02.
2014
Meier: «Wir müssen Wiler weh tun»
Die Kloten-Bülach Jets starten heute Donnerstag mit einem Auswärtsspiel in die NLA-Playoff-Viertelfinalserie (Best-of-7) gegen den Qualifikations-Zweiten Wiler-Ersigen. Cheftrainer Dani Meier blickt ihr gespannt entgegen.
Der ersten Playoff-Qualifikation der Kloten-Bülach Jets seit 2011 ist ein mittleres Unihockey-Wunder vorangegangen. In den ersten neun NLA-Partien gingen die Unterländer nur einmal als Sieger vom Feld, den Playoff-Strich sahen sie lange nur aus weiter Ferne. Dank eines Endspurts mit zuletzt fünf Siegen in Serie erreichen die Jets ihr Saisonziel am Ende doch noch. Cheftrainer Dani Meier, der das Team auf diese Saison hin übernommen hatte, erklärt, wie es zur spektakulären Wende kam und worauf es im Playoff-Viertelfinal gegen Wiler-Ersigen ankommen wird.
Zürcher Unterländer: Dani Meier, Hand aufs Herz: Haben Sie selbst wirklich immer an die Playoff-Qualifikation der Jets geglaubt?
Dani Meier: Es wäre nicht ganz ehrlich, zu sagen, dass ich nie daran gezweifelt hätte. Vor allem Anfang Dezember, als wir nach dem schwachen Saisonstart auch noch so viele verletzte und kranke Spieler im Kader hatten, dass wir beide Spiele an einem Wochenende absagen mussten. Da war auch ich mir einen Moment lang nicht mehr ganz sicher.
Was hat denn bis dahin so lange gebraucht, dass die Spieler das neue System verstehen oder dass Sie die Verlierermentalität aus der Vergangenheit ablegen?
Eine Kombination aus beidem: Zum einen mussten wir neue Spieler integrieren, die neuen Trainer kennenlernen, wissen, worauf wir Wert legen, und wie sie die neuen Ideen umsetzen können. Zum andern hat es tatsächlich einen Mentalitätswandel gebraucht. Am Anfang haben die Spieler Niederlagen noch zu leicht hingenommen, sie einfach so akzeptiert, ohne sich darüber zu ärgern. Es hat eine Zeit gedauert, bis sie nach Niederlagen im positiven Sinn wütend geworden sind - und die Wut in Energie umgesetzt haben.
Worin sehen Sie den Schlüssel zur Wende: Die veränderte Einstellung oder das eine zusätzliche Training pro Woche, das Sie nach der 1:12-Auswärtspleite bei Alligator Malans eingeführt haben?
Auch hier hat eine Kombination gewirkt: Die höhere Trainingsintensität hat eine Rolle gespielt. Zwei, drei Schlüsselerlebnisse waren aber auch sehr wichtig. Zum Beispiel, dass wir das Nachtragsspiel bei Rychenberg Winterthur gewonnen haben. Oder dass den Spielern nach dem 0:3 im Startdrittel gegen Grünenmatt bewusst geworden ist, dass nur sie selbst sich helfen können, dass sie selbst Lösungen finden müssen.
Vom Rück- zum Ausblick: Was ist im Playoff-Viertelfinal gegen das langjährige NLA-Spitzenteam Wiler-Ersigen für die Jets möglich?
(Überlegt) Grundsätzlich ist auch da alles möglich. Rychenberg Winterthur hat es letztes Jahr vorgemacht, wie man sich im Playoff-Viertelfinal als Qualifikations-Siebter mit grossem Engagement gegen Wiler durchsetzen kann. Allerdings ist die Nationalmannschafts-Pause für uns jetzt nicht zum besten Zeitpunkt gekommen. Ideal wäre es gewesen, wenn wir ohne Pause weiterspielen und unseren Lauf hätten fortsetzen können. Ich bin darum selbst sehr gespannt.
Spüren Sie ein Kribbeln bei Ihren Spielern, die freudig angespannte Playoff-Stimmung?
Wegen der Nati-Pause mussten wir die nötige Spannung erst wieder aufbauen. Nach ein, zwei eher lockeren Trainings haben wir die Spieler zuletzt auch ein wenig provoziert. So bin ich zuversichtlich, dass sie die nötige Playoff-Aggressivität hinbekommen.
Sind denn alle Spieler fit?
Ja, bis auf die langzeitverletzten Dominique Heller, Attila Schwarz und Marco Adank, die noch für den ganzen Rest der Saison ausfallen, können wir personell aus dem Vollen schöpfen.
Wie wollen Sie den Favoriten Wiler-Ersigen das Leben schwermachen?
Wir müssen Wiler wehtun, wehtun und nochmals wehtun. Das heisst unter anderem, dass wir uns nicht dazu verleiten lassen dürfen, einfach locker mitzuspielen. Denn dann würden die Berner ihre technische Überlegenheit und das höhere Tempo ausspielen. Wir müssen kämpferisch und clever spielen, dabei frech und mutig bleiben. Auch Wiler-Ersigen ist nicht unbezwingbar.
Quelle: Zürcher Unterländer