10.
2016
WaSa mit Trotzreaktion auf Prognosen
Nach zwei Siegen zum Auftakt setzte es für WaSa gegen Spitzenteams drei Niederlagen ab. Verteidigerhaudegen Stefan Meier bleibt aber zuversichtlich - und sagt, warum er als Routinier im Team auch auf 17-Jährige hört.
Gegen Rychenberg hat WaSa 2:6 verloren - aber für dich war es dennoch ein spezieller Abend. Du hast ein Tor erzielt (in den bisherigen drei Saisons gelang das nur viermal) und wurdest erst noch zum Best-Player gewählt.
Stefan Meier: Und das auch noch als Ersatz des Ersatzcaptains, da Roman Mittelholzer und Jeanot Eschbach gefehlt haben (lacht). Es war wohl tatsächlich eines meiner besseren Spiele.
Warum hat es in Winterthur nicht zu Punkten gereicht?
In den letzten Jahren schien der HCR gegen uns immer etwas verkrampft zu sein - diesmal traten sie nach den bisherigen Siegen lockerer auf. Wir waren bei den Freischlagtoren in unserem Slot zu weit von den Gegenspielern weg und im gegnerischen Slot zu wenig präsent. Gegen solche Teams müssen wir konsequenter sein, wenn wir eine Chance haben wollen.
Der Saisonstart gelang mit Siegen über Thun und Uster aber.
Ja, es hat mich schon überrascht, wie wir in diesen beiden Partien aufgetreten sind. Auch gegen Wiler waren wir lange im Spiel. Gegen Malans hatten wir hingegen keinen Stich, als es Vollgas gegeben hat. Aber ich bin sicher: Wenn wir an unser Leistungsmaximum gehen, können wir auch die Grossen der Liga ärgern.
Sind die gezeigten Leistungen eine Trotzreaktion auf die Prognosen im Sommer, die WaSa praktisch keinen Kredit gaben? Finanzielle Probleme, keine "richtigen" Ausländern, keine Chance war zu lesen.
Wenn du von den Experten fast auf Rang 13 getippt wirst, ist das Gold wert (lacht). Gerade auch für uns älteren Spieler - und mit 25 gehöre ich ja schon zu den älteren. Die Prognosen motivierten uns, die Jungen im Team erst recht vorwärts zu bringen.
Und das klappt?
Wir müssen die Jungen manchmal fast bremsen, weil sie so viel lernen wollen. Es ist aber keine Einbahnstrasse - auch sie sagen uns „Alten", was wir anders machen könnten. Wenn mir ein 17-Jähriger wie Dominik Alder etwas sagt, höre ich zu und versuche es umzusetzen. Das ist für mich Ausdruck eines coolen Teamspirits.