26.
09.
2003
NLA Männer | Autor: Keller Damian

Vorschau Damen NLA

Titelverteidiger Dietlikon ist der grosse Gejagte dieser Saison. Die gewichtigen Abgänge sind mindestens ebenbürtig kompensiert worden. Dahinter lauern die Red Ants, die Zuger Highlands und Piranha Chur auf Ausrutscher des Meisters. Auch bei den Damen wird die Liga langsam ausgeglichener und somit spannender.

UHC Dietlikon
Anne Suomalainen, Madame "Zorro", Regula Viridén, die Teamseniorin und Judith Vetter, die grosse Kämpferin, sind alle nicht mehr da. Aber die schwedische Weltmeisterin Karolina Widar, Nathalie Stadelmann (Red Ants), Aurelia Pescador (Jets) und Mirca Anderegg (Piranha) sind neu zu Dietlikon gestossen, wie auch Trainer Claude Bolliger anstelle von Marco Moser. Die Zürcherinnen sind als mindestens ebenso so stark wie letzte Saison, mit dem Selbstvertrauen des Meistertitels wohl sogar noch stärker. Das Kader ist qualitativ und quantitativ gut genug, um auch durch den Europacup im Januar nicht geschwächt zu werden. Auch wenn man es in Dietlikon nicht gerne hört: Man ist Titelfavorit Nummer 1. Und noch etwas, was man beim Titelverteidiger nicht gerne hört: Die Playoffdaten sind bereits bekannt, an der Playoff-Teilnahme von Dietlikon zweifelt niemand - man hätte jetzt also ein halbes Jahr Zeit, um sich für die wichtigsten Spiele des Jahres eine geeignetere Infrastruktur als die Hüenerweid-Halle zu suchen...

Piranha Chur
Mit Mirca Anderegg und Martina Mätzener haben viele Skorerpunkte den Verein verlassen, auch Torhüterin Laura Tomatis ist weg. Christina Söderlund steht diesen Abgängen als einziger namhafter Zuzug gegenüber. Aber Wegmann, Dubacher, Arpagaus und Gabathuler sind alle noch da - und wenn die jungen Spielerinnen die entstehenden Lücken nützen, kann Piranha eine ähnlich gute Rolle wie letztes Jahr spielen. Was die Verwirrungen um das geplatzte Engagement der Fast-Trainerin Kati Suomela bewirken, wird man sehen. Optimal war diese Situation für die Piranhas bestimmt nicht.

Red Ants Rychenberg
Die beiden Carmen (Jud und Wastl) wurden aus der Konkursmasse der Flames nach Winterthur gelotst, dazu mit Miriam Flückiger von Burgdorf eine weitere NLA-Spielerin. Es gilt die Abgänge von Stadelmann und Bea Trachsel (Rücktritt) zu kompensieren. Der Druck des "Meister werden müssens" ist nun weg, man kann in Oberseen wieder befreiter arbeiten. Nach dem sommerlichen Medienhöhenflug um Gabi Breitenstein wollen die Red Ants nun wieder sportlich für Furore sorgen und Dietlikon angreifen. In der Saisonvorbereitung hat dies - Turniersieg in Thun - schon recht gut geklappt. Es sind weiter genügend Nationalspielerinnen unter Vertrag, um ganz oben mitzumischen. Einen Assistenztrainer suchen die Ameisen aber noch - bis jetzt muss Headcoach Mark van Rooden auf die temporären Unterstützungen der Rychenberger Urgesteine Regula Kindhauser und Margot Ulmer zählen.

Zuger Highlands
Alle Jahre wieder zählen auch die Zuger Highlands zum Favoritenkreis. Ganz nach oben hat es jedoch noch nie gereicht, letzte Saison aber immerhin zum Cupsieg. Nun hat man sich aber auf der Torhüterposition mit Laura Tomatis verstärken können. Und auch die Tschechische Internationale Daniela Brennerova sowie Martina Raschle von Floorball Thurgau werden dem Team einiges bringen. Angesichts der Tatsache, dass die halbe U-19-Nationallmannschaft im Kader steht, ist es wohl nicht falsch zu sagen, dass den Innerschweizerinnen die Zukunft gehört. Ob die Zukunft schon dieses Jahr beginnt? Wenn sich die Highlanderinnen nicht wieder so ein schwache Vorrunde wie in der letzten Saison erlauben, reicht es jedenfalls locker in die Playoffs.

Floorball Thurgau
Nur knapp haben die Ostschweizerinnen die Playoffs verpasst, erst auf der Ziellinie sind sie von den Zuger Highlands noch abgefangen worden. Eine Wiederholung dieser Leistung scheint nicht bevor zu stehen. Das Kader ist mehr als nur knapp, der Einsatz von drei Blöcken ist nicht einmal möglich, wenn alle Spielerinnen fit sind. Und ausser den Mayer-Schwestern fehlt es wohl auch weitgehend an der Qualität, zumal Martina Raschle in die Innerschweiz gezogen ist. Es wird keine einfache Saison für Floorball Thurgau...

Bern Capitals
Schon gegen Ende der letzten Saison haben die Bernerinnen plötzlich das Siegen gelernt. Und mit dem Zuzug von Jenny Magnusson, Weltmeisterin und gemeinhin als weltbeste Verteidigerin überhaupt bezeichnet, scheint ein weiterer Ruck durch das Team der Stadtbernerinnen gegangen zu sein. Die Vorbereitungsspiele lassen Optimismus anzeigt erscheinen. Auch wenn es im Kampf um die Playoffs wohl noch einige stärkere Gegnerinnen gibt - in den hinteren Tabellenregionen wie letzte Saison werden die Caps nicht mehr herum turnen müssen.

Burgdorf Wizards
Mit Karin Burkhalter und Martina Mätzener konnten die Wizards punkto Qualität zwar etwas zulegen. Aber ähnlich wie bei Floorball Thurgau ist auch bei Burgdorf das Kader sehr dünn. Jeder Verletzung wird sich sofort negativ auswirken. Zum Beispiel diejenige der Nationalspielerin Simone Ryser, die den Saisonauftakt verpassen wird. Bei einem guten Saisonverlauf können die Wizards im vorderen Mittelfeld mithalten - sonst droht wie letzte Saison der Kampf gegen die Abstiegsplayoffs...

GC Unihockey
Die gewünschten Transfers haben sich nicht realisieren lassen, Laura Ristimäki steht mit ihrer spielerischen Klasse ziemlich alleine auf weiter Flur. Dann folgt mit Nathalie Heusser eine Spielerin, die an guten Tagen sehr torgefährlich ist und anschliessend ein relativ ausgeglichenes Kader, welches über einen Mittelfeldplatz in der NLA nicht hinaus kommen wird. Trainer Michael Zaugg steht bei GC noch viel Aufbauarbeit bevor, bis man an das Thema Playoffs auch nur denken kann. Wenn die alte Weisheit stimmt, dass die zweite Saison nach dem Aufstieg die schwierigere ist, wird GC gegen die Abstiegsplayoffs spielen. Es sollte aber schon genügend Substanz vorhanden sein, um dieses Unheil zu vermeiden.

Kloten Bülach Jets
Was kann man von einem Team erwarten, dass in die Abstiegsplayoffs musste und sich auf die folgende Saison praktisch ausschliesslich mit Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs ergänzt? Die Resultate der Vorbereitung waren für das Trainer-Duo Kihm/Jaunin wohl wenig erbaulich, es hagelte Niederlagen. Allerdings provozierte man die auch geradezu, in dem man zum Beispiel das Kader teilte um an zwei Vorbereitungsturnieren gleichzeitig zu spielen. Es stellt sich die Frage, ob dies das Selbstvertrauen des Teams nicht zu fest anknackst. Die Jets können sicher mehr, als sie letztes Jahr gezeigt haben. Es braucht aber Schlüsselspielerinnen in Topform, wenn mehr als ein gesicherter Mittelfeldplatz erreicht werden soll.

Sense Tafers
Die Fribourgerinnen sind erst durch den Rückzug der Flames und nach dem Barrage-Duell gegen Höfen nachträglich aufgestiegen. Das soll aber nicht heissen, dass Sense in der NLA falsch am Platz wäre. Man spielt ein gepflegtes, technisch gutes Unihockey, welches durchaus NLA-Niveau aufweist. Mit Poi-Linh Kuuh und Lara Calderari konnten dem Liga-Konkurrenten Burgdorf zwei bewährte NLA-Spielerinnen abgeluchst werden, ansonsten wurde auf Neuzuzüge praktisch verzichtet und das Aufsteiger-Team bleibt zusammen. Das Teamwork soll den Ligaerhalt bringen - nach Möglichkeit nicht via den Nervenkitzel von Abstiegsplayoffs.

Unihockey: Spiele Damen NLA - 1. Runde
Samstag, 27.09.2003, 16.30 Uhr: R. A. Rychenberg Winterthur - UHC Zuger Highlands (Oberseen Winterthur)
Sonntag, 28.09.2003, 15.00 Uhr: Grasshopper-Club Zürich - Piranha Chur (Utogrund Zürich)
Sonntag, 28.09.2003, 15.30 Uhr: Kloten-Bülach Jets - Floorball Thurgau/Wuppenau (Sporthalle Ruebisbach Kloten)
Sonntag, 28.09.2003, 16.00 Uhr: Bern Capitals - Unihockey Sense Tafers (Wankdorfhalle Bern)
Sonntag, 28.09.2003, 19.00 Uhr: Burgdorf Wizards - UHC Dietlikon (Sporthalle Schützenmatt Burgdorf)

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Tabellen

1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

Quicklinks