05.
2006
Interview mit Niklas Jihde
Niklas,
Gratulation zum erneuten Weltmeistertitel. Hast du nach dem 3:0 oder später nach
dem 5:3 noch wirklich daran geglaubt?
Dieser Final war für uns
eine Frage der Ehre. Wir haben zuvor nicht immer gut gespielt, alle haben
gehofft, dass es endlich einen neuen Weltmeister gibt – aber wir wollten allen
zeigen, dass wir immer noch die Besten sind. Es war eine unglaubliche
Willensleistungs des Teams, denn Finnland war sehr, sehr stark. Aber wir haben
auch bei Rückstand die Ruhe bewahrt und uns entsprechend gesteigert, das war
entscheidend.
Was braucht
Finnland denn, um Schweden in so einem Spiel endlich mal wieder schlagen zu
können? Im Eishockey hat den Finnen beim legendären WM-Final ja nicht mal eine
5:0 Führung geholfen, Schweden gewann noch 6:5…
Also gegen
diese Finnen möchte ich nicht 5:0 im Rückstand sein, das 3:0 war schon hart
genug für uns.
Wie hast du die
Szene gesehen, die zur Strafe gegen Peik Salminen in der Verlängerung geführt
hat?
Du sollst in
einer Drittelspause versucht haben, Baumgartner/Kläsi zu
beeinflussen…
Ich wollte mit ihnen nur die Linie des Spiels
diskutieren. Und als Sportsmann habe ich gewartet, bis Finnlands Captain
Hintikka auch anwesend war.
Hast du dich
bereits mit dem Gedanken an ein Penaltyschiessen zu befassen
begonnen?
Ehrlich gesagt ja, ich hätte nicht damit gerechnet,
dass noch ein Tor fällt.
Bist auch du
froh, dass wenigstens der Final vor einer grossen Kulisse stattgefunden
hat?
Wir sind alle einer Meinung – die fehlenden Zuschauer
während der Woche sind eine grosse Enttäuschung. Der Final aber muss jeden
begeistert haben, der ihn gesehen hat. Es war ein würdiger Abschluss für diese
Weltmeisterschaft.