24.
04.
NLA Männer | Autor: Streiter Constantin

Zwei Premieren, zwei Geschichten

Die Wizards und der HCR bestreiten am Samstag ihren ersten Superfinal und fordern dabei die Titelverteidiger Jets respektive Zug heraus. Während die Bernerinnen auf eine durchwegs positive Saison zurückblicken, steigerten sich die Winterthurer seit Beginn der Playoffs markant.

Zwei Premieren, zwei Geschichten Julian Egli blühte in den Playoffs auf, Dana Misteli skort seit dem Herbst konstant. (Bilder: HCR & Dieter Meierhans)

Gäbe es in der Unihockey-Nationalliga die Bestimmung nicht, dass die besten drei Teams der Qualifikation ihren Viertelfinalgegner auswählen dürfen, wären Zug United (2.) und Rychenberg Winterthur (7.) bereits im Viertelfinal aufeinandergetroffen. Ob die Zentralschweizer die ansteigende Formkurve des HCR gekonnt antizipiert haben oder einfach den Gegner wählen wollten, von dem sie am wenigsten Gegenwehr erwarteten - das klare 4:0 im Viertelfinal gegen Uster gab ihnen diesbezüglich recht - bleibt offen. Zug war beim Stand von 3:0 gegen Thurgau schon auf dem Weg zum zweiten Sweep, ehe sich die Mostinder noch einmal ins Zeug warfen und den Titelverteidiger zweimal bezwangen. Nach dem 6. Spiel stand die dritte Teilnahme am Superfinal hintereinander für Zug fest. 2024 (gegen Wiler-Ersigen) und 2025 (gegen die Tigers Langnau) gelang dabei der Gewinn der Schweizer Meisterschaft, wobei beide Partien mit nur einem Tor Differenz endeten.

Der HC Rychenberg stand in derselben Zeitspanne dreimal im Cupfinal, gewann diesen 2025 gegen Zug und musste sich vor zwei Monaten dem Nachbarn (und Angstgegner) aus dem Thurgau geschlagen geben. In der Meiterschaft taten sich die Eulachstädter hingegen lange schwer, nur wenig deutete Anfang März auf ein Vordringen in den Superfinal vor. Doch tatsächlich legten die Winterthurer zwei fulminante Serien hin - auch mit etwas Glück, viermal war ein Spiel nach 60 Minuten unentschieden, viermal setzte sich der HCR am Ende durch. Doch auch dieses Glück muss man sich verdienen, zudem glänzten bei den Winterthurer Siegen immer wieder andere Akteure. Gegen die Tigers gelangen Manuel Maurer mehrere entscheidende Tore, als sich der Könizer verletzte, sprang der 18-jährige Julian Egli in die Bresche. Die wichtigsten Einzelspieler dürften im Superfinal aber der Schwede Oskar Weissbach und Goalie Eric Kunz sein. So beeindruckend die Renaissance des HCR in den Playoffs war: Zug bleibt aufgrund der weltmeisterlichen Garnitur mit drei Schweden und drei Finnen der Favorit im Endspiel, zudem haben auch die Zentralschweizer mit Nils Schälin einen Torhüter der Extraklasse zwischen den Pfosten.

Krönen sich die Zauberinnen? 
Mit elf Teilnahmen sind die Kloten-Dietlikon Jets weiterhin Stammgast im Superfinal, noch nie haben sie die Meisterschaftsentscheidung in einem einzelnen Finalspiel verpasst. Selbst die letzte Niederlage liegt schon acht Jahre zurück (2018 gegen Piranha Chur), seither gab es sechs Titel in Folge, wobei 2020 wegen der Pandemie keine Meister  gekürt werden konnten. Zum letzten Mal verloren die Fliegerinnen im März 2011 (!) eine Playoffserie. Immerhin hatten sie dieses Jahr mit Zug United einen starken Widersacher im Halbfinal - die Zentralschweizerinen gewannen im Februar den Cup und galten neben den Jets als einer von zwei Topfavoriten auf den Meisterpokal.

Dass diese zwei nominell hervorragend besetzten Teams schon im Halbfinal statt wie zuletzt zweimal im Final im Superfinal aufeinandertrafen, ist den Wizards Bern Burgdorf zu verdanken, die eine historisch starke Saison spielen - nach Rang 7 in der Qualifikation 2024/25 sicherten sie sich dieses Jahr den Qualisieg, von September bis Dezember blieben sie drei Monate lang ohne Niederlage. Noch beeindruckender ist folgende Serie: Vom 20.09.2025 bis zum 11.04.2026 schaffte es kein Team, die Wizards in 60 Minuten zu bezwingen. So sammelten die Zauberinnen auch gegen ihren Finalgegner aus dem Zürcher Unterland alle sechs möglichen Punkte, mit 4:2 und 6:2 gingen die Direktduelle an die Wizards. So hat Trainer Mirco Torri in seiner zweiten Amtszeit in Burgdorf (zuvor 2018 bis 2022, Rückkehr im Sommer 2025) aus dem "Talentschuppen" einen Meisterkandidaten geformt. Nach dem klaren 4:0 im Viertelfinal gegen die Red Ants konnte auch der Kantonsrivale aus Zollbrück im Halbfinal erstmals in einer Serie bezwungen werden. Mit leidenschaftlichem, mutigem Spiel sicherten sich die Wizards das erste Superfinalticket der Vereinsgeschichte und bewiesen, dass die gute Regular Season keine Eintagsfliege war. Zwar haben die Jets mehr (nationale und internationale) Erfahrung und sind sich die Auftritte vor grosser Kulisse gewöhnt - die Ausgangslage darf am Samstag um 13:30 Uhr in der Freiburger Arena durchaus als "fifty-fifty" bezeichnet werden.

 

Superfinal Frauen

Samstag, 25. April
Wizards Bern Burgdorf - Kloten-Dietlikon Jets
13:30 Uhr - BCF Arena, Fribourg

Superfinal Männer

Samstag, 25. April
Zug United - HC Rychenberg Winterthur
17:30 Uhr - BCF Arena, Fribourg

 

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Tabellen

1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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