10.
2019
Jonas Höltschi: „So sind die Spiele anstrengend“
Ad Astra Sarnen ging in seinen bisherigen fünf NLA-Partien immer als Verlierer vom Platz. Können die Obwaldner die höchste Liga trotzdem geniessen - und was liegt diese Saison realistisch gesehen drin? Verteidiger Jonas Höltschi gibt Auskunft.
Nach der 3:9-Niederlage beim HC Rychenberg letzte Woche blieb eure Kabinentür lange geschlossen. Gab es eine Standpauke?
Jonas Höltschi: Nein, wir warteten lange auf die Trainer, die erst untereinander diskutierten. Es war recht still in der Garderobe. Wir waren enttäuscht - das erste Drittel war noch okay, aber danach war unser Auftritt eine Katastrophe, wir waren gedanklich immer einen Schritt zu spät.
Wiegen derzeit die verletzungsbedingten Ausfälle der Finnen Lauri Liikanen und Kaapo Savinainen einfach zu schwer, um offensiv mehr kreieren zu können?
Natürlich sind wir aktuell in der Offensive dünn besetzt. Auch Noah Boschung und Cornel von Wyl fehlen derzeit, so stellt sich das Team fast von selber auf. Aber so etwas kann einfach passieren, da darf man nicht jammern. Ich hoffe, dass wir nach der Nati-Pause dann erstmals komplett sein werden. Gegen Rychenberg sah ich aber eher die Defensive als Problem, wir erhielten die Gegentore viel zu einfach. Mit neun Gegentreffern gewinnst du selten.
Macht die NLA so Spass?
Im Grunde schon, auch wenn wir die Partien natürlich lieber enger hätten. Wir wussten aber, dass es nicht einfach wird, wir sind nicht naiv. Und vor 1000 Zuschauern aufzulaufen wie in Winterthur ist ein Erlebnis, das du in der NLB nicht hast.
Zumal eure Fans die Auswärtspartie beim HCR fast zu einem Heimspiel machten.
Die Untersützung zu Hause und auswärts ist wirklich toll. Und solange unsere Fans sehen, dass wir alles geben, machen sie uns sicher auch keine Vorwürfe.
Wie schätzt du denn Sarnens sportliches Potenzial ein? Wie lange braucht ihr, um euch an das NLA-Level zu gewöhnen?
Wir haben in den bisherigen Partien gesehen, dass wir bezüglich Passqualität noch nicht mit den Mittelfeldteams der NLA mithalten können. Wenn dann auch noch die Mehrheit der Zweikämpfe verloren geht, werden die Spiele sehr anstrengend. Gegen Uster war es bitter, dass uns kein Tor gelang, da waren wir schlecht bedient. Gegen Malans waren wir 40 Minuten lang gut, gegen GC sogar 60 - danach hatten wir gegen Wiler keinen Stich und die Partie gegen Rychenberg war wieder ein Schritt zurück. Wir müssen versuchen, uns im Verlauf der nächsten Monate Schritt für Schritt zu verbessern, die Zeit trotzdem zu geniessen - und Ende Saison unser bestes Unihockey zu zeigen.
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