02.
2014
Interview mit Kim Nilsson
Kim Nilsson wird die nächsten zwei Saisons von AIK Solna zu den Zürcher Grasshoppers ausgeliehen. Die Vorfreude ist gross, sagt der schwedische Ausnahmekönner im Interview mit dem Innebandy Magazinet.
Innebandy Magazinet: Die Grasshoppers also. Wie kam es dazu?
Kim Nilsson: Wir waren schon länger im Gespräch miteinander. Wir hatten auch Kontakt in der letzten Saison und ich habe eine Klausel im Vertrag bei AIK, dass ich ins Ausland wechseln kann. Nun bekam ich ein gutes Vertragsangebot, da konnte ich nicht Nein sagen. Ich habe nun sechs Jahre für AIK gespielt und meine Freundin Josefin und ich wollten auch Eltern werden. Nun hat alles gut geklappt und ich freue mich schon sehr darauf.
Wurden sie auch von Niklas Jihde, der auch vor etwa zehn Jahren zu den Grasshoppers und dann zurück zu AIK ging, inspiriert?
Ja, ich habe viel mit Jihde gesprochen. Er hat mich mit einigen Infos versorgt. Er sprach über die Zeit, die er in Zürich hatte und die Möglichkeiten, um sich als Spieler weiter zu entwickeln. Beispielsweise die Trainingsdosis zu erhöhen und sich zu 100 Prozent auf Unihockey zu konzentrieren.
Niklas Jihde bekam eine halbe Million Kronen pro Saison als Profi in der Schweiz (Anm.d.Red. rund 70‘000 Franken) und konnte einen Teil auch auf die Seite legen. Ist es immer noch so interessant, in Schweiz spielen?
Ich glaube, ich habe sogar den besseren Vertrag (lacht). Man kann mit Unihockey nicht so viel verdienen, wie in anderen Sportarten, aber das ist schon ein sehr guter Vertrag. Ich habe jetzt meine schwedische Stelle gekündet. Ich konzentriere mich nun ganz auf AIK und die Playoffs und dann werden wir im August in die Schweiz zügeln. Am 7. August ist auch der Geburtstermin unseres Kindes.
AIK entwickelte sich in dieser Saison wieder zu einem Top-Team. Ist es nicht schwierig, jetzt das Team zu verlassen?
Natürlich. Ich habe sechs Jahre hier gespielt und das erste Jahr ist es uns gelungen, die schwedische Meisterschaft und den Europacup zu gewinnen. Dann hatten wir zwei schlechte Saisons und jetzt geht es wieder nach oben. Natürlich gibt es die Chance, den Weg weiter zu gehen und einen dritten Titel zu holen. Aber ich hoffe, wenn ich zurückkomme, dass ich noch ein besserer Spieler bin, als heute.
Haben Sie nicht Angst, die Form in einer tieferen Liga zu verlieren?
Es ist klar, dass es Leute gibt, die so denken. Ich persönlich denke, dass es vier Schweizer Teams gibt, die in der SSL spielen könnten. Dann gibt es natürlich auch einige weniger gute Teams. Aber das wird eine gute Zeit für mich.
Haben Sie mit Nationaltrainer Jan-Erik Vaara über ihre zukünftige Chancen in der Nationalmannschaft gesprochen?
Ich habe mit Assistenztrainer Ulf Hallstensson gesprochen und er dann mit Vaara. Es ist offensichtlich, dass die Konkurrenz um die Nationalteam-Positionen gross ist. Aber ich werde jetzt noch härter trainieren und noch besser werden. Ich werde vor allem alles daran setzen, die Weltmeisterschaft im eigenen Land im Dezember dieses Jahres zu gewinnen.
Und dann geht es zu AIK zurück. Ist es klar, dass Sie die Karriere dort beenden?
Ich habe einen Fünf-Jahres-Vertrag mit AIK und habe nun zwei Jahre davon absolviert. Und ich hatte eine Klausel, AIK zu verlassen zu können, um im Ausland zu spielen. Ich werde in zwei Jahren zu AIK zurückkehren und ein weiteres Jahr spielen, dann werden wir wieder zusammen sitzen.
So ist es nicht ganz klar, dass Sie nur bei AIK spielen werden?
Ich werde meinen Vertrag erfüllen, dann setzen wir uns zusammen und diskutieren. Ich habe vermittelt, was ich will, aber gleichzeitig auch gesagt, dass man nicht weiss, wie es in zwei Jahren aussieht. Dann wäre es dumm, um einen solchen Vertrag bis zum Karrierenende bereits zu unterschreiben.
Quelle: Innebandy Magazinet