03.
2005
Sense auch bei Sense?
Der Vorstand von Unihockey Sense Tafers hat dem Verband mitgeteilt, dass man die NLA-Mannschaft der Damen auf kommende Saison hin zurückziehe. Man wolle eine Zusammenarbeit mit Aergera Giffers anstreben und mit dem dort existierenden NLB-Team als Basis die Zukunft planen. Gegen diese Pläne wehren sich die Spielerinnen, allen voran Andrea Stauffiger und Andrina Hauzenberger. Sie möchten die Damen von Unihockey Sense abspalten und in der NLA bleiben.
Zustimmung und Widerruf
Knappe Basis
Vom Sense-Vorstand
äussert sich Roland Rindlisbacher wie folgt. „Trotz der Damen-WM in unserer
Region ist der Boom ausgeblieben, es fehlt die Basis. Das NLA-Team verfügt über
zuwenig Qualität, das hat man in dieser Saison erneut gesehen. Das Kader ist
knapp, bei den Elite-Juniorinnen auch. Die Arbeit der eingesetzten
Arbeitsgruppen hat ergeben, dass der Weg der Zusammenarbeit mit Aergera die
beste Variante ist. Die Abspaltung käme zu kurzfristig, wenn man schon nur an
die Hallen, die Juniorinnen und Sponsoren denkt. Zudem haben wir von den
Spielerinnen keine Namen eines künftigen Vorstandes erhalten.“
Erstaunlich
ist auf jeden Fall, dass so ein gravierender Entscheid ohne Generalversammlung
alleine vom Vorstand getroffen wurde. Faktisch läuft es auf den Rauswurf der
Frauen bei Unihockey Sense hinaus. Rindlisbacher dazu: „Die Damen hätten eine
ausserordentliche Generversammlung verlangen können“. Stauffigers Kommentar:
„Der Vorstand hätte die GV einberufen können, wollte aber keine – wir hätten bei
den Mitgliedern Unterschriften sammeln müssen, dafür fehlte uns die
Zeit“.
Verband versucht zu retten
Bei den
bisherigen Teamrückzügen (Jona-Uznach Flames, GC, Thurgau) fehlten in erster
Linie die Spielerinnen. Bei Sense sind diese vorhanden, auch wenn die
Voraussagen Stauffigers und Rindlisbachers bezüglich Kadergrösse weit
auseinander liegen. Auch die Hallen dürften im Kanton Freiburg, der über
erstaunliche Kapazitäten verfügt, kein Problem sein.
War Sense dieses Jahr
eine gute NLA-Mannschaft? Nein. Wäre Sense nächstes Jahr eine wirklich starke
NLA-Mannschaft? Nein. Hat man eine Chance auf den Ligaerhalt? Ja, notfalls in
Duellen gegen ein NLB-Team. Das Worst-Case Szenario ist also ein sportlicher
Abstieg der Sense-Damen (oder wie der Verein dann auch heissen wird) nach der
nächsten Saison. Swiss Unihockey Geschäftsführer Patrick Falk und NL-Präsident
Ruedi Zesiger sagen es treffend: „Es kann nicht im Sinne des Verbandes sein,
dass sich jedes Jahr ein NLA-Team der Damen zurückzieht“. Sie hoffen auf die
Einsicht des Vorstandes von Sense – am nächsten Montag soll eine klärende
Sitzung stattfinden.
Höfen steigt auf