29.
04.
2020
NLA Männer | Autor: "Die Südostschweiz"

Keine finanziellen Experimente

Der Unihockeyklub Alligator Malans muss den Abgang des Topskorers Oscar Eriksson-Elfsberg verkraften. Ob ein ausländischer Ersatz für den Schweden verpflichtet wird, lässt Sportchef Thomas Hitz gegenüber der "Südostschweiz" offen.

Keine finanziellen Experimente Oscar Eriksson-Elfsberg nahm bei Alligator Malans eine wichtige Rolle ein. (Bild: Erwin Keller)

Als Alligator Malans am 23. März die Rückkehr von Tim Braillard verkündete, gab es keine Zweifel mehr: Der Unihockeyklub schien zu diesem Zeitpunkt personell noch besser aufgestellt zu sein als in der Vorsaison. Diesen Eindruck bestätigte die anschliessende Verpflichtung von U23-Nationalspieler Romano Schubiger vom UHC Uster. Dazu kam der Gedanke auf, dass die Alligatoren in der nächsten Saison wohl kaum nochmals so viel Verletzungspech haben würden wie in der vergangenen Spielzeit. Teils fielen damals bis zu sieben Spielergleichzeitig aus. Langzeitverletzte wie beispielsweise Joel Friolet dürfen somit quasi als Neuzugang angesehen werden.

Zwar war zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt, dass Kevin Nylund den Klub nach einer Saison wieder in Richtung Heimat verlassen würde, doch dass man sich von einem der vier Ausländer zu trennen hatte, war aufgrund der Ausländerbeschränkung auf die nächste Saison hin sowieso klar. Das mit Ausnahme von Zug United von allen Klubs unterschriebene Gentlemen's Agreement besagt nämlich, dass nur noch drei Ausländer gleichzeitig auf dem Matchblatt stehen dürfen. Auch Alligator Malans wollte sich mit dem Abgang von Nylund daran halten.

Vor einer Woche nun durchkreuzte eine Medienmitteilung des Ligakonkurrenten UHC Waldkirch-St. Gallen (WaSa) die Ausländer-Planspiele der Alligatoren. Die St. Galler gaben bekannt, dass sie den Malanser Topskorer Oscar Eriksson-Elfsberg auf nächste Saison hin unter Vertrag nehmen werden. Der Schwede, der in der vergangenen Spielzeit bei Malans mit 34 Skorerpunkten in 23 Spielen zu überzeugen wusste, liess sich in der Mitteilung folgendermassen zitieren: «Ich glaube an eine gute Zukunft bei WaSa, denn das Team hat viele junge Spieler und viel Talent. Zudem war es mir wichtig, einen neuen Job zu bekommen, und ich glaube, dass das in St. Gallen möglich sein wird.»

Beruf statt sportliche Ambition
Der ausschlaggebende Punkt für seinen Wechsel war die berufliche Perspektive. Denn auch wenn WaSa in den vergangenen Jahren viel richtig gemacht hatte und zuletzt erstmals die Qualifikation für die Play-offs schaffte, sind die St. Galler mit den Bündnern (noch) nicht auf Augenhöhe. Sportchef Thomas Hitz sagt: «Sein Abgang kam für uns nicht aus heiterem Himmel.» Dass Eriksson-Elfsberg mit abgeschlossenem Betriebswirtschaftsstudium gerne einen Beruf im Büro ausgeübt hätte, sei bekannt gewesen. «Wir bemühten uns darum, konnten seinen Wunsch aber nicht realisieren», sagt Hitz. Die momentane wirtschaftliche Situation habe die Möglichkeit für einen solchen Job auch nicht verbessert, so der Sportchef. Und deshalb entschied die Vereinsführung «dass es nicht an der Zeit ist, finanzielle Experimente einzugehen».

Alligator Malans lässt den Schweden trotzdem schweren Herzens ziehen. «Natürlich tut uns der Abgang weh. Wir verlieren mit ihm nicht nur einen starken Spieler, sondern vor allem eine grosse Persönlichkeit - auf und neben dem Feld», sagt Hitz. Ob ein dritter Ausländer verpflichtet wird, lässt der Sportchef offen. «Ob wir eine starke Saison spielen können, machen wir nicht davon abhängig, ob wir mit zwei oder drei Ausländern aufgestellt sind», sagt Hitz. Wenn das Gesamtpaket aber stimme, sei ein weiterer ausländischer Verstärkungsspieler durchaus denkbar.

Quelle: "Die Südostschweiz", von Stefan Salzmann

 

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