01.
2021
Menetrey: "Die Automatismen stimmen"
Der SV Wiler-Ersigen hat zwar am Wochenende gegen die Grasshoppers erstmals in dieser Saison Punkte abgeben müssen. Doch die Oberemmentaler überzeugten in der ersten Doppelrunde nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit einer soliden Defensive - auch dank Goalie Martin Menetrey, der gegen die Unihockey Tigers hauchdünn an einem Shutout vorbeischlitterte.
Der SV Wiler-Ersigen hat am Sonntag gegen die Unihockey Tigers mit einem klaren 8:1-Sieg seine Favoritenrolle unterstrichen. Schon einen Tag vorher überzeugte der Titelverteidiger im Spitzenkampf gegen die Grasshoppers mit einer soliden Defensive - auch wenn schlussendlich nur ein Punkt mitgenommen werden konnte.
Neben den Doppeltorschützen Nico Mutter sowie Rückkehrer Patrick Mendelin gehörte auch Torhüter Martin Menetrey zu den Matchwinnern des Berner-Derbys. Der ehemalige Tigers-Junior hielt seinen Kasten 59 Minuten rein, bis er 42 Sekunden vor der Schlusssirene doch noch hinter sich greifen musste. Nach der Partie haben wir den Berner, der nun schon fast seit drei Jahren die Nummer 1 im Wiler-Tor ist, zum Interview gebeten.
Am Sonntag fehlten die gegen die Unihockey Tigers 42 Sekunden, um einen Shutout feiern zu können. Wie sehr fuxt dich dies?
Martin Menetrey: Es wäre sicher speziell gewesen, da es im Unihockey so etwas eher selten gibt. Letzte Saison gelang mir dies gegen Zug United. Diesmal hat es leider nicht ganz gereicht. Als Goalie fängst du so in der 55. Minute mit diesem Gedanken zu spielen, aber meistens passiert es dann gleich. (lacht)
Was hättest du der Mannschaft zahlen müssen?
Zahlen nichts. Bei uns ist es so, dass die Torhüter bei einem Shutout etwas zu Essen mitbringen müssen. Jetzt gehen natürlich schon die Gerüchte rum, dass ich mich absichtlich bezwingen lies...(lacht)
Wäre für dich, angesichts deiner Vergangenheit, ein Shutout gegen die Tigers noch etwas süsser gewesen?
Als Torhüter, der gerne viel zu tun hat, spiele ich sehr gerne gegen die Tigers, weil sie oft den Abschluss suchen. Sie gehören zu meinen drei Lieblingsgegnern - auch weil ich mal dort spielte und noch viele Leute kennen.
Zwar setzte es gegen GC eine Niederlage nach Verlängerung ab. Trotzdem sind nur drei Gegentore gegen die beste Offensive der Liga beachtlich. Was macht eure Defensivabteilung so gut?
Die Automatismen in der Abwehr stimmen, einige Verteidigerpaare spielen schon ein paar Jahre zusammen - das gibt Sicherheit. Ausserdem verfügen wir vor allem in der Abwehr über viel Qualität. Alle Verteidiger sind sehr ballsicher und begehen dadurch nur wenige Fehler. Wichtig für eine gute Defensive sind auch eine saubere Blockarbeit und natürlich die richtige Interpretation unseres Systems. All das macht es schlussendlich auch für uns Torhüter einfacher.
Wie sieht dein Fazit nach der ersten Doppelrunde aus?
Gegen die Tigers kann man nicht viel bemängeln. Das Resultat war klar, wir zogen unser Spiel weitgehend durch und traten effizient auf. Gegen GC haben wir zwar verloren, aber die Leistung war grundsätzlich nicht schlecht. Es entschieden Details. Fast alle Tore wurden im Powerplay oder auf eine Standardsituation erzielt. Das zeigt, dass wir uns mit den Hoppers auf Augenhöhe befinden.
Ist GC der härteste Konkurrent im Kampf um den Qualifikationssieg?
Ich zähle GC sicher zu den drei stärksten Gegnern, die wir bezwingen müssen.
Wie gelang dir der Wiedereinstieg nach der Corona-Pause?
Ich muss sagen, dass es für mich noch etwas spezieller war, weil ich aus beruflichen Gründen den ganzen Dezember nicht trainieren konnte. Wir freuten uns extrem, dass es endlich wieder mit der Meisterschaft weitergeht. Auf die Dauer fiel es schwer, sich für die internen Trainingsspiele maximal zu motivieren.