11.
2008
Souveräner Schweizer EFT-Abschluss
Ein krachender Check von Marc Dysli an Ales Zalesny in der 4. Minute brachte gehörig Emotionen ins Spiel. Zalesny warf wutenbrannt die Werbeblache auf die Tribüne zurück und besprang in der Folge alles, was ein Schweizer Trikot trug. 2:0 führten die Schweizer zu diesem Zeitpunkt bereits. Emanuel Antener traf bereits früh zur Führung. Roger Gerber in Überzahl (6.) erhöhte kurz später auf 2:0, doch Milan Fridrich nutzte die wach gewordenen Emotionen zum Anschlusstreffer. Als Spassbremse betätigte sich danach aber Patrick Mendelin. In bester „Gerd-Müller-Manier" staubte er zum 3:1 ab (14.). Erneut blieben die Tschechen aber dran und kamen durch Martin Richter wieder auf ein Tor heran (15.).
Schweizer bleiben ruhig und treffen
Nach Zalesnys Kontertor zum 3:3 Ausgleich (22.) hatten die Schweizer eine doppelte Unterzahl zu überstehen. Doppelt daher, dass nach der Strafe von Mendelin sechs Schweizer Spieler auf dem Feld standen. Das Überstehen dieser Strafe entnervte die Tschechen aber zusehends. Die Schweizer konnten sich auf einen souveränen Philipp Gerber im Tor verlassen und nahmen zusätzlich mit vielen Querpässen das Tempo aus dem Spiel. Kurz vor der Pause sorgten Mendelin und Christoph Hofbauer mit zwei Treffern für die erste Vorentscheidung. Nach Markus Gerber Freischlagtor (46.) war die mittlerweile laue Partie entschieden, Matthias Hofbauers 8:3 Schlussstand-Treffer vor allem Doping für sein Selbstvertrauen.
Vieles richtig gemacht
Die Schweizer machten vieles richtig in dieser Partie. Vor allem behielten sie in jeder Situation die Nerven und konnten so das Spieltempo nach eigenem Gusto gestalten. Ebenso nahmen sie die tschechische Härte an und teilten wacker aus. Aus dem wiederum geschlossenen Kollektiv ragte diesmal kein Spieler raus. Jeder der drei Blöcke spielte beinahe auf gleichem Niveau - im Gegensatz zu den Tschechen, welche vor allem von der wilden Energie Zalesnys lebten, ansonsten aber Philipp Gerber mit ihren Abschlüssen wenig fordern konnten. Überraschend war vor allem, dass die Haudegen Trnavsky und Sikora auf der Tribüne Platz nahmen. Die Zeit der „alten Helden" scheint fünf Wochen vor der WM im eigenen Land abgelaufen zu sein.
Schweiz - Tschechien 8:3 (3:2, 3:1, 2:0).
Kuopiohalli, Kuopio (FIN). - 500 Zuschauer. - SR Alakkare/Vilkki (FIN).
Tore: 3. Antener (Stucki) 1:0. 6. Roger Gerber (Cadisch/Ausschluss Novotny) 2:0. 8. Fridrich (Zalesny) 2:1. 14. (13.10) Mendelin (Krähenbühl) 3:1. 15. (14.51) Richter (Folta) 3:2. 22. Zalesny 3:3. 24. Roger Gerber (Krähenbühl) 4:3. 39. (38.20) Mendelin (Roger Gerber) 5:3. 40. (39.48) Christoph Hofbauer (Zimmermann) 6:3. 46. Markus Gerber (Roger Gerber) 7:3. 59. Matthias Hofbauer (Zimmermann) 8:3.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Schweiz, 1-mal 2 Minuten gegen Tschechien.
Schweiz: Philipp Gerber; Dysli, Bill; Markus Gerber, Jungo; Flury, Kamaj; Christoph Hofbauer, Matthias Hofbauer, Zimmermann; Mendelin, Roger Gerber, Krähenbühl; Antener, Stucki , Cadisch (21. Zürcher); Brunner.
Tschechien: Rytych; Jakubek, Garcar; Slany, Chrapek; Nesmerak, Folta; Petr Kozusnik, Cepek, Pavel Kozusnik; Zalesny, Fridrich, Ostransky; Richter, Sladky, Novotny.
Bemerkungen: Schweiz ohne Bichsel (verletzt), Tönz, Riederer (nicht eingesetzt), Tschechien ohne Kafka (nicht eingesetzt), Trnavsky, Sikora, Skalik (alle Tribüne).