05.
2006
Stockholm-Splitter 25.5.2006
Der Punktgewinn der Schweizer gegen Schweden strahlte auch nach Stockholm aus. Der einzige Schweizer im Pressezentrum wurde zur Leistung „seines“ Teams beglückwünscht, als ob er Einfluss auf dessen Leistung hätte. Die schwedischen Medienvertreter wirkten etwas verwirrt, die finnischen gar etwas ängstlich – sie hatten schon anfangs Woche vom „Albtraum Schweiz in den Halbfinals“ gesprochen und fühlen sich in ihren Sorgen nun bestärkt. Und nicht nur die Tschechen fragten sich: Wie kann man sowohl gegen Norwegen als auch gegen Schweden Unentschieden spielen?
Gratulationen gabs sogar von Altmeister Janne Tähkä, der an dieser WM für das finnische Fernsehen als Co-Kommentator unterwegs ist. Dabei zeigt er sich zwar äusserst fachkundig, jedoch nicht immer ganz sattelfest, was die Namen der Gegner anbelangt. „Dieser Ostravansky oder wie der heisst ist ein ganz guter Spieler“ meinte er etwa. Die Grasshoppers wird diese Äusserung aus berufenem Munde freuen, haben sie doch Martin Ostransky aus gutem Grund verpflichtet.
846 Zuschauer sahen Finnland – Lettland. Ausgewirkt hat sich dabei auch die Kolonie der Schweizer Fans, die mittlerweile in Stockholm angekommen ist und gespannt auf die Halbfinals wartet. Auch die Finnen haben ihr Fan-Kontingent mittlerweile etwas aufstocken können. Dennoch ist 846 als Rekordwert für die Gruppenspiele in der „Unihockey-Hauptstadt der Welt“ ein Armutszeugnis. Mit Wehmut erinnert man sich an die WM in Kloten und Zürich zurück. Der politische Entscheid, die WM auf insgesamt vier Standorte zu verteilen, war ein regelrechter Stimmungskiller. Und bereits ist zu vernehmen, dass die WM in Tschechien 2008 nicht nur in Prag, sondern auch in der Lieblingsstadt von unihockey.ch, Ostrava, ausgetragen werden soll.
Die Tschechen liessen in ihrem letzten Gruppenspiel ihre zweite Garde von der Leine. Beim 10:2 gegen Russland skorten. Jan Freund (fünf Punkte), Martin Richter (drei Punkte – bald Transfer nach Schweden?) mehrfach, aber auch Pavel Brus, Tomas Sladky und Vojtech Skalik konnten sich als Skorer auszeichnen. Ob das Schonen der Stars die nötige Energie bringt, um im Halbfinal gegen Schweden bestehen zu können?
Tero Tiitu befand sich kurz
nach Halbzeit der Partie gegen Lettland (12:1) auf dem besten Weg, den am Vortag
aufgestellten Rekord von Esa Jussila schon wieder zu brechen. Bei vier Toren und
einem Assist stand der Stürmer der Espoon Oilers bereits. Dabei blieb es dann
aber auch, die Letten leisteten bis zum Schluss kräftigen
Widerstand.