Die Schweizer Nationalmannschaft hat das erste Ziel erreicht: Mit einem 12:3 über Dänemark qualifiziert sie sich für das Halbfinale. Nur im Mitteldrittel flatterten kurz die Nerven der Schweizer.
Wenn er gegen die Schweiz gewinne, könne er dort gleich die Nationalmannschaft übernehmen, spottete
Norwegens Nationaltrainer Urban Karlsson gestern nach der Niederlage zu seinem
dänischen Kollegen Johan Schönbeck. So weit ist es nun doch nicht gekommen –
Schönbeck darf sich nächste Saison voll und ganz auf die Unihockey Tigers
konzentrieren. „Wir konnten zwar unsere Batterien nochmal aufladen, aber die
Schweizer waren einfach zu stark“ akzeptierte Schönbeck die deutliche
Niederlage. Bis sich die Schweizer Nati aber von den vielen mitgereisten Fans
feiern lassen durfte, stand noch ein gehöriges Stück Arbeit an. Mit dem zweiten
Schuss aufs Tor gingen die Dänen auch schon in Führung – die Verunsicherung der
Eidgenossen war danach förmlich spürbar. Erst nach Adrian Zimmermanns Ausgleich
(11.) und Markus Gerbers Führungstor (15.) beruhigten sich die Schweizer Nerven.
40 Sekunden vor Drittelsende gelang Simon Stucki das wichtige 3:1: Goalie
Patrick Kellenbergers weiter Auswurf genau zwischen zwei Verteidigern hindurch,
leitete Daniel Aeschlimann direkt weiter zu Stucki.
Entscheidung in der
38. Minute
Auch im Mitteldrittel begannen die Dänen stark. Innert 14
Sekunden glichen sie die Partie kurz nach Wiederanpfiff aus. Die Schweizer
Abwehr sah dabei ganz schlecht aus. Nur eine Minute später kam aber die Antwort:
Erst sahen die Schiedsrichter einen Weitschuss von Markus Gerber hinter der
Linie, danach war Zimmermann schneller als sein Gegenspieler und traf zum 5:3.
Je länger die Partie dauerte, umso müder wurden die Beine der Dänen. Nach
Zimmermanns 7:3 in der 38. Minute war die Partie endgültig entschieden. Im
letzten Abschnitt machten die Schweizer nicht mehr als nötig war. Die
Skandinavier waren stehend k.o. – fünf Schweizer Tore bis zur Sirene waren die
Folge.
„50:50 oder ein
bisschen mehr“
Die Dänen traten an nicht abzusteigen, nun durften
sie für kurze Zeit sogar vom Halbfinal träumen. „Wir sind stolz auf unsere
unerwartete Leistung“ sagte Verteidiger Jakob Westh nach der Partie. Noch
glücklicher als der Däne war natürlich der Schweizer Nationaltrainer Markus
Wolf: „Wir haben eigentlich ganz gut gespielt und die erste Chance auf den
Halbfinal genutzt.“ Captain Marcel Kaltenbrunner war erleichtert, dass seine
Mannschaft nach dem Ausgleich im Mitteldrittel – an dem er nicht ganz unschuldig
war – schnell wieder die Kontrolle über das Spielgeschehen fand: „Dänemark hat
im ersten und im zweiten Drittel stark angefangen, wir konnten aber gut darauf
reagieren.“ Gegen den wahrscheinlichen Halbfinalgegner Finnland rechnet sich
Wolf gute Chancen aus: „Wir haben in den letzten beiden Jahren sehr gut gespielt
gegen Finnland, unsere Chancen stehen bei 50:50, vielleicht sogar ein bisschen
mehr.“
Leader Markus
Gerber
Im Mittelpunkt des Interesses stand auch der Schweizer
Verteidiger Markus Gerber. Nach fünf Skorerpunkten führt der Emmentaler die
Skorerwertung an. Der schussgewaltige Back überzeugte bisher mit drei starken
Vorstellungen. Persönliche Interessen stellt der Berner aber in den Hintergrund.
Seine Temporär-Führung wollte er nicht weiter kommentieren, „wichtig ist das
Team“ erklärte er souverän einem schwedischen Journalisten. Offensiv weiss die
Abwehr tatsächlich zu überzeugen, defensiv war die ganze Mannschaft vor allem
bei Konterangriffen verwundbar. Torhüter Kellenberger steigerte sich nach einem
nervösen Beginn kontinuerlich, eine klare Nr. 1 ist aber auch nach drei Partien
nicht gefunden. Man darf gespannt sein, welcher Goalie das Tor gegen Schweden
hüten wird.
Schweiz - Dänemark
12:3 (3:1, 4:2, 5:0)
Baltiska hallen Malmö (SWE) - 339
Zuschauer
SR: Bengtsson/Polverarvi
(SWE)
Tore: 3. Riedel (Andersen) 0:1, 11. Zimmermann (Roger
Gerber II) 1:1, 15. Markus Gerber (Aeschlimann) 2:1, 20. (19:20) Stucki
(Aeschlimann) 3:1, 22. (21:58) Engelsen (Larsen) 3:2, 23. (22:12) Berardino 3:3,
24. (23:07) Markus Gerber (Kaltenbrunner) 4:3, 24. (23:35) Zimmermann (Markus
Gerber) 5:3, 27. Matthias Hofbauer (Zürcher) 6:3, 39. Zimmermann (Markus
Gerber/Ausschluss Jespersen) 7:3, 43. (42:02) Bachmann (Dysli) 8:3, 44. (43:06)
Dysli (Matthias Hofbauer) 9:3, 51. Markus Gerber (Kaltenbrunner) 10:3, 56.
Zimmermann (Bill/Ausschluss Schneeberger) 11:3, 60. (59:49) Cadisch (Brunner)
12:3.
Strafen: Schweiz 2x2', Dänemark
1x2'
Schweiz: Kellenberger; Markus Gerber, Kaltenbrunner;
Dysli, Bill; Schneeberger, Roger Gerber I; Roger Gerber II, Krähenbühl,
Zimmermann; Matthias Hofbauer (ab 51. Brunner), Christoph Hofbauer (ab 51.
Weingart), Zürcher (ab 41. Cadisch)
Dänemark: Larsen-Fast;
Erichsen, Allan Jensen; Joakim Larsen, Riedel; Westh; Thomas Jensen, Berardino,
Jespersen; Engelsen, Olesen, Schow; Hedorf.
Bemerkungen:
Schweiz ohne Flury (verletzt), Rohner, Tönz (überzählig); 23. Time-out Dänemark;
48. Lattenschuss Cadisch
Beste Spieler:
Gerber / Jensen