03.
2010
„Wir betreiben momentan wenig Aufwand für unsere Tore“
Im Rahmen der Erwartungen schloss Rychenberg Winterthur die Qualifikation auf dem sechsten Rang ab. Dann kam die Mannschaft in Fahrt und eliminierte im Derby die Grashoppers, um mittlerweile nach drei Siegen gegen Chur noch einen Sieg von der Finalqualifikation entfernt zu sein. Flügelstürmer Felix Buff bestreitet seine erste Saison in der SML, nachdem er in der vergangenen Saison mit der U21-Mannschaft den Meistertitel geholt hatte.
Felix, ihr führt 3:0 in der Serie gegen Chur, ist die Sache so klar wie es momentan scheint?
Überhaupt nicht, die Anzahl Siege ist einer der wenigen Bereiche, in dem wir klar überlegen sind. Sämtliche Spiele waren eng, wir waren stets auch hinten, haben jedoch mittlerweile ein grosses Selbstvertrauen, vor allem dank dem Gewinn der Serie gegen GC. Seit da wissen wir auch, dass wir bei engen Spielen gute Möglichkeiten haben, sie zu unseren Gunsten zu entscheiden.
Ein Grossteil eurer Tore wurde ja lange Zeit von der ersten Linie um die beiden Tschechen erzielt. Sind nach dem Ausfall von Skalik und der Unsicherheit um einen Einsatz Cepeks keine Zweifel aufgekommen?
Bei Cepek wussten wir, wie scheinbar auch Chur, dass er würde auflaufen können. Skaliks Verletzung ist natürlich ein harter Verlust, es passierte ja bei der 0:7-Schlappe gegen GC. Wir konnten allerdings als Team darauf reagieren und sozusagen eine Trotzreaktion zeigen. Mitterweile wissen wir, dass es auch ohne ihn geht. Ausserdem sind wir nun auch ausgeglichener. Dies auch dank dem Zuzug von Simon Eichmann, der viel Schwung und Stabilität in die zweite Linie brachte.
Du hast fünf deiner zehn Saisontore in den Playoffs erzielt, vier davon in den engen Halbfinalspielen gegen Chur. Ist es deine Stärke, in wichtigen Spielen entscheidende Tore zu schiessen?
Aktuell scheint es so, eigentlich aber nicht unbedingt. Wir müssen in der jetzigen Phase für unsere Tore wenig Aufwand betreiben, spielen extrem effizient. Das trifft im Besonderen auch auf mich zu. Das Wissen, auch aus wenigen Chancen Tore schiessen zu können, hilft mir weiter und deshalb ist es vielleicht schon kein Zufall, dass gerade ich sie schiessen konnte in den letzten Spielen. Zudem ist die ganze Atmosphäre, das Drumherum schon etwas speziell in den Playoffs, was mich zusätzlich anspornt.
Ein paar Spieler in eurem Kader, die „jungen Wilden", wurden letzte Saison mit der U21 Schweizermeister. Profitiert ihr nun von dieser Erfahrung und wie weit kommt ihr noch in dieser Saison?
Der U21-Titel hat vor allem Lust auf mehr gemacht. Auch wenn es nicht auf dem gleichen Niveau war, so können wir trotzdem von dieser Playofferfahrung profitieren. Manchmal scheint es sogar so, als ob wir Jungen den älteren Mitspielern etwas von dieser Erfahrung weitergeben können. Oder dass sie uns darauf ansprechen, wie wir dies erlebt haben. Nicht zuletzt deshalb sind gerade wir Jungen, aber je länger je mehr die ganze Mannschaft, davon überzeugt, dass unsere Saison nicht bereits im Halbfinal zu Ende gehen wird.
Als sechstklassiertes Team der Tabelle wärt ihr in den letzten Jahren gar nicht in die Playoffs gekommen, nun steht ihr im Halbfinal. Deshalb an dich als Jus-Student die Frage: Ist das ungerecht?
Nein, gerade durch das Wahlrecht kann sich keines der Teams von oben beklagen, schliesslich haben sie uns ja ausgewählt. Es ist aber sicher so, dass wir vom neuen Modus profitieren und ihn zu unseren Gunsten haben ausnutzen können. Erstens, weil wir unser Bewusstsein die ganze Saison lang darauf gelegt haben, unter die ersten Acht zu kommen und dann die Karten neu zu mischen. Zweitens, weil es zu den Stärken unserer Trainer gehört, uns auf eine Serie mit einigen Spielen gegen die gleiche Mannschaft einzustellen. Radim Cepeks Analysen sind wirklich super und wir wissen genau, was uns in den Spielen erwartet.