03.
2014
Zweimal Endstation Halbfinal?
Mit 2:3 Siegen liegt Wiler-Ersigen in den Halbfinal-Playoffs gegen die Zürcher Grasshoppers in Rückstand. Es droht die erste titellose Saison seit zehn Jahren.
Das Saisonende für Wiler-Ersigen ist näher denn je, mit einer weiteren Niederlage gegen die Zürcher Grasshoppers wäre Endstation. Das erste Jahr mit dem neuen Trainer Johan Schönbeck scheint sowohl im Cup wie in der Meisterschaft im Halbfinal zu enden. «Ich bin noch nicht bereit aufzugeben, ich hoffe die Spieler auch nicht». Der Schwede wehrt sich vehement gegen eine vorzeitige Kapitulation. «Wir haben es noch immer in den eigenen Händen».
Zunehmend ratlos
Auch Schönbeck wird aber konstatieren müssen, dass das Momentum in der Serie definitiv gedreht hat. Nach dem komfortablen Start in die Halbfinals und der 2:0-Führung tat sich sein Team immer schwerer. GC entwickelte sich von Spiel zu Spiel, der SVWE konnte sich nicht steigern und nur phasenweise dominant auftreten. Ansonsten wirkten die Berner zunehmend ratlos, vor allem gegen die gut aufgestellte Defensive des Gegners. Nach den ersten beiden Spielen folgte eine erfolgreiche Feinjustierung. Zudem strotzen die Zürcher nur so vor Selbstvertrauen und sind auch körperlich ungemein präsent.
Interessant auch ein Blick auf die Statistik: Beide Teams haben in dieser Serie bislang 33 Tore erzielt. Der SVWE 15 von seinen 33 in den ersten vier Dritteln (seither steht die Ausbeute in 11 Dritteln bei 1.5 Toren pro Drittel). GC seinerseits traf in den ersten vier Dritteln nur 6 Mal, seither aber erzielten die Zürcher 2.5 Tore pro Drittel: Im Schnitt also eines mehr als der SVWE. «Dank dem Cupsieg und der Champions-Cup-Quali hat GC viel Selbstvertrauen und eine Lockerheit, die uns derzeit abgeht», konstatiert Schönbeck. Dies merke man vor allem im Abschluss, wo die Zürcher viel mehr an sich glauben würden.
Auffallend zudem: Während bei den Bernern einige Spieler die Serie wegen Verletzungen ganz verpassen und weitere zum Teil stark angeschlagen sind, scheinen die Hoppers keine solche Sorgen zu haben. Noch in keinem Spiel fehlte nur ein Stammspieler auf dem Matchblatt. Auch dies ein Indiz, dass die Zürcher "ready" sind und auch in einer Finalserie mit vollen Tanks antreten könnten. Beim SVWE müsste man sich da schon mehr Sorgen machen, ob der zu bewältigende Kraftakt einer Finalquali überhaupt noch Energie für einen allfälligen Final übrig lassen würde.
«Zu früh für ein Saisonfazit»
«Die physische Verfassung mit all den Verletzungen und auch Krankheiten im Team ist sicherlich etwas, das wir in der Saisonanalyse auch ansehen werden. Doch wie gesagt, ich bin nicht bereit schon jetzt ein Fazit zu ziehen. Zuerst fahren wir jetzt am Samstag nach Zürich und wollen dort gewinnen». Schönbeck verbreitet Zuversicht, muss er auch. Die Grasshoppers dürfte dies nicht gross beeindrucken. Sie wissen, derzeit haben sie alles im Griff, und nur innerhalb einer Woche wird es für Wiler-Ersigen schwierig, wenn nicht unmöglich, eine neue Strategie zu entwickeln, um die Zürcher noch vom Finalkurs abzubringen.
Quelle: svwe.ch