02.
2018
Krähenbühls Leidensgeschichte
Bei Schweizer Meister SV Wiler-Ersigen vermisst man schon seit Mitte Oktober Routinier Joel Krähenbühl. Der Rückkehrer, der nach sechs Jahren bei den Unihockey Tigers hochmotiviert zum SVWE zurückkehrte, um seiner Karriere nochmals einen „Kick" zu geben, laboriert an einer kleinen, aber umso schmerzhafteren Verletzung.
Gegen Zug passierte es, verletzte sich der 32-jährige in einem Zweikampf am kleinen Zeh. Nur eine Prellung dachte Jöggu und hoffte auf rasche Besserung. Doch auch in der dreiwöchigen Natipause wurden die Schmerzen nicht kleiner. Ein MRI ergab dann die Diagnose Kapselriss. Normalerweise heisst dies drei Monate Pause. Die Verletzung ist mittlerweile auch ausgeheilt, doch die Schmerzen sind aufgrund einer Knochenmark-Reizung immer noch da. „Es ist zum Verzweifeln", zeigt sich Krähenbühl frustriert. „Es geht so langsam vorwärts und die Zeit wird hinsichtlich der Playoffs immer knapper." Den Cupfinal hat er schon abgeschrieben, dabei würde er in der Linie um Matthias Hofbauer so dringend gebraucht. Vor seiner Verletzung war diese Formation in einer tollen Verfassung, Jöggu erreichte beinahe schon die Skorerwerte aus seinen besten SVWE-Jahren, glänzte gar mit einem Zaubertor gegen GC.
Jetzt wird Krähenbühl schmerzlich vermisst. Getestet wurden auf seine Position mit Rentsch, von Pritzbuer, Dudovic, Affolter und zuletzt Alder bereits fünf Spieler, „gematcht" hat noch keiner so richtig. Vor allem für Routinier Matthias Hofbauer ist die Situation nicht einfach. Aus der erhofften Rückkehr von seinem Bruder Christoph (erklärte unlängst wegen einem Knorpelschaden im Knie seinen Rücktritt) wurde nichts und jetzt droht auch noch ein ähnliches Schicksal mit Joel Krähenbühl, der sagt: "Ich kann Chrischi nun in etwa nachfühlen. Es ist eine frustrierende Situation, wenn eine Verletzung kaum oder nur ganz langsam auskuriert werden kann. Einerseits weil man selber unbedingt rasch möglichst spielen will, aber auch gegenüber dem Team ist es nicht einfach. Alle erkundigen sich nach einem und man kann kaum etwas sagen."
So bleibe man dem Team fast lieber fern und fühle sich dadurch irgendwie nicht mehr richtig integriert. Dafür findet man sich unvermittelt in der Rolle des Live-Stream-Kommentators, Kameramanns oder des Ticketkoordinators für den Cupfinal wieder. Das hatte sich Krähenbühl wirklich anders vorgestellt. Immerhin, eines scheint schon klar zu sein: "So will ich nicht aufhören. Wenn ich gesund werde und immerhin das hat mir der Arzt garantiert, dann werde ich eine Saison anhängen." Das freut die Wiler-Verantwortlichen, hatte Krähenbühl doch vorerst nur für eine Saison zugesagt gehabt.