09.
11.
2003
NLA Männer | Autor: Keller Damian

Verdientes Unentschieden gegen Finnland

Verdienter Punkt nach grandioser Aufholjagd im Schlussdrittel – die Schweiz beendet den Founders-Cup auf dem zweiten Schlussrang. Tom Engel bewies einmal mehr seine Sonderklasse.

Das Spiel gegen Finnland, von vielen bezüglich WM-Gold schon längst nicht mehr als Aussenseiter, sondern als Favorit bezeichnet, wies einige Parallelen zum freitäglichen Duell mit Schweden auf. Nach einem starken ersten Drittel geriet die Schweiz nach einer mittelprächtigen Leistung im Mittelabschnitt in Rückstand und musste diesem im letzten Drittel nachrennen. Im Gegensatz zum Freitag wurden diesmal die Bemühungen jedoch mit einem Punkt belohnt, und dies absolut verdient.

Frühe Powerplay-Treffer

Matthias Hofbauer
Matthias Hofbauer und seine Wiler Sturmkollegen sorgten ständig für Gefahr vor dem gegnerischen Tor.
Gerade mal 2 Sekunden brauchten die Finnen, um die erste Strafe des Spiels (Helbling hatte einen Konter mit hohem Stock unterbunden) auszunutzen. Doch die Schweizer schlugen sofort zurück – sie brauchten genau 20 Sekunden, um den ersten Ausschluss gegen einen Finnen auszunutzen. So stand es nach weniger als vier Minuten bereits 1:1, die Partie war lanciert. In der Folge kreierten sich die Schweizer zahlreiche Chancen, während die Finnen nicht an das starke Startdrittel des Vortages anknüpfen konnten. Die Ruhe und Abgeklärtheit fehlte jedoch, um mit einer Führung in die erste Pause gehen zu können.

Schwäche im Mitteldrittel
Wie schon gegen Schweden gerieten die Schweizer im Mitteldrittel plötzlich in ein Loch. Das Spiel plätscherte etwas dahin, mit Vorteilen für die Finnen, den Schweizern gelang nicht gerade viel. Nicht unerwartet daher die Führung für die Skandinavier. Erst traf Jussila, dann auch Oehman auf Zuspiel des St.Gallers Raine Laine. Dieser Treffer war insofern unglücklich, als sich Matthias Hofbauer zwischenzeitlich pflegen lassen und durch Reto Balmer hatte ersetzen lassen müssen. Der junge Könizer-Center kassierte somit gleich in seinem ersten Einsatz einen Treffer. Roger Tönz war es zu verdanken, dass es nach 40 Minuten nur 1:3 stand.

Die Aufholjagd

Nati auf Tribüne
Die Schweizer Nationalspieler "spionierte" am Samstag bei Schweden-Finnland in Jona.
Gegen einen Favoriten früh führen und dann kontern können – diese Ausgangslage ist oft der Ursprung von überraschenden Ergebnissen. Einen Rückstand aufholen gegen ein nominell stärkeres Team ist jedoch ungleich schwieriger. Die Schweizer schafften es. Erst war es der omnipräsente Tom Engel, welcher backhand zum 2:3 verkürzte. Und in der 50. Minute krönte Raphael Keller seine starke Leistung des Wochenendes mit dem Ausgleich. Noch einmal gingen die Finnen in Führung, als vier Minuten vor dem Ende Laine einen Ball über die Linie stocherte. Doch das verdiente Unentschieden wurde erreicht – im Powerplay wuchtete der diesmal fehlerlose Kaltenbrunner den Ball unter die Latte. Auch die letzten zwei Minuten wurden schadlos überstanden, das Remis war Tatsache.

Konfusion bei der Rangverkündung
Für die meisten überraschend wurden die Schweizer dann sogar zum Turnier-Zweiten ausgerufen – obwohl sie mit zwei Toren Differenz gegen Schweden verloren hatten, die Finnen aber nur mit einem. SUHV-Pressechef Giovi Marti klärte die Medienschaffenden auf – das Turnierreglement des Founders-Cup sieht vor, dass die Anzahl der erzielten Tore bei Punktgleichheit entscheidet. Ein wohl einzigartiger Modus, der wohl nicht nur die Finnen verwirrte. Suomi-Coach Pasi Tilander beklagte sich jedenfalls, dass man ihm vor dem Spiel mehrfach versichert hätte, dass die Finnen bei einem Unentschieden Turnierzweiter wären. Aber eigentlich spielte das keine Rolle – die Schweden gewannen das Turnier und die rund 4000 Zuschauer kamen an drei Tagen in den Genuss hochklassiger Spiele, die beste Werbung für die Weltmeisterschaft im kommenden Mai geboten haben.


Schweiz – Finnland 4:4 (1:1, 0:2, 3:1)
Gewerbeschule, Chur - 1'200 Zuschauer
SR: Cerny/Janousek (CZE)
Tore: 3. Oehman (Mika Kohonen; Ausschluss Helbling) 0:1; 4. Engel (Bill; Ausschluss Virtanen) 1:1; 29. Jussila (Mika Kohonen) 1:2; 37. Oehman (Laine) 1:3; 41. Engel (Aeschlimann) 2:3; 50. Keller (Dysli) 3:3; 56. Laine (Oehman) 3:4; 58. Kaltenbrunner (Bill; Ausschluss Hintikka) 4:4
Strafen: je 4x2'
Schweiz: Tönz; Dysli, Eichmann; Kaltenbrunner, Bichsel; Weber, Helbling; Keller, M. Hofbauer, Chr. Hofbauer; Engel, Bill, Aeschlimann; Capatt, Bösch, Zürcher; Balmer
Finnland: Suntila; Tiitu, Jussila; Lehtonen, Sandström; Lahdensuo, Kirjonen; Mika Kohonen, Oehman, Laine; Järvi, Hintikka, Koskelainen; Manner, Rantala, Virtanen; Karppanen, Mikko Kohonen, Niiranen
Bemerkungen: 57.39 Time-Out Schweiz; 59.08 Time-Out Finnland
Best Players: Engel / Kohonen

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8.UHC Bremgarten-3820.000
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