03.
2008
Männer NLA: Der Meister liess sich nie aus dem Konzept bringen
Wiler-Ersigen steht ab dem nächsten Samstag zum siebten Mal in Folge im Playoff-Final. Es wird das 13. grosse Endspiel für die Emmentaler (7-mal Meisterschaft, 5-mal Cupfinal, 1-mal Europacup-Final). Aber der Halbfinal-Schocker gegen GC war nach demjenigen im letzten Jahr (3:1-Siege gegen Rychenberg Winterthur) der bisher härteste. Auch im vierten Spiel behielt Wiler-Ersigen wieder den längeren Atem als die Zürcher, gewann mit 5:2 und damit die Serie mit 3:1-Siegen.
Die Berner zeigten in dieser Serie viel mentale Stärke, liessen sich von den Zürcher Defensiv- und Konterspezialisten nicht aus der Ruhe bringen. Beharrlich ging der Meister seinen Weg, gab niemals auf, liess sich auch von dumm kassierten Toren in dummen Momenten nicht aus dem Konzept bringen.
Beide Finals auch ohne Hofbauers
Es war in Wilers 31. Playoff-Spiel unter dem Trainerduo Berger/Berchtold bereits der 24. Sieg. Gleichzeitig ist es der fünfte Finaleinzug unter dem Bündner Chefcoach. In der Serie gegen GC hat sich gezeigt, dass auch ein aufopfernd kämpfendes Team wie die Zürcher gegen die Klasse von Wiler-Ersigen über eine gesamte Serie am Ende doch chancenlos ist. Aber die Zürcher haben das Maximum aus ihren Möglichkeiten herausgeholt und die Berner einige Male ins Wanken bringen können.
Auch ohne die Hofbauer-Brüder hat es Wiler-Ersigen ins Endspiel um die Meisterschaft geschafft. «Das ist eine grossartige Leistung des Teams. Wir haben ohne die zwei sowohl Cupfinal wie Playoff-Finale erreicht. Wir dürfen stolz auf uns sein», strahlte Wiler-Ersigen-Sportchef Marcel Siegenthaler «Vielleicht ist es die grössere Erfahrung, die uns in den Playoff-Final gebracht hat. Auch in anderen Sportarten kippen solch umkämpfte Partien meist auf die Seite des Favoriten», führte Siegenthaler weiter aus.
Auch in Spiel 4 kämpfte GC nochmals bis zum Umfallen. Als Scalvinoni 57 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels sein Team, nach einem krassen Fehler Wilers, 2:1 in Führung brachte, hatten die Zürcher wieder Lunte gerochen. Aber Abwehrchef Punkari traf nur gerade 85 Sekunden nach Wiederbeginn zum Ausgleich. Und Adrian Zimmermann, der wohl beste und kämpferisch stärkste Wiler-Akteur dieser Serie, brachte die Emmentaler 3:2 in Führung (34.). Aber auch nach Bichsels 4:2 in der 46. Minute durfte man die Zürcher noch nicht abschreiben. Es war schliesslich Dave Wittwer, der GC in der 54. Minute mit dem alles entscheidenden 5:2, das Genick brach. Am nächsten Samstag (19.00 in KIrchberg) gehts los mit dem Playoff-Final, in welchem Wiler-Ersigen erneut Heimrecht geniesst. Marcel Siegenthaler hat das passende Rezept parat: «Jetzt müssen wir den Final mit Freude nicht mit Druck angehen.»
GC - Wiler-Ersigen 2:5 (2:1, 0:2, 0:2)
Hardau Zürich. - 865 Zuschauer. - SR Erhard/Renz.
Tore: 8. Gerber (Krähenbühl) 0:1. 16. Kamaj (Helfenstein/Ausschlüsse Hostettler; Zurflüh) 1:1. 20. (19:03) Scalvinoni 2:1. 22. Punkari (A. Zimmermann) 2:2. 34. A. Zimmermann (Punkari) 2:3. 46. Bichsel 2:4. 54. Wittwer (Krähenbühl) 2:5. - Strafen: je 1-mal 2 Minuten.
GC: Bruderer; Kamaj, Helfenstein; Scherrer, Jakubek; Hostettler, Osman; Sutter, Allamand, Maffioletti; Scalvinoni, Sigrist, Angst; Abegg, R. Zimmmermann, Kuronen.
Wiler-Ersigen: Streit; Bichsel, Thorsell; Jungo, Punkari; Bieber, Schild; Wittwer, Gerber, Krähenbühl; Zingg, Sladky, A. Zimmermann; Mendelin, Balmer, Zurflüh.
Bemerkungen: 25. Pfostenschuss Allamand. 55:45 Time-out GC. 56:23 bis 56:47, 57:00 bis 57:35, 58:22 bis 59:03, 59:08 bis 60:00 GC ohne Torhüter, dafür mit sechs Feldspielern.