25.
04.
NLA Männer | Autor: Güngerich Etienne

Studer: "Nervös war ich erst bei meinem Penalty"

Tobias Studer krönt den Abschluss seiner Unihockey-Karriere mit dem Meistertitel. Der Stürmer gibt zu, dass er bei seinem entscheidenden Penalty seinen Plan kurzfristig änderte, erklärt den wundersamen Wendepunkt in den Playoffs und verrät die Destination des Team-Aufluges.

Studer: Tobias Studer tritt mit dem Meisterpokal ab. (Bild: Dieter Meierhans)

Gehen wir ganz an den Anfang des Spiels: ihr habt mal 4:0 geführt. Eigentlich hätte es gar nicht mehr so spannend werden dürfen. Wart ihr zu sicher?
Das erste Drittel fühlt sich schon eine halbe Ewigkeit her an. Nach diesem Start war ich mir sicher, dass wir das nach Hause schaukeln werden. Dann machen sie zwei unglaubliche Tore, kurz vor der zweiten Pause. Da wurde uns bewusst, dass noch nichts entschieden ist.

Mit einer Zwei-Tore-Führung in die zweite Pause kann sehr trügerisch sein. Was wurde dort besprochen? Es kam ja dann mit den zwei schnellen Gegentoren wahrscheinlich genauso heraus, wie man es eben nicht wollte.
Taktisch haben wir gar nichts gross besprochen oder verändert. Wir liessen nochmals Revue passieren, wo wir nach der Qualifikation standen. Nämlich auf dem 7. Platz und dass wahrscheinlich niemand Geld auf uns setzte. Wir sagten uns einfach, dass wir uns bis hierhin gekämpft haben und dass dieses letzte Drittel jetzt die Kür sei. Das Spiel hätten wir dann schon vorher entscheiden können.

Du sprichst die drei dicken Chancen zum Schluss von Püntener, Claudio Mutter und dir an. Wurdest du nervös?
Nervös wurde ich erst fünf Sekunden vor meinem Penalty, aber sonst war ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass wir dieses Spiel gewinnen.

Dein Penalty. War er geplant, gewollt oder auch ein bisschen glücklich?
Ehrlich gesagt, wusste ich zuerst gar nicht, was ich machen sollte. Ich fragte dann unseren Ersatzgoalie Maxime Perroulaz, ob er eine Schwäche bei Nils Schällin ausgemacht hat. Der meinte, dass ich schiessen sollte. Dann sah ich Levin den Penalty versenken und dachte; ich mache das Gleiche, einfach spiegelverkehrt.

Zurück zur ganzen Saison. Es war eine schwierige Qualifikation für den HCR mit ausbleibenden Resultaten und einer Trainerentlassung. Von den letzten zehn Spielen habt ihr dann neun gewonnen. Wo war die Wende?
Der Moment vom Click gabs nicht. Aber das erste Playoff-Spiel gegen die Tigers war enorm wichtig. Wir waren Aussenseiter und gewannen auswärts mit 9:6. Danach gewannen wir zweimal in der Verlängerung. Wir haben uns selber bewiesen, dass wir Unihockey spielen, Partien kontrollieren und auch enge Spiele gewinnen können. Es machte sich ein Selbstverständnis des Gewinnens breit und wir spielten uns in einen richtigen Flow. Der 6:1-Sieg im Startspiel des Halbfinals gegen Wiler war ein weiterer nächster Schritt - danach liessen wir uns einfach treiben.

Du spielst seit den C-Junioren für Rychenberg Winterthur, seit neun Jahren in der 1. Mannschaft. Mit dem ersten Titel der Vereinsgeschichte hast du Geschichte geschrieben.
Wir alle haben Geschichte geschrieben - es ist einfach «huere» geil! Für mich ist nach dieser Saison fertig. Mit dem Meistertitel aufzuhören und noch den entscheidenden Penalty zu verwerten, es könnte nicht besser sein.

Die Kinder entrissen dir förmlich dein Spielermaterial. Hast du tatsächlich sogar den Stock, mit dem du den Penalty versenkt hast, verschenkt? Der muss doch in einer Vitrine aufgehängt werden.
Ich habe ihn tatsächlich verschenkt. An einen Jungen, der seit der ersten Sekunde hier stand und unbedingt meinen Stock wollte. Ich dachte, ich muss diese Hartnäckigkeit einfach belohnen.

Heute wird sicher schon mal richtig die Post abgehen. Ist die obligate Teamreise danach schon geplant?
(lacht) Jetzt kann ich ja die Insides verraten. Wir buchten unsere Reise nach Mallorca schon vor zwei Monaten - auf den 25. April. Eigentlich lägen wir also schon jetzt an der Sonne. Wir konnten aber glücklicherweise auf Sonntagabend umbuchen.

 

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