09.
2003
Vorschau Damen NLA
UHC Dietlikon
Anne Suomalainen, Madame "Zorro", Regula Viridén, die Teamseniorin
und Judith Vetter, die grosse Kämpferin, sind alle nicht mehr da. Aber die
schwedische Weltmeisterin Karolina Widar, Nathalie Stadelmann (Red Ants),
Aurelia Pescador (Jets) und Mirca Anderegg (Piranha) sind neu zu Dietlikon
gestossen, wie auch Trainer Claude Bolliger anstelle von Marco Moser. Die
Zürcherinnen sind als mindestens ebenso so stark wie letzte Saison, mit dem
Selbstvertrauen des Meistertitels wohl sogar noch stärker. Das Kader ist
qualitativ und quantitativ gut genug, um auch durch den Europacup im Januar
nicht geschwächt zu werden. Auch wenn man es in Dietlikon nicht gerne hört:
Man ist Titelfavorit Nummer 1. Und noch etwas, was man beim Titelverteidiger
nicht gerne hört: Die Playoffdaten sind bereits bekannt, an der
Playoff-Teilnahme von Dietlikon zweifelt niemand - man hätte jetzt also ein
halbes Jahr Zeit, um sich für die wichtigsten Spiele des Jahres eine
geeignetere Infrastruktur als die Hüenerweid-Halle zu suchen...
Piranha Chur
Mit Mirca Anderegg und Martina Mätzener haben viele Skorerpunkte den Verein
verlassen, auch Torhüterin Laura Tomatis ist weg. Christina Söderlund steht
diesen Abgängen als einziger namhafter Zuzug gegenüber. Aber Wegmann, Dubacher,
Arpagaus und Gabathuler sind alle noch da - und wenn die jungen Spielerinnen die
entstehenden Lücken nützen, kann Piranha eine ähnlich gute Rolle wie letztes
Jahr spielen. Was die Verwirrungen um das geplatzte Engagement der
Fast-Trainerin Kati Suomela bewirken, wird man sehen. Optimal war diese
Situation für die Piranhas bestimmt nicht.
Red Ants Rychenberg
Die beiden Carmen (Jud und Wastl) wurden aus der Konkursmasse der Flames
nach Winterthur gelotst, dazu mit Miriam Flückiger von Burgdorf eine weitere
NLA-Spielerin. Es gilt die Abgänge von Stadelmann und Bea Trachsel (Rücktritt)
zu kompensieren. Der Druck des "Meister werden müssens" ist nun weg,
man kann in Oberseen wieder befreiter arbeiten. Nach dem sommerlichen
Medienhöhenflug um Gabi Breitenstein wollen die Red Ants nun wieder sportlich
für Furore sorgen und Dietlikon angreifen. In der Saisonvorbereitung hat dies -
Turniersieg in Thun - schon recht gut geklappt. Es sind weiter genügend
Nationalspielerinnen unter Vertrag, um ganz oben mitzumischen. Einen
Assistenztrainer suchen die Ameisen aber noch - bis jetzt muss Headcoach Mark
van Rooden auf die temporären Unterstützungen der Rychenberger Urgesteine
Regula Kindhauser und Margot Ulmer zählen.
Zuger Highlands
Alle Jahre wieder zählen auch die Zuger Highlands zum Favoritenkreis. Ganz
nach oben hat es jedoch noch nie gereicht, letzte Saison aber immerhin zum
Cupsieg. Nun hat man sich aber auf der Torhüterposition mit Laura Tomatis
verstärken können. Und auch die Tschechische Internationale Daniela Brennerova
sowie Martina Raschle von Floorball Thurgau werden dem Team einiges bringen.
Angesichts der Tatsache, dass die halbe U-19-Nationallmannschaft im Kader steht,
ist es wohl nicht falsch zu sagen, dass den Innerschweizerinnen die Zukunft
gehört. Ob die Zukunft schon dieses Jahr beginnt? Wenn sich die Highlanderinnen
nicht wieder so ein schwache Vorrunde wie in der letzten Saison erlauben, reicht
es jedenfalls locker in die Playoffs.
Floorball Thurgau
Nur knapp haben die Ostschweizerinnen die Playoffs verpasst, erst auf der
Ziellinie sind sie von den Zuger Highlands noch abgefangen worden. Eine
Wiederholung dieser Leistung scheint nicht bevor zu stehen. Das Kader ist mehr
als nur knapp, der Einsatz von drei Blöcken ist nicht einmal möglich, wenn
alle Spielerinnen fit sind. Und ausser den Mayer-Schwestern fehlt es wohl auch
weitgehend an der Qualität, zumal Martina Raschle in die Innerschweiz gezogen
ist. Es wird keine einfache Saison für Floorball Thurgau...
Bern Capitals
Schon gegen Ende der letzten Saison haben die Bernerinnen plötzlich das Siegen
gelernt. Und mit dem Zuzug von Jenny Magnusson, Weltmeisterin und gemeinhin als
weltbeste Verteidigerin überhaupt bezeichnet, scheint ein weiterer Ruck durch
das Team der Stadtbernerinnen gegangen zu sein. Die Vorbereitungsspiele lassen
Optimismus anzeigt erscheinen. Auch wenn es im Kampf um die Playoffs wohl noch
einige stärkere Gegnerinnen gibt - in den hinteren Tabellenregionen wie letzte
Saison werden die Caps nicht mehr herum turnen müssen.
Burgdorf Wizards
Mit Karin Burkhalter und Martina Mätzener konnten die Wizards punkto Qualität
zwar etwas zulegen. Aber ähnlich wie bei Floorball Thurgau ist auch bei
Burgdorf das Kader sehr dünn. Jeder Verletzung wird sich sofort negativ
auswirken. Zum Beispiel diejenige der Nationalspielerin Simone Ryser, die den
Saisonauftakt verpassen wird. Bei einem guten Saisonverlauf können die Wizards
im vorderen Mittelfeld mithalten - sonst droht wie letzte Saison der Kampf gegen
die Abstiegsplayoffs...
GC Unihockey
Die gewünschten Transfers haben sich nicht realisieren lassen, Laura Ristimäki
steht mit ihrer spielerischen Klasse ziemlich alleine auf weiter Flur. Dann
folgt mit Nathalie Heusser eine Spielerin, die an guten Tagen sehr
torgefährlich ist und anschliessend ein relativ ausgeglichenes Kader, welches
über einen Mittelfeldplatz in der NLA nicht hinaus kommen wird. Trainer Michael
Zaugg steht bei GC noch viel Aufbauarbeit bevor, bis man an das Thema Playoffs
auch nur denken kann. Wenn die alte Weisheit stimmt, dass die zweite Saison nach
dem Aufstieg die schwierigere ist, wird GC gegen die Abstiegsplayoffs spielen.
Es sollte aber schon genügend Substanz vorhanden sein, um dieses Unheil zu
vermeiden.
Kloten Bülach Jets
Was kann man von einem Team erwarten, dass in die Abstiegsplayoffs musste und
sich auf die folgende Saison praktisch ausschliesslich mit Spielerinnen aus dem
eigenen Nachwuchs ergänzt? Die Resultate der Vorbereitung waren für das
Trainer-Duo Kihm/Jaunin wohl wenig erbaulich, es hagelte Niederlagen. Allerdings
provozierte man die auch geradezu, in dem man zum Beispiel das Kader teilte um
an zwei Vorbereitungsturnieren gleichzeitig zu spielen. Es stellt sich die
Frage, ob dies das Selbstvertrauen des Teams nicht zu fest anknackst. Die Jets
können sicher mehr, als sie letztes Jahr gezeigt haben. Es braucht aber
Schlüsselspielerinnen in Topform, wenn mehr als ein gesicherter Mittelfeldplatz
erreicht werden soll.
Sense Tafers
Die Fribourgerinnen sind erst durch den Rückzug der Flames und nach dem
Barrage-Duell gegen Höfen nachträglich aufgestiegen. Das soll aber nicht
heissen, dass Sense in der NLA falsch am Platz wäre. Man spielt ein gepflegtes,
technisch gutes Unihockey, welches durchaus NLA-Niveau aufweist. Mit Poi-Linh
Kuuh und Lara Calderari konnten dem Liga-Konkurrenten Burgdorf zwei bewährte
NLA-Spielerinnen abgeluchst werden, ansonsten wurde auf Neuzuzüge praktisch
verzichtet und das Aufsteiger-Team bleibt zusammen. Das Teamwork soll den
Ligaerhalt bringen - nach Möglichkeit nicht via den Nervenkitzel von
Abstiegsplayoffs.
Unihockey: Spiele Damen NLA - 1. Runde
Samstag, 27.09.2003, 16.30 Uhr: R. A. Rychenberg Winterthur - UHC Zuger
Highlands (Oberseen Winterthur)
Sonntag, 28.09.2003, 15.00 Uhr: Grasshopper-Club Zürich - Piranha Chur (Utogrund
Zürich)
Sonntag, 28.09.2003, 15.30 Uhr: Kloten-Bülach Jets - Floorball Thurgau/Wuppenau
(Sporthalle Ruebisbach Kloten)
Sonntag, 28.09.2003, 16.00 Uhr: Bern Capitals - Unihockey Sense Tafers
(Wankdorfhalle Bern)
Sonntag, 28.09.2003, 19.00 Uhr: Burgdorf Wizards - UHC Dietlikon (Sporthalle
Schützenmatt Burgdorf)