02.
2014
Zizerser-WG ist bereit für Derby
Die Saison von Titelverteidiger Alligator Malans gleicht bisher einer Berg- und Talfahrt. Geht es nach den Malansern, ist der Auftakt ins Play-off-Viertelfinalderby am Donnerstag gegen Chur der Anfang des Schlussanstiegs.
Mittwochabend an der Kronengasse in Zizers: Sandro Dominioni und Joel Friolet haben geladen, einige Teamkollegen sind dem Ruf gefolgt. Es könnte ein ganz normaler Abend sein in der 3er-Unihockey-WG, die die beiden Malanser Stürmer mit Daniel Grass vom UHC Sarganserland bilden. TV-, Jass- und Spielabende sind hier keine Seltenheit, gelegentlich trifft man sich auch vor und nach dem Ausgang in der Zizerser Meister-WG. Für die Kollegen aus dem Prättigau gibt es Schlafplätze.
Grosse Sprünge macht das Grüppchen, das sich eingefunden hat, an diesem Abend nicht. Dafür ist nicht der Zeitpunkt: Es ist der letzte Abend vor der heute beginnenden Best-of-7-Viertelfinalserie gegen Chur Unihockey. Die Stimmung ist entspannt, kaum etwas deutet auf den bevorstehenden Ernstfall hin. Obwohl die Malanser beide Duelle in der Qualifikation verloren haben und Chur mit Heimvorteil in die Serie steigt, ist die Zuversicht gross, dass man sich durchsetzen wird. «Es wird sicher eine umkämpfte Serie. Aber wir sind das bessere Team mit dem grösseren Potenzial», sagt Dominioni und fügt an: «Alles andere als ein Weiterkommen wäre eine Riesen-Enttäuschung.» Captain Friolet ist sich sicher, dass sein Team nach den beiden Niederlagen in der Qualifikation «jetzt erst recht aufs Gaspedal drücken» wird.
«Die Köpfe sind wieder frei»
Zwei Wochen hatten die Nicht-Nationalspieler Zeit, um die Batterien zu laden. «Das tat gut. Die Köpfe sind wieder frei», sagt Dominioni. Traditionell trainierten die Malanser unter Trainer Akseli Ahtiainen in den Tagen vor den Play-offs hart, aber nur wenig mit dem Stock. Etwas, woran sich die Spieler gewöhnen mussten, aber auch etwas, was sie nicht (mehr) aus dem Konzept bringt. «Wir vertrauen dem Trainer. Immerhin haben wir so zwei Titel gewonnen», so Dominioni. Friolet, der wegen seines Nationalmannschaftseinsatzes eine Woche weniger Pause hatte, ergänzt: «So sind wir richtig ‘giggerig’ aufs Spielen.»
Die Malanser stecken gegen Chur unter Zugzwang. Auf die letztjährige Meistersaison liessen sie eine folgen, in der sie sich mal von ihrer Sonnenseite, mal von ihrer Schattenseite präsentierten. Im Oktober brillierten sie am Champions Cup in Finnland – trotz verpasstem Final –, danach darbten sie im heimischen Championat. Aber: Im Cup, als es zählte, überzeugten sie mit dem Finaleinzug. Auch deshalb sagt Dominioni: «Es muss im Kopf stimmen. Dann wird die Leistung auch gegen Chur stimmen.»
Wegweisende Auftaktspiele
Besonderen Druck, beteuern Dominioni und Friolet, verspüren sie keinen. «Noch nicht», so Friolet, «nach drei Spielen sieht es vielleicht anders aus.» Der Captain ist sich bewusst, dass die ersten zwei Partien wegweisend sein könnten. Dabei vertrauen er und die Malanser darauf, dass die Berg-und- Tal-Fahrt dank der richtigen Einstellung nun ein Ende hat. Geht es nach ihnen, ist der heutige Auftakt in Chur der Anfang des Schlussanstiegs, der in der Titelverteidigung gipfeln wird.
Quelle: suedostschweiz.ch