23.
04.
2021
NLA Männer | Autor: Güngerich Etienne

Kleinigkeiten erhalten noch grösseres Gewicht

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Schweizer Unihockeys stehen sich am Samstag Floorball Köniz und der SV Wiler-Ersigen in einem Superfinal gegenüber. Einen Favoriten für das Duell der beiden Erzrivalen auszumachen, ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit.

Kleinigkeiten erhalten noch grösseres Gewicht Vom diesjährigen Superfinal dürfen nicht zu viel Tore, aber viel Spektakel und Spannung erwartet werden. (Bild: Fabian Trees)

Schon im Vorfeld der beiden Halbfinal-Serien, in denen die vier besten Teams der Qualifikation um den Final-Einzug kämpften, schrieben wir, dass Details über die Sieger entscheiden werden. Auf die Begegnung zwischen Wiler-Ersigen und GC traf diese Voraussage zwar nicht ganz zu, betrachtet man jedoch die einzelnen Spiele (vielleicht einzig die erste Partie ausgenommen), muss trotzdem festgehalten werden, dass der Unterschied zwischen allen vier Vereinen nur klein war. Die angewandte Schlagzeile könnte für den Superfinal vom Samstag (Anpfiff: 17.00 Uhr) also Eins zu Eins übernommen werden. Allen voran, weil die Entscheidung über Gewinner und Verlierer in nur einem Spiel fällt. So werden den Kleinigkeiten noch mehr Gewicht verliehen, was es noch schwerer macht, einen Favoriten für dieses Duell zu ermitteln.

Solide Defensiven
Wird nach Vor- und Nachteilen gesucht, die für oder gegen einen der Protagonisten sprechen, bleibt man immer wieder hängen, weil sie sich artig die Waage halten. Wiler-Erisgen hat zwar mit drei Siegen bei vier Superfinal-Teilnahmen die bessere Quote, doch war es ausgerechnet Köniz, das vor drei Jahren den Oberemmentalern die einzige Niederlage zufügte. Von diesem Spiel, das die Berner Vorstädter mit 5:2 für sich entschieden, sind von beiden Mannschaften in etwa gleich viele Spieler noch in den aktuellen Teams dabei. Köniz hat zwar in dieser Saison (inkl. Supercup) alle drei Direktduelle gewonnen, doch war es der SVWE, der die Vorstädter 2019 aus dem Halbfinal kegelte.

Auch vom Kader her, befinden sich beide Teams etwa auf dem gleichen Level. Angefangen bei der Torhüterposition zeigten Martin Menetrey und Patrick Eder in den Playoffs äusserst solide bis starke Leistungen. Die Ausländer Tatu Väänänen und Joonas Pylsy haben sich bei Wiler während den Entscheidungsspielen genauso gesteigert wie Jyrki Holopainen und Martin Kisugite bei Köniz. Und mit Krister Savonen und Simon Jirebeck hatten beide Teams zuletzt schwerwiegende Ausfälle auf der dritten Ausländerposition zu beklagen, wobei beide darauf hoffen, dass diese im letzten Spiel der Saison eingesetzt werden können. Ähnlichkeiten weisen die beiden Equipen auch in Sachen Defensive auf, wo beide ausserordentlich solid und diszipliniert agieren und mehr als fünf Gegentore eher die Ausnahme waren.

Führung könnte entscheidend sein
Weil beide Mannschaften gut verteidigen können, ist nicht von einem offenen Schlagabtausch oder einem Torspektakel auszugehen. Es wird, wie 2018, eine eher taktisch geprägte Partie geben. Das Zünglein an der Waage spielen könnte der Umstand, wer sich bis zur Spielmitte einen Vorsprung herausspielen wird. Denn beide Teams fühlen sich mit einer Führung im Rücken wesentlich wohler. Wiler-Ersigen hat in einem solchen Fall die Möglichkeit, sein bekanntes Ballbesitzspiel aufzuziehen, während Köniz die Räume noch enger machen und auf seine gefürchteten Konter spekulieren kann. Die Vorstädter werden sich unter der Woche vor allem mit der Frage beschäftigt haben, wie sich ihre Stürmer gegen die von Wiler-Ersigen praktizierte Manndeckung in deren eigener Zone durchsetzen können. Thomas Berger wird derweil seinen Spielern verschiedene Lösungen präsentiert haben, wie sie bei der Spieleröffnung gegen das massive Könizer-System in die gefährlichen Zonen kommen werden.

Auch wichtige Trainerfragen vor einem einzelnen Finalspiel sind immer, wie die Linienzusammenstellung aussieht. Da im Gegensatz zu einer Serie diesbezüglich nach der ersten Partie nicht mehr reagiert werden kann, geht die Tendenz in Superfinals eher dazu, schon von Anfang an «All-In» zu gehen. Sprich, schon von Beginn weg die zehn besten Leute in die ersten zwei Formationen zu schmeissen. Dass beide Teams während den ganzen 60 Minuten nur mit zwei Linien agieren werden - so wie es beim Superfinal der Frauen der Fall war - wird vermutlich nicht geschehen. Die dritten Formationen werden allerdings mehr zur Entlastung dienen und vorwiegend darauf bedacht sein, hinten die Null zu halten.


Superfinal 2021

Samstag, 24. April
Floorball Köniz - SV Wiler-Ersigen
17:00 Uhr - AXA Arena, Winterthur
SR: Wehinger/Zurbuchen

So könnten die beiden Teams spielen:

Floorball Köniz: Eder; Schmocker, Holopainen; Ruh, Tringaniello (Kisugite); Haldemann, Kisugite (Tringaniello); Willfratt (Jirebeck), Hutzli, Ledergerber; Michel, Engel, Maurer; Saner, Guggisberg, Aebersold (Willfratt).
Wiler-Erisgen: Menetrey; Hollenstein, Bürki (Savonen); Väänänen, Ziehli (Bürki); Tambini, Känzig; Dudovic, Pylsy, Affolter; Mendelin (Rentsch), C. Mutter, Louis; N. Mutter (Mendelin), Sikora, Persici.

 

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1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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