05.
2006
Interview mit Mutti und Terlizzi
Fabio Mutti,
herzliche Gratulation zum Klassenerhalt. War es so einfach wie es ausgesehen
hat?
Wir haben die Russen sicher etwas stärker erwartet.
Andererseits war das die vielleicht beste Leistung, die wir je geboten haben.
Immer, wenn sie etwas aufgekommen sind, konnten wir auch wieder zulegen. Das 5:1
hat die Sache dann entschieden.
Anfangs ist
euch sicher auch das fünf minütige Powerplay recht gekommen…
Das hat
geholfen, klar. Der Russe hat mir aber auch mit voller Absicht den Stock in die
Beine geschlagen, die Strafe war absolut korrekt.
Ein Wort zur
Stimmung hier? Kommt nach diesem Sieg so etwas wie WM-Stimmung
auf?
Ich bin schon etwas enttäuscht. Unsere Fans sind sensationell,
aber sonst? Kein Vergleich zur WM in der Schweiz. Gut, da haben wir auch immer
gewonnen, folglich war die Stimmung im Team ohnehin gut. Aber dass man hier
keine Zuschauer in die Halle bringt, finde ich schwach. Die Schweden scheinen
von der eigenen Liga zu verwöhnt zu sein und finden ein Erscheinen hier nicht
nötig.
Fabio
Terlizzi, drei Tore in diesem wichtigen Spiel. Du scheinst der Mann für die
gewissen Momente zu sein?
Es sieht so aus – ich habe schon an der WM
2004 eine Sekunde vor Schluss gegen Estland den Ausgleich geschafft und nachher
in der Verlängerung das Aufstiegstor geschossen. Und das hier war ja für uns wie
das erste von zwei möglichen Finalspielen. Es freut mich natürlich, dass ich so
getroffen habe.
Bist du auch
überrascht, dass es gegen die Russen so gut gelaufen ist?
Wir haben
auch nach den drei Niederlagen zuvor den Kopf nicht verloren. Finnland war ja
soviel besser als wir, dass wir das 20:0 nur mit Galgenhumor nehmen konnten. Und
dass gegen Lettland mehr drin gelegen wäre, haben wir gesehen. Wir haben uns vor
dem Spiel gesagt: Es muss einfach alles für uns laufen. Hinten blocken, vorne
treffen. Und genau das hat von Anfang an geklappt. Damit sollten wir den
Klassenerhalt geschafft haben, ich denke nicht, dass Russland morgen gegen
Tschechien gewinnen kann.
(Luca Tomatis kommt vorbei
und wirft ein, dass die Direktbegegnung zählt, Italien also definitiv oben
bleibt).
Dann liegt heute abend wohl ein Bierchen drin?
Auf
jeden Fall, jetzt bin ich richtig glücklich.
Ansonsten
alles in Ordnung hier, bezüglich Unterkunft und Organisation?
Alles
bestens. Laura Tomatis bekocht uns ausgezeichnet, es schmeckt fast so gut wie
daheim. Unser Staff schaut auch, dass kein Lagerkoller stattfindet. Letzten
Samstag etwa, nach unserem dreitägigen Trainingslager in Göteborg, hatten wir
einen ganzen Tag frei. Was wir morgen machen, weiss ich noch nicht – ich hoffe,
wir kommen etwas zum Baden und Relaxen.