Neben Scharfschütze Markus Gerber ist Joel Krähenbühl (21) die Schweizer WM-Entdeckung. Das Leichtgewicht überzeugte bisher mit vorbildlichen Einsatz, auch gegen beinahe doppelt so grosse Gegenspieler wusste sich der unbekümmerte Flügel durchzusetzen.
Vor zwei Jahren stand Krähenbühl im Klotener
Schluefweg noch auf der Tribüne und jubelte den Natistars zu, nun trägt er
selber das Trikot mit dem weissen Kreuz. Als „Traum“ bezeichnet der Burgdorfer sein Aufgebot für
diese Weltmeisterschaft. „Ich war ehrlich gesagt selber überrascht, dass ich
hier dabei sein darf. Meine Saison war eher durchzogen, auch zum Schluss der
Meisterschaft.“ Vorher stand er noch nie in einer nationalen Auswahl - mit der
Nomination Krähenbühls haben die Schweizer Trainer aber eine gute Nase bewiesen.
Der flinke Flügel läuft weite Wege, ist einer der ersten beim Backchecking und
weiss sich auch vor dem Tor zu behaupten. Gegen die deutlich grösseren und
schwereren Gegenspieler muss er einige blaue Flecken kassieren. Für ihn kein
Problem: „Wenn man im Training gegen Brocken wie Michael Flury oder Jonas
Schneeberger antreten muss, kann einem nichts mehr erschüttern.“ Sein
Erfolgsrezept heisst Hartnäckigkeit: „Wenn man immer und immer wieder im Slot
erscheint, geben die Verteidiger mit der Zeit nach.“ .
„Respekt, aber keine Angst“
Als wir uns in
der WM-Vorschau im Printmagazin fragten, was wohl passiere, wenn er gegen einen
schwedischen Felsen wie Kimmo Eskelinen antreten müsse, war sein erster Gedanke
„gegen den hab ich ja schon gespielt.“ Im Europacuphalbfinal traf er mit
Wiler-Ersigen auf Eskelinens Warberg und schoss in der 38. Minute das 6:4. Respekt
habe er schon vor solchen Spielern, „aber keine Angst.“ Die Europacup-Erfahrung
ist sein grosses Plus, mit seiner Wendigkeit und seinem Durchsetzungsvermögen
eine stete Gefahr für die gegnerische Abwehr. Auf sich selbst konzentrieren, war
sein Ziel vor der Weltmeisterschaft, nun gehört er bereits zu den
Leistungsträgern. „Ich konnte meine Chance im Startspiel nutzen“ freut er sich.
Zu Hilfe kamen ihm auch, dass er mit den Teamkollegen Adrian Zimmermann und
Roger Gerber eine Linie bilden darf. Weitere Hilfe gabs aber nicht – immerhin
hat er als Teambenjamin keine zusätzlichen Aufgaben. „Anders als bei
Wiler-Ersigen“ wie er schmunzelnd ergänzt. Was immer das auch sein mag, auf dem
Weg nach oben hat es ihn nicht gestoppt. Wir drücken die Daumen, dass es so
weitergeht.“