Heute werfen wir im WM-Splitter einen Blick auf die B-Gruppe und ins Museum.
Spiele der B-Gruppe sind immer wieder eine schöne Sache. Das Tempo beim Spiel Australien gegen Singapur bewegte sich auf schwindelerregendem Niveau. Die Zuschauer bekamen fast die Genickstarre - wie im Tennis wogte das Geschehen hin und her. Wo die Akteure ihre Wurzeln haben, ist auch schnell ersichtlich - beinahe alle spielen auf rechts wie beim Landhockey. Ebenso lautete das Motto „Laufe so weit wie möglich, bis dass dich ein Gegenspieler foult.“ Die Singalesen (oder Singapurer?) bewiesen dabei mehr Ausdauer – frenetisch bejubelten sie das 6:5, den zweiten WM-Sieg seit dem 3:1 gegen Malaysia im Jahr 2002. Den Australiern half auch der Einsatz von Janne Iivonen nichts. Der IFF erlaubte den Einsatz des 35-jährigen im Startspiel gegen Slowenien nicht, da er auf der offiziellen Meldeliste fehlte. Der australische Verband behauptete das Gegenteil, kurzfristig durfte nun der beste Torschütze der australischen Meisterschaft doch mitspielen.
Harte Sache
Auch in der Partie zwischen Österreich und Slowenien gings ordentlich zur Sache. Die beiden Nachbarn schenkten sich gar nichts – das Spiel erinnerte zeitweise mehr an Eishockey als an Unihockey. Die beiden tschechischen Schiedsrichter Martin und Ondrej Sykora waren jedenfalls heillos überfordert und liessen Schiedsrichter-Inspizient Lukas Gyger eifrig Notizen machen. Mehr als zwei Seiten füllte der Schweizer Regelexperte in seinem Notizbuch. Ungewohnt auch die Geräuschkulisse: Zwei Malmöer Schulklassen feierten die Teams wie Popstars. Unihockey wurde auch noch gespielt: 8:6 gewannen die Slowenen und qualifizierten sich überraschend fürs Halbfinale. Bester Akteur war auch heute GC-Stürmer Beni Cernela: Drei Tore und zwei Assists konnte er sich gutschreiben lassen.
Blick zurück
Auch weiterbilden kann man sich in der Baltisk Hallen in Malmö, jedenfalls wenn man sporthistorisch interessiert ist. In einem umfangreichen Museum werden Devotionalien früherer Tage ausgestellt. Beim Anblick der Eishockey-Ausrüstung der 50-er Jahre bekommt man fast Gänsehaut – auf dem Kopf trugen die Torhüter damals lediglich eine Baseball-Kappe… Auch schön das Schwedische Eishockey Trikot von 1954: Ein „selbstgelismeter“ Pullover und dazu Hosen aus Manchesterstoff gehörten zur Ausrüstung. Wie sich die Zeiten ändern…
Prophet Urban?
Der Spruch des Tages kam vom Norwegischen Naticoach Urban Karlsson. Bei der Pressekonferenz bat ein dänischer Journalist Nationaltrainer Johan Schönbeck nach dem 5:3 Überraschungssieg gegen Norwegen seinen Vertrag vorzeitig zu verlängern. Diese sagte nein, da er für die nächsten zwei Jahre in der Schweiz wohne. "Wenn du gegen die Schweiz gewinnst, kannst du ja gleich dort die Nationalmannschaft übernehmen" entgegnete Karlsson daraufhin...