05.
2002
Schweiz im Halbfinal
![]() Von Anfang an konzentriert - Die Schweizer Nati |
Die Schweiz begann wiederum mit nur zwei Blöcken. Die gestern erfolgreichste Linie um Stefan Lüthi musste dabei der nominell ersten Linie weichen, in welcher der wieder genesene Tom Engel zwischen Aeschlimann und Brägger stürmte. Auch diesmal kam mit Daniel Telli im letzten Drittel nur ein zusätzlicher Feldspieler zum Einsatz.
In der 4. Minute zog Gerber aus grosser Distanz flach auf das Tor ab und Dänu Aeschlimman lenkte den Ball unhaltbar für Goalie Joergen ab. Und als knapp 4 Minuten später Aeschlimann eine wahre Traumkombination aus spitzestem Winkel abschloss, hatten die Schweizer, was sie wollten - eine beruhigende Führung. Leider hielt diese nur knapp eine Minute, dann war es Sikkeland, der einen Weitschuss ablenkte und den Ball unter Mark Wolf ins Tor kullern sah. Nach diesem 2:1 waren die Norweger zwar tonangebend, so richtig gefährlich wurden sie aber nur selten. Zu sicher stand die Abwehr der Schweizer.
Bis Mitte des zweiten Abschnittes wirkten die Schweizer dann etwas zu passiv, überliessen dem Gegner das Spieldiktat. Dennoch erarbeiteten sich Bachmann und Aeschlimann ausgezeichnete Abschlussgelegenheiten. Ab Spielmitte wurde Jani Westerlund am Spielfeldrand aktiver, als dass man sich das von ihm gewohnt ist. Er redete intensiv auf seine Spieler ein, und zwar in einer Lautstärke, die bis auf die Tribünen hinauf zu hören war, was diese wach zu rütteln schien. Denn von da an waren es wieder die Schweizer, welche das Heft in die Hand nahmen. Zählbares schaute bis Drittelsende aber nicht mehr heraus.
![]() Mit Tempo durch die Kurve - Daniel Bill |
In der 46. Minute hatten dann Dänu Aeschlimann seinen grossen Auftritt. Er kam hinter dem norwegischen Gehäuse an den Ball und bugsierte diesen mit dem Zorro-Move - bekannt vor allem von Janne Tähkä oder auch Anne Suomalainen - ins Tor. Er krönte damit eine herausragende Leistung. "Der erste Treffer gab mir viel Selbstvertrauen. Ich probierte den Trick schon im Mitteldrittel einmal, da misslang er knapp - zum Glück hat es dann doch noch geklappt" schmunzelte der Zäziwiler. Von diesem 3:1 an kontrollierten die Schweizer das Geschehen sicher. Die Norweger suchten ihr Glück fast ausschliesslich mit abgelenkten Weitschüssen, was sich aber als wenig probates Mittel erwies. Das 3:2 sechs Sekunden vor dem Ende war nicht mehr als ein Klecks im Reinheft der Schweizer.
Nun wartet im Halbfinal also Finnland. Die Schweizer brennen auf die Revanche für die Niederlage im Startspiel. "Die Tschechen haben uns vorgemacht, wie es geht. Wir müssen aggressiver und selbstbewusster auftreten als am letzten Samstag" meint Andy Brägger. Gemäss Jani Westerlund ist es noch nicht klar, ob man wiederum mit zwei Blöcken durchspielen wird. "Das Tempo wird einiges höher sein - und auch der Teamarzt wird bei der Aufstellung ein Wörtchen mitreden müssen. Wir haben einige angeschlagene Spieler, deren Einsatz noch nicht gesichert ist. Man wird sehen." Das Pokerface verlor Jani auch bei der Frage eines finnischen Journalisten bezüglich der Verletztenliste der Schweizer nicht. "No comment" war die richtige Antwort.
Schweiz - Norwegen 3:2 (2:1, 0:0, 1:1)
Hartwall Arena, Helsinki - 1352 Zuschauer
SR: Fanta / Kankovsky (CZE)
Schweiz: Wolf; R.Weber, Gerber; Bill, Helbling; Brägger, Engel, Aeschlimann; Capatt, Hofbauer, Bachmann; Telli
Norwegen: Joergen; Solheim, H.Pedersen; Sikkeland, Hoydahl; Nordseth, Kristofer Kronberg, Ketil Kronberg; Fauskanger, Sletten, Evensen; Martinsen, Fladset, Rasmussen
Tore: 4. Aeschlimann (Gerber) 1:0; 9. Aeschlimann (Brägger) 2:0; 10. Sikkeland (Fauskanger) 2:1; 46. Aeschlimann 3:1; 60. Nordseth (Ketil Kronberg) 3:2
Strafen: Schweiz 1x2'; Norwegen 1x2'
Schussstatistik: 17:18 (5:7, 9:3, 3:8)
Best Players: Aeschlimann / Sikkeland

