im Sack

Schönbeck
Wenn er gegen die Schweiz gewinne, könne er dort gleich die Nationalmannschaft übernehmen, spottete Norwegens Nationaltrainer Urban Karlsson gestern nach der Niederlage zu seinem dänischen Kollegen Johan Schönbeck. So weit ist es nun doch nicht gekommen – Schönbeck darf sich nächste Saison voll und ganz auf die Unihockey Tigers konzentrieren. „Wir konnten zwar unsere Batterien nochmal aufladen, aber die Schweizer waren einfach zu stark“ akzeptierte Schönbeck die deutliche Niederlage. Bis sich die Schweizer Nati aber von den vielen mitgereisten Fans feiern lassen durfte, stand noch ein gehöriges Stück Arbeit an. Mit dem zweiten Schuss aufs Tor gingen die Dänen auch schon in Führung – die Verunsicherung der Eidgenossen war danach förmlich spürbar. Erst nach Adrian Zimmermanns Ausgleich (11.) und Markus Gerbers Führungstor (15.) beruhigten sich die Schweizer Nerven. 40 Sekunden vor Drittelsende gelang Simon Stucki das wichtige 3:1: Goalie Patrick Kellenbergers weiter Auswurf genau zwischen zwei Verteidigern hindurch, leitete Daniel Aeschlimann direkt weiter zu Stucki.

Entscheidung in der 38. Minute

Auch im Mitteldrittel begannen die Dänen stark. Innert 14 Sekunden glichen sie die Partie kurz nach Wiederanpfiff aus. Die Schweizer Abwehr sah dabei ganz schlecht aus. Nur eine Minute später kam aber die Antwort: Erst sahen die Schiedsrichter einen Weitschuss von Markus Gerber hinter der Linie, danach war Zimmermann schneller als sein Gegenspieler und traf zum 5:3. Je länger die Partie dauerte, umso müder wurden die Beine der Dänen. Nach Zimmermanns 7:3 in der 38. Minute war die Partie endgültig entschieden. Im letzten Abschnitt machten die Schweizer nicht mehr als nötig war. Die Skandinavier waren stehend k.o. – fünf Schweizer Tore bis zur Sirene waren die Folge.

„50:50 oder ein bisschen mehr“

Staff
Die Dänen traten an nicht abzusteigen, nun durften sie für kurze Zeit sogar vom Halbfinal träumen. „Wir sind stolz auf unsere unerwartete Leistung“ sagte Verteidiger Jakob Westh nach der Partie. Noch glücklicher als der Däne war natürlich der Schweizer Nationaltrainer Markus Wolf: „Wir haben eigentlich ganz gut gespielt und die erste Chance auf den Halbfinal genutzt.“ Captain Marcel Kaltenbrunner war erleichtert, dass seine Mannschaft nach dem Ausgleich im Mitteldrittel – an dem er nicht ganz unschuldig war – schnell wieder die Kontrolle über das Spielgeschehen fand: „Dänemark hat im ersten und im zweiten Drittel stark angefangen, wir konnten aber gut darauf reagieren.“ Gegen den wahrscheinlichen Halbfinalgegner Finnland rechnet sich Wolf gute Chancen aus: „Wir haben in den letzten beiden Jahren sehr gut gespielt gegen Finnland, unsere Chancen stehen bei 50:50, vielleicht sogar ein bisschen mehr.“

Leader Markus Gerber

Im Mittelpunkt des Interesses stand auch der Schweizer Verteidiger Markus Gerber. Nach fünf Skorerpunkten führt der Emmentaler die Skorerwertung an. Der schussgewaltige Back überzeugte bisher mit drei starken Vorstellungen. Persönliche Interessen stellt der Berner aber in den Hintergrund. Seine Temporär-Führung wollte er nicht weiter kommentieren, „wichtig ist das Team“ erklärte er souverän einem schwedischen Journalisten. Offensiv weiss die Abwehr tatsächlich zu überzeugen, defensiv war die ganze Mannschaft vor allem bei Konterangriffen verwundbar. Torhüter Kellenberger steigerte sich nach einem nervösen Beginn kontinuerlich, eine klare Nr. 1 ist aber auch nach drei Partien nicht gefunden. Man darf gespannt sein, welcher Goalie das Tor gegen Schweden hüten wird.


Schweiz - Dänemark 12:3 (3:1, 4:2, 5:0)
Baltiska hallen Malmö (SWE) - 339 Zuschauer
SR: Bengtsson/Polverarvi (SWE)
Tore: 3. Riedel (Andersen) 0:1, 11. Zimmermann (Roger Gerber II) 1:1, 15. Markus Gerber (Aeschlimann) 2:1, 20. (19:20) Stucki (Aeschlimann) 3:1, 22. (21:58) Engelsen (Larsen) 3:2, 23. (22:12) Berardino 3:3, 24. (23:07) Markus Gerber (Kaltenbrunner) 4:3, 24. (23:35) Zimmermann (Markus Gerber) 5:3, 27. Matthias Hofbauer (Zürcher) 6:3, 39. Zimmermann (Markus Gerber/Ausschluss Jespersen) 7:3, 43. (42:02) Bachmann (Dysli) 8:3, 44. (43:06) Dysli (Matthias Hofbauer) 9:3, 51. Markus Gerber (Kaltenbrunner) 10:3, 56. Zimmermann (Bill/Ausschluss Schneeberger) 11:3, 60. (59:49) Cadisch (Brunner) 12:3.
Strafen: Schweiz 2x2', Dänemark 1x2'
Schweiz: Kellenberger; Markus Gerber, Kaltenbrunner; Dysli, Bill; Schneeberger, Roger Gerber I; Roger Gerber II, Krähenbühl, Zimmermann; Matthias Hofbauer (ab 51. Brunner), Christoph Hofbauer (ab 51. Weingart), Zürcher (ab 41. Cadisch)
Dänemark: Larsen-Fast; Erichsen, Allan Jensen; Joakim Larsen, Riedel; Westh; Thomas Jensen, Berardino, Jespersen; Engelsen, Olesen, Schow; Hedorf.
Bemerkungen: Schweiz ohne Flury (verletzt), Rohner, Tönz (überzählig); 23. Time-out Dänemark; 48. Lattenschuss Cadisch
Beste Spieler: Gerber / Jensen

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