12.
11.
2010
NLA Männer | Autor: Antener Emanuel

„Ich bin gelassener und geduldiger geworden“

Nati-Debütant und Floorball Köniz-Goalie Samuel Thut im Interview über die schwierige Rückkehr nach der Verletzung, seine Eindrücke von der Nati und die Konkurrenzsituation im Köniz-Tor.
„Ich bin gelassener und geduldiger geworden“

Als einziger Neuling stand Samuel Thut (23), Torhüter bei Floorball Köniz, im Aufgebot der Nationalmannschaft, welche vergangene Woche ein Trainingslager in Magglingen sowie die EuroFloorball Tour in Finnland bestritt. Zu seiner Premiere kam er bei der Partie gegen Schweden, die mit 2:8 deutlich verloren ging. Dass Thut überhaupt wieder Spitzenunihockey spielen kann, ist nicht selbstverständlich, hat er doch die komplette Saison 2008-09 wegen Operationen in beiden Hüften verpasst. Seit dem Beginn seiner Karriere als D-Junior stand der heutige Jus-Student auf Vereinsebene ausschliesslich für Floorball Köniz zwischen den Pfosten.

Hast du damit gerechnet, noch vor der WM deine ersten Länderspiele zu bestreiten, als du im April im Zürcher HB die Länderspiele als Zuschauer auf der Tribüne verfolgt hast?
Nein, definitiv nicht. Als ich nach der Verletzung mein Comeback gab, lief es rasch wieder einigermassen, ich kam jedoch lange nicht auf das Niveau zurück, das ich vor der Verletzung hatte. Das war schon etwas frustrierend. Deshalb lag und liegt mein Fokus vor allem darauf, mich bei Köniz für Einsätze aufzudrängen. Als ich wieder zu spielen begann, sagten mir viele, gleich lang wie man weg ist, benötige man, bis man wieder voll da ist. Im Nachhinein muss ich dem zustimmen.

Das heisst, jetzt bist du wieder voll da?
Samuel ThutJa, jetzt schon. Körperlich hatte ich zwar bereits nach wenigen Monaten das Gefühl, kein Handicap mehr zu haben. Mental brauchte ich hingegen etwas länger. Zu Beginn reflektierte ich meine Leistung andauernd und durch die hohen Ansprüche, die ich an mich selbst stelle, sowie die stetige kritische Beurteilung, fand ich andauernd Dinge, mit denen ich nicht zufrieden war und befand mich so phasenweise in einer Negativspirale. Mittlerweile bin ich gelassener und geduldiger geworden, ohne dabei allerdings die Messlatte zu weit nach unten gesetzt zu haben.

Bei der Niederlage gegen Schweden kamst du zu deiner Premiere im Tor der Nati. Wie beurteilst du deine Leistung in diesem Spiel?
Durchzogen. Zunächst fand ich gut in das Spiel hinein, weil ich viel zu tun hatte. Letztlich wurden es acht Gegentore, und damit ist man als Goalie natürlich nie zufrieden. Meine Abwehrquote ist vor allem am Schluss, als einige Schüsse reinfielen, leider noch etwas gesunken. Insgesamt konnte ich auf jeden Fall viel profitieren und dazulernen. Das Spiel ist international zwar nicht viel anders, es geht einfach alles ein wenig schneller. Die Schwierigkeit lag vor allem darin, über die gesamte Spielzeit stets hoch konzentriert zu sein.

Wie sehen im Übrigen deine ersten Eindrücke aus, die du von der Woche in der Nationalmannschaft mitgenommen hast?
Durchwegs positiv. Es war eine schöne Erfahrung, mal dabei sein zu können. Auch im Training ging alles etwas schneller, ich hatte aber das Gefühl, nach einer kurzen Phase der Akklimatisation mich gut zurechtzufinden und mithalten zu können. Insgesamt macht mir das Aufgebot natürlich Mut und gab mir das Gefühl, nicht so weit von der Spitze entfernt zu sein.

Dein Name steht auf der First List. Wie siehst du deine WM-Chancen?
Darüber mache ich mir keine grosse Gedanken, weil ich davon ausgehe, dass zumindest einer der beiden verletzten Goalies (Philipp Gerber von Langnau und Pascal Nieth von Grünenmatt, die Red.) wieder fit wird. Und Martin Hitz als dritter der Stammgoalies ist bereits länger dabei als ich und hat seine Sache gut gemacht letzte Woche.

Floorball Köniz liegt nach acht Runden im Mittelfeld. Vor dem WM-Aufenthalt trefft ihr mit Chur, Langnau und zweimal WaSa auf Teams, die in der Tabelle nicht so weit von euch entfernt liegen. Eine wegweisende Phase?
Samuel ThutNein, das finde ich nicht. Letzte Saison spielten wir eine starke, fast reibungslose Quali, waren dann aber in den Playoffs nicht mehr in Form. Von dem her brachte uns dies letztlich wenig. Jetzt bleiben wir gelassener, auch wenn wir mal nicht so gut spielen oder unnötig Punkte abgeben. Selbst wenn man ein paar Rückschläge erleidet während der Quali kann dies dem Team ja etwas bringen und es im Hinblick auf die Playoffs stärken, glaube ich. Solange wir uns auf dem richtigen Weg befinden und auch die Trainingsqualität stimmt, mache ich mir deshalb keine Sorgen, sollten wir nach der kommenden Phase nicht ganz vorne mitmischen.

Seit du in der SML bist, hast du dir den Platz im Köniz-Tor stehts mit jemandem geteilt. Zuerst mit Boschung, dann mit Hitz und seit letzter Saison mit Remo Leisi. Spornt dich dieser Konkurrenzkampf zusätzlich an?
Es ist klar, dass jeder Goalie immer spielen möchte und gerne die klare Nummer eins wäre. Kurzfristig gesehen wäre es vermutlich leichter, das volle Vertrauen zu geniessen und sich auch mal etwas schwächere Spiele leisten zu können. Längerfristig finde ich es allerdings gut, wenn sich zwei ähnlich starke Goalies gegenseitig fordern. Dadurch ist man gezwungen, sich in jedem Spiel und Training zu bestätigen - und entwickelt sich deshalb kontinuierlich weiter.

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3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
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11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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