06.
03.
2014
NLA Männer | Autor: Schneeberger Jonas (SO)

«Nicht allzu optimistisch»

Nach dem verlorenen Cupfinal gegen die Zürcher Grasshoppers ist die Stimmung bei Alligator Malans gedämpft. Vor dem Play-off-Halbfinal gegen Qualifikationssieger Langnau ruhen die Hoffnungen von Alligator-Stürmer Tim Braillard auch auf der Aussenseiterrolle.

«Nicht allzu optimistisch» Kleiner Trost: Zwei Tore durfte Tim Braillard am Cupfinal bejubeln (Bild Erwin Keller)

Das 3:4 im Cupfinal gegen GC am letzten Samstag in Bern. Es war die erste richtige Enttäuschung für Alligator Malans. Es war die Niederlage, welche die Malanser um das Ticket zum Champions Cup in Zürich Anfang der nächsten Saison brachte. Die Enttäuschung über die verpasste Chance stand den Spielern unmittelbar nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben. «Im Moment verspüre ich eine grosse Leere», berichtete Tim Braillard auch deshalb, weil bei den Malanser Akteuren der Eindruck haften blieb, das Schicksal in diesem kapitalen Cupfinal in den eigenen Händen gehalten zu haben. «Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen. Über 60 Minuten gesehen genügte die eigene Leistung nicht», so der Kübliser.

Ein Loch zur Unzeit
Dass die Malanser zum jetzigen Zeitpunkt eine grosse Leere verspüren, ist heikel. Denn ab nun gilt es in der Meisterschaft richtig ernst. Die Alligatoren stehen, trotz mehrerer kleinerer Dämpfer und dem für einen Titelverteidiger unbefriedigenden fünften Qualirang, im Halbfinal, in dem sie ab heute Donnerstag auf Qualisieger Tigers Langnau treffen.

Schon zum zweiten Mal in dieser Saison droht Malans in ein Loch zu fallen. Die Baisse vor dem Jahreswechsel in den Wochen nach dem Champions Cup blieb ohne Folgen. Malans strauchelte zwar in der Qualifikation und rutschte zwischenzeitlich auf Platz 6 ab. Die Gefahr, die Play-offs zu verpassen, bestand jedoch nie, und im Cup zog es gleichwohl in den Final ein.

Diesmal, versichert Braillard, war die emotionale Leere von kurzer Dauer: «Die Aussicht, sich jetzt via Meistertitel für den Champions Cup zu qualifizieren, ist Motivation genug für das, was jetzt kommt.» In seinem Inneren sehe es inzwischen wieder anders aus als unmittelbar nach dem Schlusspfiff im Cupfinal.

Zugetraut wird den Alligatoren nach wie vor alles. Das Kader, darin sind sich die Gegner einig, ist erstklassig besetzt, nicht zuletzt auch in der Breite. Es deutet im Moment aber nicht mehr viel darauf hin, dass die Malanser an die Play-offs im Vorjahr anknüpfen können. Zu sehr schwanken die Leistungen, zu wenig ist vom Tempohockey der letzten Saison derzeit zu sehen. Zu sehr wirkt das Team mental erschöpft.

Nicht zuletzt wartet mit Langnau im Halbfinal ein Gegner, der den hohen Erwartungen diesmal auch gerecht zu werden scheint. Personell seit Längerem bestens aufgestellt, blieben die launischen Emmentaler in den letzten Saisons hinter ihren Möglichkeiten zurück. Doch nun wirken sie gefestigt. Die hervorragende Qualifikation mit nur zwei Niederlagen aus 22 Spielen und die 24 siegreichen Meisterschaftspartien (inklusive dem 4:0-«Sweep» über Rychenberg Winterthur im Play-off-Viertelfinal) nach einem Kaltstart lassen die Gegner nicht unbeeindruckt.

Langnauer Lauf
Braillard gesteht: «Allzu optimistisch steige ich nicht in die Halbfinalserie. Die Langnauer sind in einer ähnlichen Situation wie wir in der letzten Saison. Mit dem aktuellen Selbstvertrauen sind sie zu allem imstande.» Was nicht heisst, dass Braillard nicht ans Weiterkommen glaubt: «Es wird verdammt schwierig, aber es ist machbar. Weil uns alle Aussenstehenden in der Aussenseiterrolle sehen, können wir befreit aufspielen. Und auch wenn wir die beiden Duelle in der Qualifikation verloren haben, glaube ich, dass Langnau ein Gegner ist, der uns liegt.»

Trumpf Braillard
Derweil Stürmer Claudio Laely, mit 18 Meisterschaftstreffern Malans' drittbester Torschütze der Saison, wegen eines Bruchs des Mittelfussknochens wohl die komplette Serie verpassen wird, ist Tim Braillard wieder mittendrin im Geschehen. Dass der 21-jährige Nationalstürmer nach überstandener Rückenverletzung gegen Langnau zum Faktor werden kann, unterstrich er in den Partien nach seinem Comeback: Im zweiten Spiel nach mehr als zweimonatiger Verletzungspause avancierte er im Play-off-Derby gegen Chur im sechsten Spiel mit einer Tor-Doublette zum Matchwinner. Er ebnete damit seinem Team den Weg in die Halbfinals. Im dritten, dem Cupfinal am letzten Samstag, traf er erneut doppelt.

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